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Do, 12:39 Uhr
06.01.2011

LINKE soll sich entscheiden

Die Argumentationsmaschinerie der Nordhäuser SPD kommt so langsam aber sicher in Gang. Und es werden Argumente gesucht, um Keile in die Stadtratskoalition zu treiben. Vor allem zwischen LINKE und CDU...


"Nordhäuser LINKE am Entscheidungspunkt", so ist eine Mitteilung der Nordhäuser SPD überschrieben. Andreas Wieninger, Ortsvereins- und Fraktionschef der SPD in Nordhausen, geht auf Äußerungen von Dr. Klaus Zeh (CDU) ein, die er gestern gegenüber einer Agentur getroffen hatte: "Die Wege zum Kommunismus sind mit Millionen Toten gepflastert", sagte der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende im Thüringer Landtag, Dr. Klaus Zeh, am Mittwoch in Erfurt.

Daraus (Dr. Zeh ist gleichzeitig CDU-Stadtrat in Nordhausen) leitet die Nordhäuser Sozialdemokratie nun ab, dass die Nordhäuser LINKE an einem Entscheidungspunkt stehe. "Sie wird sich entscheiden müssen, ob sie im Stadtrat weiter als Mehrheitsbeschaffer für die CDU fungieren und sich gleichzeitig von dieser die Demokratie- und Politikfähigkeit absprechen lassen möchte“, so Andreas Wieniger.

Das jedoch ist für Barbara Schencke (LINKE-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat) ein hilfloser Versuch, von den Problemen innerhalb der SPD in der Rolandstadt abzulenken und einen Keil zwischen die Fraktionen des Stadtrates zu treiben. "Berlin ist weit weg und gab und es gibt immer einen Unterschied zwischen Bundespolitik und Kommunalpolitik." Selbstverständlich ist das, was die Bundesvorsitzende ihrer Partei, Gesine Lötzsch, da in einem Artikel in der Junge Welt schreibt, für die Nordhäuser LINKE-Fraktionsvorsitzende sehr "kontraproduktiv und schwer auszuhalten."

Innerhalb der kommunalen Politik gelten aber mitunter andere Spielregeln. Aufmerksame und jahrelange Beobachter der politischen Szene werden sich an die Jahr 2003 und 2004 erinnern, da die SPD einer enormen Zerreißprobe durch die Hartz-IV-Beschlüsse ausgesetzt war. Damals aber auch betonte gerade Andreas Wieninger mehrfach in der nnz, dass es wohl einen Unterschied geben zwischen dem, was in Berlin beschlossen wurde und dem, wie die Basis in Nordhausen darüber denkt.

Und warum hat Wieninger nicht führende SPD-Genossen heute zitiert, die sich ebenfalls mehr als kritisch mit dem Aufsatz der LINKE-Chefin auseinandergesetzt hatten? So könnte das nämlich heißen: Wenn die LINKE Matthias Jendricke (SPD) wählen würde, sei sie kein Mehrheitsbeschaffer mehr für die CDU im Stadtrat, sei damit politik- und mehrheitsfähig und reingewachen vom Gespenst des Kommunismus.

Aus Sicht der Nordhäuser SPD könne quasi die LINKE in Nordhausen das Schicksal der gesamten Linken (SPD und LINKE) in Deutschland bestimmen. Irgendwie kommt da die Argumentationsmaschinerie der SPD ins Stocken, oder?
Autor: nnz

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Kommentare
Bloksberg
06.01.2011, 12:57 Uhr
^... das ist einfach infam!
Der SPD, einer Neugründung nach der Wende und einer Partei, die unter der SED-Herrschaft reichlich zu leiden hatte, hier eine Nähe zum Kommunismus a la Linke anzudichten, ist einfach infam!

Man muß nun wirklich nicht alles gut finden, was die SPD politisch vertritt oder auch durchsetzt. Das ist natürlich ein Frage sachlicher und persönlicher Positionen und in politischen Entscheidungsprozessen zu klären. Aber die Nähe des politischen Handelns zur Linken findet sich in Nordhausen bei großen Teilen der Fraktionsangehörigen der früheren Blockparteien. Polemisch auf den Punkt gebracht: Hier wird vom früheren Block-Filz ein Kesseltreiben gegen einen jungen und erfolgreichen Kommunalpolitiker veranstaltet, der nie zu diesem Filz gehört hat!

Es ist nur zu hoffen, daß die Nordhäuser Wähler dies in den nächsten Wahlen auch eindeutig quittieren!

Ihre mehr als irritierte
Bloksberg
Pe_rle
06.01.2011, 13:04 Uhr
Parteiensumpf
schlimmer geht die Parteien-Schlammschlacht hier in Nordhausen wohl nimmer. Statt sich auf die Probleme, die es in der Stadt gibt zu konzentrieren, wird um nichts anderes gekämpft, als dem Parteigegner am liebsten das Messer in den Rücken zu rammen.
Abartiger geht es nicht mehr.

Man sollte den Herrschaften eine Schaufel in die Hand geben, damit sie Ihren Frust an den Schlaglöchern überall in der Stadt auslassen können.
Stadtbürger
06.01.2011, 13:11 Uhr
vergesslich
also wenn herr wieninger so argumentiert, scheint er wohl vergessen zu haben warum die linke den herrn jendricke wohl nicht wählen wird. schließlich hat ja auch frau rinke geäußert, dass sie sich nicht zum steigbügelhalter der kommunisten machen ließe. und dies obwohl gerade diese ihr die wiederwahl als oberbürgermeisterin ermöglicht haben.

mir scheint es so, dass in der spd gerade etwas panik ausbricht. die wiederwahl von jendricke scheint immer mehr gefährdet zu sein und da greift man nach jedem strohhalm. erst ist es matthias, der bombenentschärfer und schutzheilige der obdachlosen, und nun will man die fraktionen gegeneinander aufhetzen.

mit verlaub gesagt herr wieninger - das ist mehr als erbärmlich und macht sie und die spd lächerlicher, als sie ohnehin schon sind.

denken sie einfach daran wenn jendricke abgewählt ist: an dem ergebnis sind sie selber schuld, denn das haben sie gemacht!
TeeEff
06.01.2011, 13:28 Uhr
Geehrter Herr Dr. Klaus Zeh,
werte CDUler & andere Kapitalisten,

mit der moralisch wertenden Aussage der Millionen Toten, die die Wege zum Kommunismus pflastern, würde ich mich nicht so weit aus dem Fenster lehnen wie sie es tun! Der Kapitalismus ist nämlich nicht besser, eher im Gegenteil.

Es gibt nur keine genaueren Untersuchungen zur Anzahl seiner Opfer. Aber ich möchte mal kurz beim Abschätzen helfen, dabei sogar die Kriege um z.B. Öl und Leute die durch Gram über Verlust ihres Hab und Gutes sterben oder vom ach so tollen System in den Suizid getrieben wurden auslassen, wie auch die die betriebswirtschaftliches Rechnen im Gesundheitssystem kosteten.

Nehmen wir nur mal die auf dieser Welt des Profites und der Ausbeutung jedes Jahr an Hunger Sterbenden. Das sind laut Welthungerkonferenz 2010 alle 3,5sec einer. summiert sich im Jahr auf etwas über 9 Millionen Menschen auf.
Mit Berücksichtigung der Bevölkerungswachstumswerte und teilweisem Wirkeffekt von Entwicklungshilfe interpoliere ich mal auf 90 Millionen in den letzten 10 Jahren hoch.Seit bestehen der BRD dürften es gut 500 Millionen, also eine halbe Milliarde Opfer nur dieser Todesart geben, die man, zumindest Mittelbar ihrer Religion des Profites und ihren Götzen Dividende und Rendite, zuschreiben kann UND das ist eine Opferzahl, die in einer gerechteren und sozialeren Welt durchaus vermeidbar gewesen wäre!

Wenn man nun bis 1917 zurückrechnet landet man bei irgendwo bei 850-900 Mio Hungertoten. Die Anzahl der Toten die nur durch HUNGER den kapitalistischen Weg pflastern, ist also beachtlich und um ein mehrfaches höher, als auch die reaktionärsten Opferzahlen für alle Versuche zum Kommunismus zu gelangen - welche nämlich oft nur so hiessen, ohne es auch nur annährend zu sein.

Wie viele Opfer Ausbeutung, schlechte Arbeitsbedingungen, Verschmutzung durch Raubbau an der Natur und Kriege wie auch zurückhalten von Medikamenten gegen Seuchen oder anderen Krankheiten steht in den Sternen, aber in der Summe 1,5 Mrd Gesamtopfer seit Beginn des 20. Jhd. dürfte man erreichen. Über Sklaverei, Kolonialismus etc. red ich da gar nicht mal.

Also vielleicht erst einmal nachdenken bevor man wild mit Schuldzuweisungen um sich wirft!
Retupmoc
06.01.2011, 13:44 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema
Peppone
06.01.2011, 13:51 Uhr
Die Nordhäuser SPD
hat sich total verrannt. Die lokale Partei hat nach BM Wahlbuhl nie auf politischen Konsenz und Mehrheiten im Stadtrat Rücksicht genommen. Sie hat auch keine Mehrheiten gesucht!

Nach sechzehn Jahren Herrschaft und aufgebautem Netzwerk herrscht in dieser Partei ein Personenkult, der einfach nur noch abschreckt. Nach dem Motto: "Entweder ihr wählt unseren BM, oder wir nutzen jeden erlaubten und unerlaubten Trick um euch vorzuführen und zu diskreditieren.

Um die Sache der Stadt geht es der Nordhäuser SPD doch schon lange nicht mehr, es geht nur um persönliche Pfründe, die man behalten will!

Natürlich sind Konservative und Linke kein Traumgespann, wahrscheinlich tut das beiden Parteien weh, wenn es aber darum geht demokratische Prozesse aufrecht zu erhalten, dann spielt es keine Rolle ob man konservativ oder links eingestellt ist.

Frau Schencke von den Linken hat ganz einfach recht, die Nordhäuser SPD hat ein Problem. Und dieses Problem hat einen Namen und dieser Namen wurde schon zweimal vom Stadtrat nicht gewählt.
Luftikus
06.01.2011, 18:25 Uhr
Das ist Wahlkampf
außerhalb der Saison. Warum Herr Jendricke keine Mehrheit bekommt hat verschiedene Ursachen, wie Sie in den letzten Wochen schon mehrfach geäußert wurden. Die eine oder andere Partei möchte gern ihren eigenen Kandidaten setzen, geht aber nicht wegen der "großzügigegen" Ausschreibung. Einige Stadtratsmitglieder aus verschiedenen Parteien haben eine persönliche Abneigung gegenüber dem Bürgermeister, wenige danken ihm für seine Arbeit im Park Hohenrode mit 2 Stimmen und wollen keine Steine in den Park gelegt haben.

Das sich parteiübergreifend mehr als die Hälfte der Stadträte gegen den Bürgermeister entscheiden liegt hauptsächlich an der enggefassten Ausschreibung. Ich bin der Meinung, hätte diese mehrere Personen zugelassen, hätte es auch schnelle Wahlen gegeben die evtl auch den amtierenden Bürgermeister wieder gewählt hätten.

Hier wird einfach ein Wahlsystem "abgewählt" das nur einen Kandidaten zulässt, Eben wie in der DDR. 1 Kandidat wenn möglich 97 Prozent der Stimmen. Und nun greift die Demokratie, das was wir 1989 wollten. Und dieses Ergebnis tut halt einen Teil der Stadträte weh!
Peppone
06.01.2011, 20:50 Uhr
So, so Luntemann, das ist also Wahlkampf,
und Sie meinen allen Ernstes, dass Herrn Jendrickes Wiederwahl nur daran scheitert, weil es keine Alternative zu ihm gibt?

Sie glauben allen Ernstes, dass bei der Wahl zwischen Nichts und Jendricke mehr als fünzig Prozent der Stadträte ihr Kreuz bei "Nein" machen, nur weil die SPD einen/eine zweite/n Kandidaten/in neben dem BM verhindert?

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, ob Integrität, soziale Kompetenz und die gewünschten Fähigkeiten eines MANAGERS beim BM von Nordhausen eine Rolle spielen sollen?

Ich glaube nicht!
H.Buntfuß
07.01.2011, 14:51 Uhr
Politik in Reinkultur
Es schon sehr amüsant mit zu erleben, wie man um den Posten des Bürgermeisters feilscht. Hier zeigt sich die Politik von ihrer WAHREN Seite. Da wird intrigriert, behauptet, korrumpiert, man könnte es schon für kriminell halten. Hier geht es nur um den Posten eines Bürgermeisters in einer mittelgroßen Stadt.

Stellen sie sich einmal vor, was da in einer Großstadt, im Landtag oder im Bundestag abgeht. Da fragt man sich, was ist Politik, dient sie dem Bürger oder fördert sie die Kriminalität?
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