eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Do, 15:45 Uhr
27.02.2003

Cohns Enkel zu Gast in Nordhausen

Nordhausen (nnz). Gestern Abend stellte Dr. Ludger Heid sein Buch „Oskar Cohn. Ein Sozialist und Zionist im Kaiserreich und in der Weimarer Republik“ im Museum Tabakspeicher vor. Mit dabei waren auch Dr. Michael Cohn, der Enkel Oskar Cohns und viele Gäste.


Besucher Zur Begrüßung dankte Oberbürgermeisterin Barbara Rinke besonders auch Herrn Dr. Heid, dem es gelungen war, Dr. Cohn aus Israel terminlich in diese Veranstaltung mit einzubinden. Dr. Michael Cohn war bereits vor 11 Jahren auf Einladung des damaligen Bürgermeisters Dr. Manfred Schröter zu Gast in Nordhausen. Die Stadt hätte sich seitdem sehr zum Positiven verändert, sagte er. „Aber besonders bedeutungsvoll finde ich es, dass die Stadt Nordhausen heute an den vor 90 Jahren im Wahlkreis Nordhausen aufgestellten Reichstagskandidaten Oskar Cohn erinnert.“ Das sei wunderbar, sagte er.

Sein besonderer Dank galt in diesem Zusammenhang Dr. Ludger Heid. Er sei derjenige gewesen, der ihn mit seinem Großvater durch seine Recherchen wieder bekannt gemacht hätte. Das vorliegende Buch fülle deshalb nicht nur eine Lücke für die Geschichte der Sozialdemokratie.

In den Auszügen aus seinem Buch stellte Dr. Heid das geschichtlich Besondere an Oskar Cohn dar. So sei er als bekannter und prominenter Politiker zu seiner Zeit zwar bekannt, jedoch bereits zu seinen Lebzeiten quasi vergessen gewesen. Zum einen hinge das mit seiner Flucht vor dem Nationalsozialismus aus Deutschland am 28. Februar 1933 – also vor genau exakt 70 Jahren- zusammen. Zum anderen aber auch damit, dass er sich bereits Mitte der 1920er Jahre aus der aktiven Politik zurückzog und sich ausschließlich um seinen Anwaltsberuf und mit jüdischer Politik beschäftigte. Darüber hinaus war Cohn ein radikaler Pazifist. Heid stellte mit einem Auszug aus einer Rede Cohns gegen den Krieg für die Zuhörer den aktuellen Bezug zur gegenwärtigen politischen Krisenlage in der Welt her.

Zur Rolle Oskar Cohns in Nordhausen - u. a. über seine Besuche in Nordhausen und dem damaligen Schriftverkehr der politisch Verantwortlichen über Oskar Cohn - sprach abschließend Stadtarchivar Dr. Peter Kuhlbrodt.
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)