Do, 10:30 Uhr
13.03.2003
Keine Kultur-Nullnummer
Nordhausen (nnz). Nordhausen will – trotz knappster Kassen – in diesem Jahr und danach deutlich mehr für Kultur ausgeben. Damit das Geld auch sinnvoll angelegt werden kann, leistet sich die Stadtverwaltung jetzt einen Experten. Der nennt sich Kultur-Management-Berater und kommt aus der Kulturstadt Hannover. Mehr Details zur Kultur-Zukunft der Rolandstadt wie immer in Ihrer nnz.
Gute Kulturarbeit: das heißt nicht, von der Hand in den Mund leben, alles laufen zu lassen. Gute Kulturarbeit bedeutet, das konzeptionelle Heft in der Hand zu behalten – auch und vor allem in finanziell schwierigen Zeiten. Dafür muss man sich Klarheit verschaffen: Was hat Nordhausen an Kultur ? – Was will Nordhausen auch künftig an Kultur? Dabei helfe ich. Grundlage dieser Arbeit ist das - heutzutage durchaus mutige - Bekenntnis der Stadt, die sogenannte freiwillige Aufgabe Kultur weiterzuführen und die Mittel dafür auch nicht zu kürzen.
So beschreibt Kultur-Management-Berater Professor Werner Hartung aus Hannover die Details seines Auftrags, den er für und mit der Stadt Nordhausen in den nächsten Monaten erledigt: Das Erstellen eines Kulturkonzept-Entwurfes. Der soll bis Juli fertig sein, dann wird er im Stadtrat diskutiert. Das Konzept werde konkret sein und zum Beispiel Förderkriterien ebenso benennen wie Orientierungshilfen für Strukturentscheidungen oder Vorschläge, wie sich Strukturen ändern könnten. Auch gehe es um den Vorschlag eines kulturellen Leitbildes für Nordhausen.
Auftakt für die Erstellung des Konzeptes war das Nordhäuser Stadtgespräch zum Thema Kultur im Februar. Inzwischen laufe gemeinsam mit den Mitarbeitern des städtischen Kulturamtes die Erhebung und Analyse aller Kulturangebote – öffentlich und privat, ehren- oder hauptamtlich, für jung oder alt. Allein die ersten Schritte bei der Erfassung haben schon `Aha-Effekte´ gebracht, sagte Hartung. Zur Bewertung der Angebote habe es sowohl Gespräche mit einzelnen Anbietern von Kulturleistungen gegeben, als auch den Blick in bereits vorhandene Konzepte und auf gelaufene Debatten – wie zum Beispiel zum Theater oder zur weiteren Museumsentwicklung. Bei der Erhebung spielen weniger Absichtserklärungen oder Satzungen von Vereinen und Verbänden eine Rolle: Wir wollen vielmehr wissen und analysieren, was tatsächlich läuft. Hinzugezogen würden auch – nach offizieller Fertigstellung - die Ergebnisse der Bürgerumfrage.
Der Analyse diente auch ein erster Workshop im Museum Flohburg. Quer durch die Bank waren bewusst sehr unterschiedliche Sichtweisen vertreten – Verwaltungsspitze, Stadträte, Ortsteilbürgermeister, Träger der Jugendarbeit, Vertreter des Theaters, der Jugendkunstschule bis hin zu freien Künstlern und Kunsthistorikern, sagte Hartung.
Bei diesem Treffen sei es in erster Linie um eine Selbstverortung der Stadt in Sachen Kultur gegangen - zum Beispiel: Kann sich Nordhausen Kulturstadt nennen? Welche Rolle kann das historische Erbe der Stadt spielen? Bieten Themen wie Hanse, Reformation, Roland-Stadt oder Industriekultur Anknüpfungspunkte für Kultur-Angebote? Wohin sollte sich Nordhausen orientieren: Richtung Harz? Als mögliches strategisches Ziel wurde genannt, dass Nordhausen die wenigen Besonderheiten, aber auch das Alltägliche in seiner besonders guten Qualität herausstellen und inszenieren müsse. Dabei gehe es keineswegs nur um die 'Vermarktung' der Nordhäuser Kultur nach außen – zum Beispiel an Touristen –, sondern vor allem nach innen: als Angebot für die hier lebenden Menschen.
Der Schwerpunkt des nächsten Workshops sei das Ehrenamt. Dabei sollten vor allem Möglichkeiten der Zusammenarbeit geprüft werden. Tendenziell mehr als andere Städte gleicher Struktur und Größe. Kultur ist hier keine Null-Nummer – so bewertet Professor Hartung das Kultur-Angebot in Nordhausen. Er kenne die Stadt schon seit Mitte der 90er Jahre von einer zweitätigen Kurzberatung und von der Teilnahme an den ersten Diskussionen zur Museumskonzeption im Jahr 2000. Eines sei ihm aufgefallen: Die hohe Akzeptanz der Kultur bei den Menschen, die in Nordhausen leben.
Autor: nnz
Gute Kulturarbeit: das heißt nicht, von der Hand in den Mund leben, alles laufen zu lassen. Gute Kulturarbeit bedeutet, das konzeptionelle Heft in der Hand zu behalten – auch und vor allem in finanziell schwierigen Zeiten. Dafür muss man sich Klarheit verschaffen: Was hat Nordhausen an Kultur ? – Was will Nordhausen auch künftig an Kultur? Dabei helfe ich. Grundlage dieser Arbeit ist das - heutzutage durchaus mutige - Bekenntnis der Stadt, die sogenannte freiwillige Aufgabe Kultur weiterzuführen und die Mittel dafür auch nicht zu kürzen.So beschreibt Kultur-Management-Berater Professor Werner Hartung aus Hannover die Details seines Auftrags, den er für und mit der Stadt Nordhausen in den nächsten Monaten erledigt: Das Erstellen eines Kulturkonzept-Entwurfes. Der soll bis Juli fertig sein, dann wird er im Stadtrat diskutiert. Das Konzept werde konkret sein und zum Beispiel Förderkriterien ebenso benennen wie Orientierungshilfen für Strukturentscheidungen oder Vorschläge, wie sich Strukturen ändern könnten. Auch gehe es um den Vorschlag eines kulturellen Leitbildes für Nordhausen.
Auftakt für die Erstellung des Konzeptes war das Nordhäuser Stadtgespräch zum Thema Kultur im Februar. Inzwischen laufe gemeinsam mit den Mitarbeitern des städtischen Kulturamtes die Erhebung und Analyse aller Kulturangebote – öffentlich und privat, ehren- oder hauptamtlich, für jung oder alt. Allein die ersten Schritte bei der Erfassung haben schon `Aha-Effekte´ gebracht, sagte Hartung. Zur Bewertung der Angebote habe es sowohl Gespräche mit einzelnen Anbietern von Kulturleistungen gegeben, als auch den Blick in bereits vorhandene Konzepte und auf gelaufene Debatten – wie zum Beispiel zum Theater oder zur weiteren Museumsentwicklung. Bei der Erhebung spielen weniger Absichtserklärungen oder Satzungen von Vereinen und Verbänden eine Rolle: Wir wollen vielmehr wissen und analysieren, was tatsächlich läuft. Hinzugezogen würden auch – nach offizieller Fertigstellung - die Ergebnisse der Bürgerumfrage.
Der Analyse diente auch ein erster Workshop im Museum Flohburg. Quer durch die Bank waren bewusst sehr unterschiedliche Sichtweisen vertreten – Verwaltungsspitze, Stadträte, Ortsteilbürgermeister, Träger der Jugendarbeit, Vertreter des Theaters, der Jugendkunstschule bis hin zu freien Künstlern und Kunsthistorikern, sagte Hartung.
Bei diesem Treffen sei es in erster Linie um eine Selbstverortung der Stadt in Sachen Kultur gegangen - zum Beispiel: Kann sich Nordhausen Kulturstadt nennen? Welche Rolle kann das historische Erbe der Stadt spielen? Bieten Themen wie Hanse, Reformation, Roland-Stadt oder Industriekultur Anknüpfungspunkte für Kultur-Angebote? Wohin sollte sich Nordhausen orientieren: Richtung Harz? Als mögliches strategisches Ziel wurde genannt, dass Nordhausen die wenigen Besonderheiten, aber auch das Alltägliche in seiner besonders guten Qualität herausstellen und inszenieren müsse. Dabei gehe es keineswegs nur um die 'Vermarktung' der Nordhäuser Kultur nach außen – zum Beispiel an Touristen –, sondern vor allem nach innen: als Angebot für die hier lebenden Menschen.
Der Schwerpunkt des nächsten Workshops sei das Ehrenamt. Dabei sollten vor allem Möglichkeiten der Zusammenarbeit geprüft werden. Tendenziell mehr als andere Städte gleicher Struktur und Größe. Kultur ist hier keine Null-Nummer – so bewertet Professor Hartung das Kultur-Angebot in Nordhausen. Er kenne die Stadt schon seit Mitte der 90er Jahre von einer zweitätigen Kurzberatung und von der Teilnahme an den ersten Diskussionen zur Museumskonzeption im Jahr 2000. Eines sei ihm aufgefallen: Die hohe Akzeptanz der Kultur bei den Menschen, die in Nordhausen leben.

