Fr, 09:50 Uhr
10.12.2010
Wie barrierefrei ist Nordhausen?
Der ein oder andere wunderte sich vielleicht über die erhöhte Anzahl von Rollstuhlfahrern und Blinden, die am vergangenen Mittwoch in der Stadt Nordhausen zu sehen waren. Mancher hielt es möglicherweise sogar für einen geschmacklosen Scherz ,als der Rollstuhlfahrer und sein Assistent plötzlich die Rollen tauschten...
Auch wenn die jungen Erwachsenen sicher zuweilen ihren Spass an der Aktion hatten, ein Scherz war es mitnichten. Sie sind alle Teilnehmer eines freiwilligen sozialen Jahres (oder auch "Thüringen Jahr") und sind derzeit in verschiedenen caritativen Einrichtungen beschäftigt. Da sie dort selbst mit Menschen arbeiten, die in ihrer Lebensgestaltung beeinträchtigt sind, befassten sich die FSJ'ler mit dem Thema Leben in unserer Gesellschaft als behinderter Mensch auf ganz praktische Weise. Ihr Ziel: Die Sensibilisierung ihrer Selbst und der Gesellschaft für die Probleme der Betroffenen im Alltag.
Dabei wurden sie mit Erfahrungen von Wolfgang Peter, einem Mitarbeiter einer Selbsthilfegruppe für Körperbehinderte und Referent für Probleme von Menschen mit Handycap. Er selber ist halbseitig gelähmt und musste das Sprechen nach einer Hirnblutung wieder erlernen. Er berichtete der Gruppe seine Lebensgeschichte und leitete diesen besonderen Seminartag an.
Die 20 Blinden, Rollstuhlfahrer und Assistenten untersuchten z.B. wie zugänglich und behindertengerecht Geschäfte, Arztpraxen, Institutionen uns Kultureinrichtungen sind. Sie testeten ob oder in wie fern der öffentliche Nahverkehr nutzerfreundlich ist. Außerdem suchten sie Krankenkassen und Ämter auf, um Informationen und Tipps über Fördermöglichkeiten u.ä. zu bekommen. In der anschließenden Auswertungen wurden die Erfahrungen ausgetauscht. Positiv fielen die
Einstiegmöglichkeiten der Straßenbahnen, der Busse und der Züge auf. Außerdem gab es viele hilfsbereite Passanten.
Aus Sicht der Teilnehmer überwogen jedoch leider die negativen Aspekte:
Autor: aglAuch wenn die jungen Erwachsenen sicher zuweilen ihren Spass an der Aktion hatten, ein Scherz war es mitnichten. Sie sind alle Teilnehmer eines freiwilligen sozialen Jahres (oder auch "Thüringen Jahr") und sind derzeit in verschiedenen caritativen Einrichtungen beschäftigt. Da sie dort selbst mit Menschen arbeiten, die in ihrer Lebensgestaltung beeinträchtigt sind, befassten sich die FSJ'ler mit dem Thema Leben in unserer Gesellschaft als behinderter Mensch auf ganz praktische Weise. Ihr Ziel: Die Sensibilisierung ihrer Selbst und der Gesellschaft für die Probleme der Betroffenen im Alltag.
Dabei wurden sie mit Erfahrungen von Wolfgang Peter, einem Mitarbeiter einer Selbsthilfegruppe für Körperbehinderte und Referent für Probleme von Menschen mit Handycap. Er selber ist halbseitig gelähmt und musste das Sprechen nach einer Hirnblutung wieder erlernen. Er berichtete der Gruppe seine Lebensgeschichte und leitete diesen besonderen Seminartag an.
Die 20 Blinden, Rollstuhlfahrer und Assistenten untersuchten z.B. wie zugänglich und behindertengerecht Geschäfte, Arztpraxen, Institutionen uns Kultureinrichtungen sind. Sie testeten ob oder in wie fern der öffentliche Nahverkehr nutzerfreundlich ist. Außerdem suchten sie Krankenkassen und Ämter auf, um Informationen und Tipps über Fördermöglichkeiten u.ä. zu bekommen. In der anschließenden Auswertungen wurden die Erfahrungen ausgetauscht. Positiv fielen die
Einstiegmöglichkeiten der Straßenbahnen, der Busse und der Züge auf. Außerdem gab es viele hilfsbereite Passanten.
Aus Sicht der Teilnehmer überwogen jedoch leider die negativen Aspekte:
- fehlende akustische Signale an Ampeln
- nicht vorhandene klare und intelligente Beschilderung
- erschreckend wenig behindertengerechte Toiletten
- zu hohe Bordsteinkanten
- ungeräumte und zu schmale Wege
- fehlende Kennzeichnung von Toiletten auf dem Stadtplan




