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Do, 10:47 Uhr
17.04.2003

nnz-Forum: Gedanken!

Nordhausen (nnz). Zu den Vorgängen um einen Hausbau am Nordhäuser Kohnstein erreichte die nnz jetzt eine Zuschrift aus Dieburg. Wir veröffentlichen sie im nnz-Forum.


Ich nehme hiermit Bezug auf den Artikel „Irritationen ausgeräumt“ in der „Neuen Nordhäuser Zeitung“ vom 13.04.03.

Verwunderlich, wie in der heute aufgeklärten Zeit immer noch mit sensiblen Orten der Deutschen Geschichte umgegangen wird, in diesem Fall der KZ - Gedenkstätte „Mittelbau-Dora“. Nein, es ist nicht nur Deutsche Geschichte....es ist die Geschichte von Menschen aus allen Ländern Europas. Jenem Europa, was aus der Geschichte gelernt hat und seit Jahrzehnten enger zusammen wächst. So mancher Lernprozeß hat sich aber leider noch nicht in alle Winkel des deutschen Landes seinen mühsamen Weg geplant.

Wohnungsneu- oder Ausbauten in unmittelbarer Umgebung einer Gedenkstätte sich schlicht gesagt geschmacklos. Bezieht man sich in der Verwaltung bei dem Bauantrag noch auf Gesetze, so ist das um so bitterer, weil der Mut zum Widerspruch bei den Sachbearbeitern im Amt fehlt. Wobei ich mir erlaube zu hinterfragen, ob eine Baugenehmigung in dieser Form wirklich zulässig ist!!! Andere Lösungen sind sicher möglich. Nordhausen ist bei weitem nicht dicht besiedelt und bietet eine Fülle schöner Grundstücke an.....Wieso kann der Bauherr nicht ausweichen ?

Gedenkstätten sind, einschließlich Ihrer Umgebung, in erster Linie für Opfer und deren Verwandte und Freunde würdige Orte, um in Ruhe zu gedenken und die traurige Vergangenheit aufzuarbeiten. Bitte laßt Ihnen dazu den Rahmen der Natur und der Stille. Weiterhin soll die „Ge – Denk – Stätte“ ganz Ihrer Aufgabe gerecht werden.

Zum Denken, in all seinen Varianten und Formen, mit all seinen Blickrichtungen soll der nachdenkliche Besucher in einer, von ablenkenden Reizen freier Umgebung, sich u.a. nur mit dem Schicksal und den menschlichen Tragödien beschäftigen. Was auch immer mit der „Touristischen Erschließung“ vom Kohnstein gemeint ist.......es macht mir nicht den Eindruck, das hier sensibel genug gehandelt wird. Eine derartige Erschließung zieht immer landschaftliche wie bauliche Veränderungen, mit all seinen negativen Folgen für die Umgebung nach sich.

Gebt unseren jungen Menschen ein Vorbild, wie so eine Diskussion ausgetragen werden kann. Bezieht alle betroffenen Menschen, Verbände und Behörden in eine Entscheidungsfindung mit ein und seid Euch über die Tragweite der Entscheidung bewußt. Alle Generationen haben eine sehr große Verpflichtung, nämlich in einem würdigen Rahmen Gedenken zu ermöglichen und die Ursachen für die mörderischen Verbrechen zu ergründen und nach Lösungen zu suchen wie in der Zukunft Verbrechen gegen die Menschlichkeit vermieden werden können.
Ulrich Schanze, Dieburg

Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnz

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