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Di, 14:24 Uhr
12.10.2010

HU 200 - „Das moderne Original“

Dieser Tage traf in unseren Breiten eine Einladung zu einer Ausstellungseröffnung ein, die am 25. Oktober im Lichthof der Humboldt-Universität zu Berlin stattfinden wird. Dazu eine Betrachtung von nnz-Autorin Heidelore Kneffel...

Einladung nach Berlin (Foto: privat) Einladung nach Berlin (Foto: privat)
Die Künstlerin Ruth Tesmar, die in der „Dichterstätte“ in Limlingerode 2007 ihre Collagen zur Lyrik Sarah Kirschs vorstellte, zeigt eine Bildfolge von 22 Assemblagen zu dem Thema: „Itinera litterarum: Auf Schreibwegen mit Wilhelm von Humboldt“. Dazu erschien ein Buch gleichen Titels mit drei Textbeiträgen, das bereits 2009 herauskam und in der Auleber Ausstellung bereits zu sehen ist.

Die Einladung zur Ausstellung zeigt eine Bild-Erfindung der Künstlerin, auf der u. a. ein handschriftlicher Brief Carolines an Wilhelm zu sehen ist, den sie am 22. Juni 1790 anlässlich des Geburtstages des geliebten Mannes in Auleben verfasste. Er umfasst fast fünf Seiten und erzählt neben den Darstellungen ihrer Gefühle zu Wilhelm und zum Leben mit ihm einiges über die Ereignisse im Schloss, das ihrer Familie gehört, und im Dorf.

Auch in Berlin ist bekannt, dass es in Auleben in der Goldenen Aue eine Dauerausstellung über das Ehepaar Wilhelm und Caroline von Humboldt mit ihren Kindern im „Humboldtzimmer“ gibt, die vor wenigen Monaten komplett erneuert wurde, denn die Humboldtforschung ist sehr rege, und in dem Dorf an den Hängen der Windleite möchte man aktuell sein.

Bereits seit 2009 finden an der nach den Humboldtbrüdern Wilhelm und Alexander von Humboldt benannten Universität in Berlin zahlreiche Veranstaltungen statt, die an die Gründung der Universität erinnern. Hauptgedanken dabei sind: „Geschichte erleben. Wissen erfahren. Zukunftsideen entdecken.“

Im Jahr 1809 bittet Wilhelm von Humboldt, der im preußischen Staatsdienst tätig ist, den König Friedrich Wilhelm III. um die Einrichtung einer Universität. Der König willigt ein. Humboldt entwickelt in erstaunlich kurzer Zeit ein Universitätskonzept, das Reformideen Schleiermachers und Fichtes einbezieht. Sehr schnell, schon 1810, beginnt der reguläre Lehrbetrieb.

Zu den Professoren der Anfangsjahre gehörte auch der mit der Familie Humboldt befreundete Gelehrte Friedrich August Wolf, aus Hainrode stammend. Er hatte Jahre an der Universität Halle gelehrt und von dort die Humboldts zum Weihnachtsfest 1792 in Auleben mehrere Tage besucht, wo die junge Familie mit ihrer erstgeborenen Tochter Karoline 8 Monate lebte.

In einem Brief, den Wilhelm von Humboldt 1809 an seine Frau Caroline in Rom schreibt - zu ihr sind seine „Schreibwege“ besonders intensiv -, erfährt sie, dass nicht allein die Universität beschlossene Sache ist und der König das „Heinrichsche Palais“ Unter den Linden dafür zur Verfügung stellt, sondern, dass auch „die beiden Akademien und alle Institute, wie Bibliothek, Sternwarte, Kunstkammer usf. in einer großen Anstalt vereinigt werden.“

Caroline von Humboldt, geborene von Dacheröden, gehörte zu den gebildetsten Frauen ihrer Zeit, ohne dass sie darüber ein Gewese machte. Ihr Vater engagierte einen begnadeten Hauslehrer, Zacharias Becker, der vor allem ihren Bruder etwas lehren sollte. Aber an ihr hatte der Pädagoge eine aufmerksamere Schülerin.

In ihrem Leben lernte Caroline zahlreiche Gelehrte, Literaten, Künstler und Staatsmänner kennen, denen sie eine geachtete Gesprächspartnerin und verehrte Förderin war. Deshalb ist es zu begrüßen, dass aus Anlass des 200jährigen Jubiläums der Universitätsgründung ein „Caroline-von-Humboldt-Preis“ von 15.000 Euro gestiftet worden ist, der am 13. Oktober an der Universität erstmals einer Nachwuchswissenschaftlerin verliehen wird.

Wenn man in unserer Region der berühmten Familie von Humboldt nahe sein will, kann man das Humboldtsche Schloss in Auleben besuchen und zahlreiche anregende Informationen mitnehmen.
Heidelore Kneffel
Autor: nnz

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