Fest innen und Fest außen
Dieser 3. Oktober muss gefeiert werden. Mit einem Festakt. Auch in Nordhausen. Im Theater. Wer nicht hineingelassen wird, der bleibt vor einer LED Wand stehen und kann zuhören, was es zu sagen gibt...
Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Deutschen Einheit findet am 3. Oktober, um 19 Uhr, im Nordhäuser Theater eine Festveranstaltung statt. Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) wird an diesem Abend Persönlichkeiten auszeichnen, die in Nordhausen einen besonderen Beitrag zur Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr der Wende leisteten.
Als Festredner konnte Christoph Dieckmann, ein Redakteur der Wochenzeitung "Die Zeit" gewonnen werden. Christoph Dieckmann war schon mehrere Male im Rahmen seiner Lesereisen in Nordhausen, letztmalig erst im Mai 2009, als er sein Buch Mich wundert, dass ich fröhlich bin. Eine Deutschlandreise in der Frauenberger Kirche vorstellte.
Das Programm im Theater wird von Schülern der Kreismusikschule und den Henry’s Jezzmen aus Bochum musikalisch umrahmt. Mit einem kleinen Bürgerfest soll der 3. Oktober in diesem Jahr auch auf dem Nordhäuser Theaterplatz würdig begangen werden.
Ab 16 Uhr wird DJ Sören Partystimmung verbreiten. Eine LED- Wand wird den Festakt aus dem Theater ab 19 Uhr übertragen und danach geht es mit Discomusik weiter. Für das leibliche Wohl wird ebenfalls gesorgt sein. Ein Höhenfeuerwerk wird gegen 22 Uhr die Feier beschließen.
Autor: nnz
Kommentare
Retupmoc
27.09.2010, 16:12 Uhr
Das muß gefeiert werden
Was hält denn die LINKE davon vor dem Theater eine Gegendemo zu veranstalten:
20 Jahre Deutsche Einheit sind nämlich auch:
6 Millionen Arbeitslose
Hunderte Drogentote
Tausende Obdachlose
Löhne von 3,50 Euro
Leiharbeit (Sklavenarbeit)
Ausspionierung durch den BND
Kriegsführung in Ländern wie Afghanistan oder dem Kosovo
Kinderarmut
Hartz 4
Boni für Banker und Co
Abgehobene Politiker
Naziaufmärsche
usw.
usw.
usw.
An diesem Tag könnte das Volk (sonst doch von vielen Politikern nur als Wahlstimmvieh betrachtet) einmal zeigen, das man damit nicht einverstanden ist. Da sind genügend hochrangige Gäste die den Protest auch wahrnehmen würden. Ich rufe hier mit die LINKE auf, tun Sie etwas für das Volk!
L.J.
27.09.2010, 18:35 Uhr
Was wird gefeiert?
Am dritten Oktober 2010 jährt sich zum zwanzigsten mal die "Wiedervereinigung" Deutschlands. - Ein Grund, um auch in Nordhausen zu feiern!?
Von Nord nach Süd, von Ost nach West und im speziellen in Bremen (zentrale "Einheitsfeierlichkeit" der Regierung) wird eine Melange aus Party (Bands oder Djs), Rednern (örtliche Honoren oder gar "sich besonders hervorgetan"-ne Personen) und Bier- und Wurstbuden präsentiert. - Es soll ein deutsch-nationales Party-Event werden, so auch mit DJ Sören, LED-Wand für den "Pöbel" und klassische Musik mit Häppchen für das "feinere Volk" im Theater.
Doch, solche eine Einheitsfeier ändert nichts an der alltäglichen Ohnmacht in den Mühlen von Staat und Kapital. Die Identifikation mit dem nationalen 'Wir' ist ein ideologischer Fluchtreflex vor dem Druck kapitalistischer Konkurrenz und Vereinzelung, aber zugleich ihr bestes Schmiermittel.
Nach 20 Jahren 'Berliner Republik' ist klar, dass "Einigkeit und Recht und Freiheit" in ihrer gegenwärtigen Form keineswegs "des Glückes Unterpfand" sind. Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich immer weiter, Reallöhne sinken, Bildung und Gesundheit hängen mehr und mehr vom Geldbeutel ab, Kinder- und Altersarmut werden zum Massenphänomen, und wo die disziplinierende Gewalt der kapitalistischen "Marktwirtschaft" nicht mehr greift, setzt der Sozialstaat immer öfter direkte Zwangsmittel ein. Die gegenwärtige Krise verschärft nur eine Entwicklung, die sich seit Jahrzehnten zuspitzt.
UND IHR WOLT FEIERN??? ...das nenne ich dekadent und an der Realität vorbei gelebt. Es gibt mehr als drei Farben, jenseits von Staatsflagge und dazugehöriger Nation.
Der 3. Oktober ist ein bürokratischer Stichtag, an dem die DDR 1990 "dem Geltungsbereich des Grundgesetzes" beitrat. Gefeiert wird keine spontane Eruption gegen die Zumutungen gesellschaftlicher Herrschaft, kein revolutionärer Anschlag auf zwanghafte Verhältnisse, die zuvor unüberwindlich schienen.
Gefeiert wird das Versprechen des deutschen Staates, seine BürgerInnen vor den Stürmen des kapitalistischen Weltmarkts zu schützen, die Deutschland und die Deutschen als ExportweltmeisterInnen ständig selbst mit entfachen.
Nicht zufällig wird in schöner Regelmäßigkeit vorgeschlagen, den ereignis- und arbeitslosen Nationalfeiertag ersatzlos zu streichen, zugunsten des Bruttosozialprodukts.
Überlegt einfach mal, wer hat von dieser sog. "Einheit" profitiert? Stellt die derzeitigen Verhältnisse in Frage! Erkennt, wer selbst in Krisenzeiten profitiert! Und dann, dann überlegt ob Ihr an einem Tag wie den 3. Oktober feiern wollt, oder lieber aufsteht und sagt "Es reicht, es muss sich was ändern und ich mache mit! Ich bin dabei!"
Retupmoc
28.09.2010, 11:23 Uhr
Gegendemo
Ich rufe hiermit alle Bürgerinnen und Bürger , die die Nase voll haben von dieser Regierung und Ihren Machenschaften auf:
Kommen Sie am 3.10.2010 um 18.00 Uhr vor das Theater und zeigen Sie den Schlipsträgernm die zur Festveranstaltung gehen, dass Sie mit dieser Politik nicht einverstanden sind.
WIR SIND DAS VOLK!
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