Fr, 10:58 Uhr
14.03.2003
Der Kanzler hat gesprochen (2)
Nordhausen (nnz). Auszüge aus der Rede von Bundeskanzler Gerhard Schröder in einem weiteren Teil. Diesmal geht es um einschneidende Korrekturen im Gesundheitswesen.
Die Bundesregierung will im Gesundheitswesen einschneidende Kurskorrekturen vornehmen. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sagte vor dem Bundestag in Berlin, das Gesundheitssystem stecke in einer Krise und sei verkrustet wie kaum ein anderer Bereich der Gesellschaft. Ziel der Regierung sei, die Krankenversicherungsbeiträge unter 13 Prozent zu drücken.
Im Gesundheitsbereich würden mittlerweile 20 Prozent der Kosten durch Über- und Fehlversorgung verursacht, kritisierte der Kanzler. Dennoch beharrten einzelne Gruppen auf ihren partiellen Interessen. Mittlerweile habe dadurch eine Mentalität der Selbstbedienung das Gefühl der Solidarität verdrängt. Ein Umdenken aller Akteure sei nun notwendig, verlangte Schröder.
Für uns bleibt es beim Grundsatz: Jeder erhält die notwendige
medizinische Versorgung unabhängig vom Alter und Einkommen, sagte der Kanzler weiter. Deshalb werde auch am System der solidarischen Krankenversicherung festgehalten. Eine klare Absage erteilte Schröder zudem Plänen, bestimmte Leistungen wie Zahnersatz und Zahnbehandlung nicht mehr durch die Kassen zahlen zu lassen. Ich möchte nicht, dass man den sozialen Status wieder an den Zähnen ablesen kann, sagte er. Auch die Forderung, private Unfälle aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen zu streichen, sei zweifelhaft. Damit würde vor allem der Breitensport getroffen. Privat versichert werden solle hingegen künftig das Krankengeld.
Weitergeführt werden laut Schröder die verschiedenen Formen der Eigenbeteiligung, die die Versicherten zu kostenbewussten Verhalten anhalten. Von den differenzierten Praxengebühren und Selbstbehalten würden jedoch Menschen mit geringen Einkommen, Kinder und chronisch Kranke ausgenommen.
Autor: nnzDie Bundesregierung will im Gesundheitswesen einschneidende Kurskorrekturen vornehmen. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sagte vor dem Bundestag in Berlin, das Gesundheitssystem stecke in einer Krise und sei verkrustet wie kaum ein anderer Bereich der Gesellschaft. Ziel der Regierung sei, die Krankenversicherungsbeiträge unter 13 Prozent zu drücken.
Im Gesundheitsbereich würden mittlerweile 20 Prozent der Kosten durch Über- und Fehlversorgung verursacht, kritisierte der Kanzler. Dennoch beharrten einzelne Gruppen auf ihren partiellen Interessen. Mittlerweile habe dadurch eine Mentalität der Selbstbedienung das Gefühl der Solidarität verdrängt. Ein Umdenken aller Akteure sei nun notwendig, verlangte Schröder.
Für uns bleibt es beim Grundsatz: Jeder erhält die notwendige
medizinische Versorgung unabhängig vom Alter und Einkommen, sagte der Kanzler weiter. Deshalb werde auch am System der solidarischen Krankenversicherung festgehalten. Eine klare Absage erteilte Schröder zudem Plänen, bestimmte Leistungen wie Zahnersatz und Zahnbehandlung nicht mehr durch die Kassen zahlen zu lassen. Ich möchte nicht, dass man den sozialen Status wieder an den Zähnen ablesen kann, sagte er. Auch die Forderung, private Unfälle aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen zu streichen, sei zweifelhaft. Damit würde vor allem der Breitensport getroffen. Privat versichert werden solle hingegen künftig das Krankengeld.
Weitergeführt werden laut Schröder die verschiedenen Formen der Eigenbeteiligung, die die Versicherten zu kostenbewussten Verhalten anhalten. Von den differenzierten Praxengebühren und Selbstbehalten würden jedoch Menschen mit geringen Einkommen, Kinder und chronisch Kranke ausgenommen.

