Di, 10:03 Uhr
08.04.2003
Der Fall Eisenach
Nordhausen (nnz). Der ThSV Eisenach hat Insolvenz angemeldet. Die Handball-Hochburg unterhalb der Wartburg bröckelt. Das aber ist nur die Spitze des Eisberges...
Warum sollte es die Handballer in Eisenach nicht erwischen? Warum sollte die Gesetzmäßigkeit bestehender Abhängigkeiten in diesem Fall außer Kraft gesetzt werden? Die Antworten auf diese Fragen fallen leicht. Der Sport in den neuen Bundesländern wird auf das Maß zurechtgestutzt, das ihm im einigen Deutschland zukommt: Mittelmaß!
Die Beispiele in Sportarten, die Tausende und Millionen an die TV-Geräte, in Sporthallen oder in Stadien locken, ließen sich bedenkenlos anführen. Nach dem freien Fall der Cottbuser Fußballer, dem Abgesang für die Wartburg-Open erwischt es nun auch noch die Handballer. Die gehen ihrem Sport zwar in der wirtschaftlich stärksten Region in Thüringen nach, doch es reichte nicht. Die Wirtschaftskraft ist nicht gemacht für das Auskommen von Bundesliga-Sport. Es gibt keine großen Sponsoren. Und wenn sie da sind, dann meist als Ableger von Konzernzentralen, ohne Entscheidungsbefugnis über die Summe, die ein Überleben des Leistungssports möglich macht.
Diese Entwicklung hatte die wirtschaftlich schwachen Regionen in den neuen Bundesländern schon längst überrollt. Wacker Nordhausen, der SVC sind in der Rolandstadt die Beispiele. Einmal abgestürzt - wird es unendlich schwer wieder Anschluß zu finden. Doch es wird in diesem Jahr noch dicker kommen. Aderlaß ist im Breitensport angesagt. Weniger Förderung, weniger 2. Arbeitsmarkt, die personelle Decke in den Hunderten Sportvereinen wird ausgedünnt werden. Die Kommunen sind am Ende, gekürzt werden muß bei den freiwilligen Aufgaben, die Einteilung in Pflicht und Kür nahm und nimmt der Gesetzgeber vor.
Was bleiben wird, das sind einige Sportbekloppte, deren Herz an den jungen Talenten hängt. Gut, dass es sie gibt, doch auf Dauer kein Zustand, um einen funktionierenden Breitensport zu realisieren. Und wer künftig Spitzensport live erleben will, der muß dann Fußballstadien im Osten meiden, dafür bieten Metropolen wie Bielefeld vielleicht noch Bundesliga-Fußball. In Leipzig oder Dresden ist der Weg noch weit. Oder man fährt in Sachen Handball nach Lemgo, dieser alten Hansestadt mit sage und schreibe 27.000 Einwohnern.
Autor: nnzWarum sollte es die Handballer in Eisenach nicht erwischen? Warum sollte die Gesetzmäßigkeit bestehender Abhängigkeiten in diesem Fall außer Kraft gesetzt werden? Die Antworten auf diese Fragen fallen leicht. Der Sport in den neuen Bundesländern wird auf das Maß zurechtgestutzt, das ihm im einigen Deutschland zukommt: Mittelmaß!
Die Beispiele in Sportarten, die Tausende und Millionen an die TV-Geräte, in Sporthallen oder in Stadien locken, ließen sich bedenkenlos anführen. Nach dem freien Fall der Cottbuser Fußballer, dem Abgesang für die Wartburg-Open erwischt es nun auch noch die Handballer. Die gehen ihrem Sport zwar in der wirtschaftlich stärksten Region in Thüringen nach, doch es reichte nicht. Die Wirtschaftskraft ist nicht gemacht für das Auskommen von Bundesliga-Sport. Es gibt keine großen Sponsoren. Und wenn sie da sind, dann meist als Ableger von Konzernzentralen, ohne Entscheidungsbefugnis über die Summe, die ein Überleben des Leistungssports möglich macht.
Diese Entwicklung hatte die wirtschaftlich schwachen Regionen in den neuen Bundesländern schon längst überrollt. Wacker Nordhausen, der SVC sind in der Rolandstadt die Beispiele. Einmal abgestürzt - wird es unendlich schwer wieder Anschluß zu finden. Doch es wird in diesem Jahr noch dicker kommen. Aderlaß ist im Breitensport angesagt. Weniger Förderung, weniger 2. Arbeitsmarkt, die personelle Decke in den Hunderten Sportvereinen wird ausgedünnt werden. Die Kommunen sind am Ende, gekürzt werden muß bei den freiwilligen Aufgaben, die Einteilung in Pflicht und Kür nahm und nimmt der Gesetzgeber vor.
Was bleiben wird, das sind einige Sportbekloppte, deren Herz an den jungen Talenten hängt. Gut, dass es sie gibt, doch auf Dauer kein Zustand, um einen funktionierenden Breitensport zu realisieren. Und wer künftig Spitzensport live erleben will, der muß dann Fußballstadien im Osten meiden, dafür bieten Metropolen wie Bielefeld vielleicht noch Bundesliga-Fußball. In Leipzig oder Dresden ist der Weg noch weit. Oder man fährt in Sachen Handball nach Lemgo, dieser alten Hansestadt mit sage und schreibe 27.000 Einwohnern.


