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Di, 18:43 Uhr
07.12.2010

Erinnerungen an alte Zeiten

Das Autorenteam Thomas Müller, Günther Stanislowsky und Markus Veit stellte kürzlich der interessierten Öffentlichkeit den dritten. Fortsetzungsband „Nordhausen im Sozialismus“ vor. Die nnz hat sich das Buch einmal genauer angesehen.

Buchdeckel (Foto: Veit) Buchdeckel (Foto: Veit) Nun ist er erschienen – der 3. Band „Nordhausen im Sozialismus“. Eigentlich wollten es Thomas Müller, Günther Stanislowsky und Markus Veit bei zwei Bänden belassen. Aber zum einen gab es noch sehr viele fotografische Dokumente, die förmlich nach einer Veröffentlichung verlangten und zum anderen war die Nachfrage nach einer Fortsetzung riesengroß. Und so setzten sich die drei Erfolgsautoren noch einmal zusammen, werteten Fotos aus und recherchierten. Das Resultat ihrer intensiven Arbeit ist ein sehr informatives und unterhaltsames Buch, das bei der Leserschaft auf großes Interesse stoßen wird.

Thomas Müller, Günther Stanislowsky und Markus Veit widmeten sich in diesem 3. Band den letzten 20 Jahren der DDR-Ära in Nordhausen. Die aussagekräftigen, bisher kaum veröffentlichte Bilddokumente stammen hauptsächlich von den bekannten Fotografen Berthold Nieborn, Herbert Wolff, Hans-Peter Wolff und Heinz Langner.

Die Autoren nehmen den Leser mit auf einen Streifzug durch die Rolandsstadt der 1970er- und 80er-Jahre. Den einzigartigen Momentaufnahmen sind kurze und prägnante Texte zugeordnet, die eine exakte Recherche und fundiertes Wissen erkennen lassen. Jedes Bild erzählt seine eigene Geschichte und viele Leser werden sich an so manches noch genau erinnern. Diese Reflektion macht vor allem bei älteren Nordhäusern, die diese Zeit mit allen Vor- und Nachteilen miterlebt haben, den Reiz des Buches aus.

Sie können sich, wenn auch nicht unbedingt auf dem Foto, jedoch aber bei bestimmten dokumentierten Situationen wieder finden, beispielsweise in der langen Schlange der Wartenden vorm Gemüsegeschäft, um im Frühjahr frisch geerntete Salatgurken bzw. zu Weihnachten paar Südfrüchte zu ergattern. So mancher Nordhäuser denkt beim Anblick der Abbildungen mit Wehmut an die Gebäude in der Altstadt, die für immer aus dem Stadtbild verschwunden sind.

Nicht wenige, die an der Ingenieurschule für Landtechnik studiert haben, haben in Nordhausen ihre große Liebe und in der Stadt eine neue Heimat gefunden. Der Betrachter wird erinnert an bestimmte Ereignisse, die das gesellschaftliche Leben in der Stadt prägten und an denen er direkt oder indirekt beteiligt war und so bei ihm zu einer Identifikation führen.

Es sind die vielen Details aus dem Alltag, die diesen Fortsetzungsband wiederum so lebendig und nachempfindsam machen. Das rege Interesse bei der Präsentation des Buches und der gute Absatz im Buchhandel zeigen, dass die Autoren wieder den Nerv der Nordhäuser getroffen haben. Und so verwundert es nicht, dass sie über die Erarbeitung eines weiteren Bandes nachdenken. Die heimatkundlich Interessierten werden das mit Freude vernehmen und schon ungeduldig auf die Veröffentlichung der Fortsetzung warten.

Das 135-seitige 3. Band „Nordhausen im Sozialismus“, ISBN 978-3-9811739-5-6, von Thomas Müller, Günther Stanislowsky und Markus Veit, das wiederum in gewohnt hervorragend Qualität vom Atelier Veit in Nordhausen gestaltet wurde, ist im gut sortierten Buchhandel zum Preis von 20 Euro erhältlich.
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Kommentare

07.12.2010, 22.09 Uhr
denk-mal | aufarbeitung der geschichte ?
oder ist das unbewusste trauer - also einmal sich mit dem nordhausen in der traurigen zeit befassen ist schon nicht verkehrt, vielleicht auch noch mal die wiederholung? aber noch so ein oberflächliches pamflet ist einfach zu viel des guten oder der unmissverständliche willen erkannt zu haben wie man geschickt zu geld kommt. eine aufarbeitung des unrechts in dieser zeit fehlt, es sind fotos und oberflächliche und leider auch verklärte betrachungen schade die autoren könnten mehr aber sie scheinen nicht die lust zur präzisen arbeit zu haben. ...

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