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Do, 13:54 Uhr
25.11.2010

Zum letzten Mal wird gestorben

Das aktuelle Schauspiel „Der gute Tod“ im Theater Nordhausen ist so nah am wirklichen Leben angesiedelt wie kaum ein anderes. Der Zuschauer erlebt den letzten Abend eines todkranken Mannes, der für sich eine Entscheidung getroffen hat: er will seinem Leben, das für ihn keines mehr ist, ein Ende setzen. Sein langjähriger Freund und Arzt soll ihm diesen Willen erfüllen. Am Freitagabend um 19.30 Uhr wird das Stück zum letzten Mal in der Rolandstadt gezeigt.


Aktive Sterbehilfe – was in den Niederlanden praktiziert wird, ist in Deutschland nur in einem solchen Schauspiel wie „Der gute Tod“ möglich. Hier entscheidet ein Mensch, wann er geht. Wie die Familie mit dieser Entscheidung umgeht, das erlebt der Zuschauer in diesem unglaublich beeindruckenden Schauspiel. Die Schauspieler leben diese Familie, in der man knapp zwei Stunden als Zuschauer zu Gast ist.

Aber es ist keine Totenfeier, an der man teilnimmt. Das ist vom todkranken Bernhard Keller auch nicht gewollt. Die Familie kommt zusammen, versucht mit der Situation zurecht zu kommen, zofft sich hin und wieder und öffnet die Flasche Whisky, die Bernhard für ganz besondere Anlässe im Schrank aufbewahrte. Auch ein Zug an der letzten Zigarette wird ihm nicht verwehrt. Die Abschiedssituation wird zu einer Feier für das Leben.

Ein paar Stunden bleiben noch, bis sich jeder verabschiedet. Dann bleibt auch der Zuschauer mit seinen Gedanken allein. Denn „Der gute Tod“ zwingt dem Publikum keine Meinung auf, nimmt ihm nichts ab, lässt ihn aber über dieses Thema intensiv nachdenken.

Wer nach dieser Vorstellung mit seinen Gedanken nicht allein sein und sich mit anderen austauschen möchte, kann das in der anschließenden Publikumsdiskussion im Foyer mit Schauspielern des Stückes und den Palliativmedizinern Dr. Heike Büntzel und Dr. Jens Büntzel. Moderiert wird das Zuschauergespräch von der Chefdramaturgin des Theaters, Anja Eisner. Auch der Junge-Theater-Stammtisch wird an diesem Publikumsgespräch teilnehmen.

Karten für die letzte Vorstellung „Der gute Tod“ gibt es an der Theaterkasse, Tel. 0 36 31/98 34 52, sowie an allen Vorverkaufsstellen der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH. (Eintrittspreis 8 bis 17 Euro)
Autor: nnz

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