IHK: Marke geknackt
Die psychologische wichtige Marke ist geknackt. 98.707 Arbeitslose – 3.604 weniger als im September – meldete heute die Agentur für Arbeit für den Freistaat Thüringen. Und was sagt die Thüringer Wirtschaft dazu...
Die Arbeitslosenquote beträgt 8,3 Prozent. Im Vergleich zum Oktober des Vorjahres (10,1 Prozent) ist die registrierte Arbeitslosigkeit sogar um 21.741 gesunken.
Erstmals nach der Wende hat der Thüringer Arbeitsmarkt im Oktober eine wichtige Schallmauer durchbrochen und die Arbeitslosenzahl ist unter die psychologisch wichtige Marke von 100.000 gerutscht.
Der kräftige Herbstaufschwung in der Wirtschaft macht dieses kleine Jobwunder möglich, erklärt Dieter Bauhaus, Präsident der Erfurter Industrie- und Handelskammer (IHK). So würden in der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK die Beschäftigungspläne der Unternehmen deutlich nach oben zeigen. Immerhin wollten 88 von 100 Firmen ihren Mitarbeiterbestand erweitern oder zumindest auf hohem Niveau konstant halten.
Das ist ein sicheres Zeichen, dass die Betriebe dem Aufschwung vertrauen und mit seiner Fortsetzung im nächsten Jahr fest rechnen, so Bauhaus. Die Firmen hätten ihre Hausaufgaben gemacht und seien gestärkt aus der Krise gekommen. Mit einem Plus von 0,5 Prozent liege die Entwicklung der Thüringer Erwerbstätigen im 2. Vierteljahr 2010 sogar über dem Bundesdurchschnitt.
Damit aber aus dem Aufschwung nicht nur ein Strohfeuer wird, müssen wir jetzt beim absehbaren Fachkräftemangel zügig reagieren, betont der IHK-Präsident. So sollte das Know how der Älteren wieder mehr genutzt werden. Menschen mit langjähriger Berufserfahrung einzustellen, sei nicht nur eine gesellschaftliche Aufgabe, sondern zukünftig eine Frage des
Überlebens für die Unternehmen. Erfreulicherweise verlaufe die Entwicklung da schon positiv. So wäre die Zahl der Arbeitslosen im Alter zwischen 55 und 65 in den letzten zehn Jahren um die Hälfte gesunken.
Autor: nnz
Kommentare
Retupmoc
28.10.2010, 14:13 Uhr
Es wird langsam lächerlich
Nicht mal Honeckers Schergen haben so konsequent Zahlen verdreht und geschwindelt. Die Frau Leyen stellt sich werbewirksam hin und behauptet Deutschland hätte weniger als 3 Millionen Arbeitslose. Und in Thüringen machen Sie den ganzen selben sinnlosen Senf mit. Morgen kommt dann noch Herr Müller von der Arge in Nordhausen und behauptet in der Stadt gäbe es nur noch 100 Arbeitslose ?
Leider liegen mir die tatsächlichen Zahlen vom Oktober erst nächste Woche vor, hier zu Volksbelustigung einmal die VON DER BA selbst genannten tatsächlichen Zahlen und wie beim Rechnen gelogen und betrogen wird:
Tatsächliche Arbeitslosigkeit
Schlechte Meldungen kann auch die Regierung nicht gebrauchen. Deshalb bleibt sie wie die alte dabei, die Arbeitslosenzahlen schön zu rechnen. Arbeitslose, die krank sind, einen Ein-Euro-Job haben oder an Weiterbildungen teilnehmen, werden bereits seit längerem nicht als arbeitslos gezählt. Fast alle Arbeitslosen, die älter als 58 sind, erscheinen nicht in der offiziellen Statistik. Im Mai 2009 kam eine weitere Ausnahme hinzu: Wenn private Arbeitsvermittler tätig werden, zählt der von ihnen betreute Arbeitslose nicht mehr als arbeitslos, obwohl er keine Arbeit hat.
Wer die tatsächliche Arbeitslosigkeit erfassen will, muss ehrlich rechnen. Dazu sagte der damalige Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) am 4. Juni 2009 in der Fernsehsendung Panorama: "Alles, was an Effekten durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen entsteht, wird jedes Mal zusammen mit der Arbeitsmarktstatistik veröffentlicht. ... Ich glaube, dass man sich auf die Seriosität dieses Prozesses verlassen kann." Wer anders rechnen wolle, könne ja "seine Zahl veröffentlichen - und dazu ein Flugblatt drucken." Das tun wir gern. Hier ist die tatsächliche Zahl, die allein auf amtlichen Daten der Statistik der Bundesagentur für Arbeit beruht. Im Juni 2010 sind 4,33 Millionen Menschen arbeitslos. Zeit zu handeln statt zu tricksen.
September 2010
Tatsächliche Arbeitslosigkeit im September 2010: 4.161.904
Offizielle Arbeitslosigkeit 3.031.354
Nicht gezählte Arbeitslose 1.130.550
Sissi
28.10.2010, 14:32 Uhr
Wieso dann so viele Hartz IV Empfänger
Wenn die Arbeitslosenzahlen unter 3 Millionen sind, warum gibt es dann über 7 Millionen Hartz IV Empfänger ????????????????????????????????????
Schon komisch.
TeeEff
28.10.2010, 22:32 Uhr
Schland o Schland...
und das Sparpaket wurde auf dieser Triumph-Welle gerade durchgewunken. Noch 1 Jahr warten und auch die 2,95 Mio sind aus der Statistik raus und Langzeitarbeitslose oder neudeutsch Hartz4-Empfänger und wir haben nach offizieller Verlautbarung Vollbeschäftigung!
Man feiert den niedrigsten Arbeitslosenstand seit 18 Jahren - nur berechnet ganz anders. Das ist doch vollkommen irre! Des Kaisers neue Kleider - und die großen Medien schweigen nicht nur, nein sie verkünden das neue Zahlenevangelium lautstark!
Man hätte von Frau Leyen gestern in den Tagesthemen einfach fordern sollen, bei so guter Stimmung, diese Sparaket weg zu lassen - denn wozu ja auch? Aber das trauen sich die Staatsmedien, die nun auch bald von allen komplett unumgehbare Zwangsgebühren verlangen, nicht.
Deutschland im Herbst!
Retupmoc
04.11.2010, 13:27 Uhr
Die nicht ganz geschönten Arbeitslosenzahlen für Oktober
wollte ich dann auch noch nachreichen. Ja Frau Laien (es ist absichtlich falsch geschrieben) - Ihre Taschenspielertricks gehen wohl nicht ganz auf? Unter 3 Mille? Das ich nicht lache. Aber Schuld haben Sie ja selber. Warum lassen Sie auch die Agentur für Arbeit die realen Zahlen auch veröffentlichen? Auch wenns intern ist und nicht in der ARD zur besten Sendezeit? Weil Sie nicht kompetent sind vielleicht....
Hier ist die tatsächliche Zahl, die allein auf amtlichen Daten der Statistik der Bundesagentur für Arbeit beruht. Im Oktober 2010 sind 4,1 Millionen Menschen arbeitslos. Zeit zu handeln statt zu tricksen.
Oktober 2010
Tatsächliche Arbeitslosigkeit im Oktober 2010: 4.090.354
Offizielle Arbeitslosigkeit 2.945.491
Nicht gezählte Arbeitslose 1.144.863
Nicht gezählte Arbeitslose aufgeschlüsselt:
Älter als 58, beziehen Arbeitslosengeld II: circa 360.000
Älter als 58, beziehen Arbeitslosengeld I (§ 428 SGB III): 544
Ein-Euro-Jobs (Arbeitsgelegenheiten): 328.472
Berufliche Weiterbildung: 212.322
Eignungsfeststellungs- und Trainingsmaßnahmen (z. B. Bewerbungstraining): 47
Aktivierung und berufliche Eingliederung (z. B. Vermittlung durch Dritte): 185.670
Beschäftigungszuschuss (für schwer vermittelbare Arbeitslose): 29.042
Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen: 2.248
Kranke Arbeitslose (§126 SGB III): 26.518
Quellen: Bundesagentur für Arbeit: Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Deutschland. Monatsbericht Oktober 2010, Seite 67. Die dort aufgeführte Altersteilzeit sowie Gründungszuschüsse und sonstige geförderte Selbstständigkeit haben wir in der Tabelle nicht berücksichtigt. Die dort ebenfalls aufgeführten älteren Arbeitslosen, die gemäß § 53a Abs. 2 SGB II nicht als arbeitslos zählen, sind enthalten in der ersten Gruppe der Tabelle (Älter als 58, beziehen Arbeitslosengeld II). Diese große Gruppe der älteren ALG II-Bezieher, die nicht als arbeitslos gelten, ist nicht im Monatsbericht ausgewiesen, sondern in einer Sonderpublikation der Bundesagentur für Arbeit: Analyse der Grundsicherung für Arbeitsuchende Oktober 2010, Seite 17. Die genaue Zahl für diese Gruppe wird jeweils mit viermonatiger Verzögerung publiziert.
WR-NDH
04.11.2010, 15:11 Uhr
Arbeitslose Nordhausen
Die echten Arbeitslosenzahlen des Monates Oktober für den Bereich der Agentur Nordhausen sind aus dem Arbeitsmarktbericht 10-2010, veröffentlicht auf der Internetseite der Arbeitsagentur NDH, entnehmbar.
Leider muß man sich die Zahlen selbst heraussuchen.
Nach meinem Verständnis ist hier die Arbeitslosigkeit um 221 Personen d.h. um 0,8 Prozent angestiegen.
Entweder sehe ich das falsch, dann wäre es schön wenn man die Zahlen "kollegenfreundlich" aufbereiten würde, oder aber in Nordhausen machen alle Verantwortlichen die Schwindelei bewußt mit.
Retupmoc
04.11.2010, 15:34 Uhr
Bürgerarbeit
Die Zahlen müssten eigentlich um 500 gesunken sein, da so viele Arbeitslose gerade für die Bürgerarbeit 50 + gecastet werden und somit trotz Arbeitslosigkeit aus der Berechnung gefallen sind.
WR-NDH
04.11.2010, 21:34 Uhr
minus Bürgerarbeit + weitere Arbeitslose
vielleicht stehen denen, die zur Bürgerarbeit 50+ zählen und den in Rente gegangenen Bürgern noch mehr zusätzlich arbeitssuchend gemeldete Personen gegenüber? Wer weiß das? Vielleicht die zweite Beigeordnete des Landrates, vielleicht die Spitzen der im Kreis etablierten Parteien?
Mir wäre wohler, wenn ich anstelle der 3 Fragezeichen Antworten hätte, habe ich leider nicht und gebe die Fragen daher an die im Kreistag vetretenen Parteien weiter.
TeeEff
05.11.2010, 07:42 Uhr
Vertraut doch bitte der von der Leyen!
Die wird doch nicht schwindeln oder tricksen! Schliesslich ist sie in der Regierung und hat einen Amtseid geleistet! Auch die Beamten und Angestellten der ArGe werden nicht irren!
Es gibt hier also nichts zu sehen - gehen Sie weiter Bürger! Das trotz angeblich über 60 Mrd zusätzlichen Steuereinahmen das Sparpaket durchgewunken wurde...hat nichts zu sagen! Die Wirtschaft brummt - der Aufschwung ist da!
Gehen Sie weiter Bürger!
JETZT! Sonst müssen wir Pfefferspray und Wasserwerfer einsetzen!
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