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Mi, 17:55 Uhr
24.11.2010

nnz-live-blog: Wahl-Veranstaltung

Der Nordhäuser Stadtrat hatte während seiner heutigen Sitzung mehr als 30 Tagesordnungspunkte abzuarbeiten. Darunter auch die Wahl eines Bürgermeisters. Das alles können Sie in unserem Live-Blog verfolgen...


16 Uhr: Die Sitzung wird von Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) eröffnet und sie verkündet, dass alle 36 Stadträte anwesend sind.

16.10 Uhr: Die Tagesordnung wird geändert, es gibt mehrere Dringlichkeiten. So sollen die Verkehrsbetriebe Nordhausen Darlehen aufnehmen können, um geplante Investitionen realisieren zu können, für die es bereits Fördermittelzusagen gibt.

16.20 Uhr: Die Einwohnerfragestunde ist eröffnet, die Sitzung verfolgen zahlreiche neugierige Nordhäuser. Der Betreiber der Destille fragt, was und wie die Stadtverwaltung gegen NDH-City vorgehen kann? Bürgermeister Matthias Jendricke (SPD) gab zu, dass das Problem bekannt sei. Meist seien das Probleme, mit denen die Polizei konfrontiert werden müsse. Das sei nicht das Ding des Ordnungsamtes.

16.26 Uhr: Jetzt ist die Sundhäuser Fraktion dran. Die Problemlage ist allgemein bekannt. Es geht um den zu ändernden Bebauungsplan.

16.35 Uhr: Sundhausen macht weiter. Wer ist Grundstückseigentümer? Wird Flächennutzungsplan geändert? Warum werden Bürgerfragen nach acht Wochen nicht beantwortet? Gibt es Kontakte mit dem Investor?

16.50 Uhr: Herr Meixelsberger sprach noch einmal das Problem um NDH-City an. Er forderte eine gesellschaftliche Verantwortung ein und Unterstützung für die betroffenen Gastwirte und Kulturstätten seitens der Stadtverwaltung.

16.55 Uhr: Jetzt gibt es keine Fragen mehr, dafür die Informationen der Oberbürgermeisterin. Es geht um den Nachhhaltigkeitspreis, die Auszeichnung mit "green IT" sowie über die erlassene Haushaltssperre. Auch gibt es einen Bericht um Umschuldungen und Aufnahmen von Kommunaldarlehen in diesem Jahr.

17.05 Uhr: Barbara Rinke berichtete vom so genannten Theatergespräch in Erfurt. Aus dem Gespräch heraus werde es Zielmarken geben, die bearbeitet und bewertet werden müssen. An der Runde nahmen alle vier Gesellschafter teil, die deutlich machten, dass das Theater in der Region fest verwurzelt sei.

17.05 Uhr: Jetzt ist es soweit: Das Wahlverfahren beginnt. Oberbürgermeisterin Barbara Rinke erläutert noch einmal das Verfahren der Ausschreibung. Sitzungsleiter Dr. Klaus Zeh (CDU) beschreibt das eigentliche Wahlverfahren. Da es einen Kandidaten gibt, muss der Kandidat mehr als die Hälfte der stimmberechtigten anwesenden Stadräte erhalten. Das sind im Fall von Matthias Jendricke 19 Stimmen, die für ihn votieren. Auch müsse über die Gestaltung des Stimmzettels abgestimmt werden. Die Mehrheit votierte für die Variante mit "Ja" und "Nein" auf dem Zettel.

17.10 Uhr: Kandidat Matthias Jendricke stellt sich und seine Vision vor. Der 38jährige ist seit einem Jahr verheiratet und seit sechs Wochen stolzer Vater. Nach dem Studium ging es fast nathlos in die kommunale Verwaltung - erste Station war die Kreisverwaltung, hier war er Vizelandrat. Bereits während des Studiums engagierte sich Jendricke in der kommunalen Politik (Kreistag, Stadtrat). Seit dem Jahr 2005 ist Jendricke Bürgermeister der Stadt Nordhausen.

17.30 Uhr: Der eigentliche Wahlgang beginnt, die Zettel werden verteilt.

17.40 Uhr: Dr. Klaus Zeh verkündet das Ergebnis: Für Jendricke stimmten 17 mit Ja, das reichte nicht für Jendricke. Er ist nicht gewählt.

17.43 Uhr: Norbert Klodt (CDU) beantragte, dass die Wahl abgebrochen wird, ein weiterer Wahlgang in einer weiteren Sitzung des Stadtrates durchgeführt wird. Außerdem beantragte Klodt eine erneute Ausschreibung, die mehr Kandidaten durch ein offeneres Anforderungsprofil zulasse. Andreas Wieninger beantragte dazu eine geheime Wahl. Das wurde vom Stadtrat abgelehnt. Die beiden Klodt-Anträge fanden eine deutliche Mehrheit.

17.50 Uhr: Rainer Bachmann gibt eine Erklärung ab und kritisiert das Verfahren der Ausschreibung. Vor allem hätte man sich mit den Fraktionen des Stadtrates zusammensetzen müssen. Die Ausschreibung sei lediglich auf Herrn Jendricke zugeschnitten gewesen.

Dem widersprach Barbara Rinke und verwies darauf, dass sie "Herr der Ausschreibung" ist. Davon werde sie nicht abgehen, vor allem nicht von den Kriterien. Außerdem habe niemand mit ihr das Gespräch gesucht.

Uwe Chour lobte Jendricke als sehr kompetenten Menschen, er sei schockiert ob des Ergebnisses gewesen. Demokratie müsse man aller Konsequenz leben.

Norbert Klodt (CDU) verwies auf das Interesse der Stadt Nordhausen und darauf, dass sich mehr als eine Person bewerben kann.

Volker Fütterer (SPD) zollte der Abstimmung als demokratischen Wahlakt seinen Respekt.
Autor: nnz

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Kommentare
wir4
24.11.2010, 18:52 Uhr
Nur 17 !
Da gibt es in der Nordhäuser Kommunalpolitik endlich einmal einen Menschen mit Charisma und einem Alter welches Jung und Alt vertritt und schon gibt es Querdenker, die nur Angst davor haben von den Bürgernahen vertrieben zu werden und ihre festgesessenen Posten zu verlieren, weil sie schon seit längerem überhaupt nicht mehr dem Bürger nah sind.

Herr Jendricke ist mit Gewissheit eine gehobenere Persönlichkeit mit Visionen und Taten, die unserer Stadt nur gut täten.
Schade das Eigennutz bei den meisten und erst Recht bei denen die unter dem Namen von Gemeinnutz ihre "Schäfchen" sichern wollen.

Ich wünschte mir das es endlich einmal wieder einen Ruck in den Köpfen der Menschen gibt und sie sich dessen besinnen was sie vor 20 Jahren bewirkt haben. Weg mit den Vertretern, die nur noch beisitzen, weil sie ihr persönliches Glück sichern wollen.
Pe_rle
24.11.2010, 18:58 Uhr
Abstrafung
Endlich mal haben sich die Stadtverordneten dazu durch gerungen das zu tun wozu sie vom Volk verdonnert wurden,"Ehrlich zu Wählen".

Es kann nicht sein,das man im Alleingang einen Kandidaten festsetzt und den dann auch noch gewählt haben will.

Die heutige Wahl hat gezeigt das so mancher der jetzt noch fest im Sattel sitzt eine gehörige Portion Überlebenstraining absolvieren muß,um die nächsten anstehenden Wahlen zu überstehen.

Es kann nicht weiter so sein das alles nickt wenn eine was sagt. Demokratie sieht anders aus
Nervensäge
24.11.2010, 20:25 Uhr
Überfällige Abwahl !
Weder charismatisch noch kompetent. Nach fünf Jahren als Bürgermeiser wird Herr Jendricke der Stadt Nordhausen nichts hinterlassen als ein paar Pressefotos auf Elefanten oder in Seifenkisten, seinen Gesäßabdruck und ein Aufatmen in der Nordhäuser Stadtverwaltung.

Er hat seine Zeit überwiegend genutzt, um Intrigen zu spinnen, nicht aber um als Bürgermeister zum Wohle der Stadt zu wirken. Das soll sich nun nach dem Willen der Stadträte ändern.
Linki
24.11.2010, 20:34 Uhr
Demokratischer Erfolg
Na das nenne ich mal einen demokratischen Erfolg.
Ohrfeige für die SPD und Jendricke...
... und wieder haben die den Knall nicht gehört. Bleibt nur zu hoffen, dass der Stadtrat sich durchsetzt und ein Ausschreibungsverfahren für mehrere Bewerber auf den Weg bringt.

Tja, Herr Jendricke so ist das, hoffentlich sind Sie in der Lage mit dieser demokratischen Entscheidung auch professionell umzugehen.
Peppone
24.11.2010, 21:17 Uhr
Klappe, die Erste,
Szene ist im Kasten. Noch läuft alles nach Drehbuch. Die Löwen der „Opposition“ durften heute mal brüllen. Das sind sie ihren Fans (Wählern) ganz einfach schuldig.

Interessant wird es erst in Szene 2. Mein Tipp, die Dompteuse haut mit der Peitsche und mit widerwilliger Mine setzen sich die Löwen auf ihre Plätzchen. Das Publikum klatscht, feiert die Dompteuse und jeder hat die artigen Löwen lieb. Das ist Zirkus von Feinsten!

Zitat: „Die ganze Welt ist eine Bühne und alle Frau’n und Männer bloße Spieler.“ * (*William Shakespeare – Autor solcher Tragödien wie ‚Macbeth‘, genialer Dramatiker und Kenner der Menschheit)

Aber vielleicht gibt es ja wirklich noch eine Szene 3. Würde mich freuen liebe Stadträte. ;-)
Akademiker
24.11.2010, 21:50 Uhr
Kompetenz kommt von Können...
Aus meiner Sicht hat der jetzige Bürgermeister eine gute Arbeit für die Stadt geleistet. Daher stimmt es nun nachdenklich, dass auf Wunsch von Herrn Klodt die Ausschreibungskriterien nach unten korrigiert werden sollen. Da fragt man sich doch, wer oder was dabei herauskommen soll?
Roland82
24.11.2010, 22:22 Uhr
erbärmliche Haltung der Grünen
Das ist schon mehr als verwunderlich!! Die Grünen in Nordhausen spielen sich ja oft als die einzigsten Vertreter der wahren Demokratie auf! Als aber heute im Stadtrat eine Mehrheit dafür stimmte, dass es endlich eine einigermaßen demokratische Auschschreibung für den Posten des ersten Beigeordnetenposten geben soll, stimmten die Grünen dagegen!!!!

Womit haben Frau Rinke oder Herr Jendricke die Grünen "gekauft", dass die so ein erbärmliches Abstimmungsverhalten zeigten! Ich sage nur: Augen auf bei den Grünen!! Die sind käuflich!!!!
TeeEff
25.11.2010, 00:35 Uhr
Der Herr Zweitwohnsitzsteuer...
aka Herr Studentenabzocksteuer hat also eine kleine Quittung gekriegt. Wie unheimlich tragisch!

Respekt vor dem Mut der Stimmberechtigten - es wäre wünschenswert sie würden sich so etwas öfter trauen und nicht so oft kritiklos der Vorgabe folgen!

Man darf nun gespannt sein, ob man nicht doch jemand besseren findet - was nicht so schwer sein dürfte und dann die nötigen Stimmen auf ihm oder ihr vereinigen kann.

Neue Männer (und Frauen) braucht das Land und die Stadt keinen Intrigenspinner, der längst auf höhere und lukrativere Posten schielt und seinen Job an den Bürgern nur als (politisches?) Sprungbrett sieht.

Nur: warum aber wählt man den Bürgermeister nicht eh viel direkter?
altmeister
25.11.2010, 13:50 Uhr
Demokratie
Da haben wir es nun. Die Vetreter unserer Meinung haben nicht nach der Pfeife der Oberen getanzt! Es ist gut so wie es gekommen ist, von mehreren Seiten wurde die Stellenausschreibung als sehr "Personenbezogen" empfunden und auch kund getan.

Warum sollte sich die Situation zum Nachteil ändern, nur weil eine offenere und dann wohl auch bessere Ausschreibung erarbeitet wird? Geht es hier nur darum einer einzelnen Person eine politische / berufliche Karriere wie auf Schienen zu basteln?

Das ist ein Schlag in´s Gesicht so vieler, die auch berufliche und persönliche Nachteile zu spüren haben!

Nordhausen braucht Ideen, neue Impulse und keinen Personenkult. Dieses Gejammer, dass Herr Jendricke das Schicksal so vieler anderer Wahlbeamter teilt, ist nicht zu verstehen!
denk-mal
25.11.2010, 18:30 Uhr
Warum wohl ?
können ist das eine, soziales verhalten das andere. hier geht es nicht um machtspielchen oder ums muskeln zeigen, hier geht es darum, dass ein derartiges überhebliches sozialverhalten innerhalb der verwaltung und gegenüber den mitgliedern des stadtrates, eben auf dauer nicht hingenommen werden kann.

allein seine vorstellung als kandidat im stadtrat anlässlich seiner kandidatur machte deutlich, dass ihm es nicht um ein miteinander geht, sondern um die eigene selbstdarstellung gemäß seinem slogan von der letzten kommunalwahl "das haben wir gemacht"

so hörte sich seine selbstdartsellung an wie "das habe ich gemacht" nicht einmal der kleinste hinweis kam, dass er MIT den stadträten etwas erreicht hat, sondern nur er. das hat wahrscheinlich den letzten, der noch im zweifel war ob er für ihn stimmen sollte davon überzeugt besser nicht für ihn zu sein.es ist allerdings beruhigend zu beobachten, dass derartige äußerungen mit dem inhalt "das habe ich gemacht" dafür sorgen, dass sich eine abkehr von ihm seitens der stadträte bei derm nächsten wahlgang wiederholen könnte.
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