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Mi, 14:05 Uhr
15.09.2010

Erholen statt wohnen

Einst sollte es das Prunkstück innerstädtischer Wohnbebauung werden, das Areal an der Bäckerstraße. Jetzt wird es Freizeit- und Erholungsort. Doch erst einmal wird abgerissen...

Abriss (Foto: psv) Abriss (Foto: psv)

Das Haus Kranichstraße 15 wird derzeit im Auftrag der Stadtverwaltung abgerissen. Es war einsturzgefährdet. Bis zum Ende kommender Wochen sollen die Abrissarbeiten beendet- und die Fläche begradigt sein. Die Stadt hatte Teile des Areals Bäckerstraße im vergangenen Jahr von einem Insolvenzverwalter erworben.

Sie persönlich bedauere den Abriss des historischen Hauses, sagte Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD). „Aber zwanzig Jahre lang hat der Privateigentümer nichts an der Immobilie getan. Im Zuge des Kaufs vieler Grundstücke in der Bäckerstraße haben wir praktisch eine Ruine übernommen, deren Schicksal leider der Abriss sein musste. Auch bei der Denkmalpflege – ob es einem gefällt oder nicht – dominieren wirtschaftliche Aspekte.“

Für das derzeit brach liegenden Areal Bäckerstraße werde sie in einer der kommenden Sitzungen dem Stadtrat eine Zwischennutzung als Erholungs- und Freizeitareal vorschlagen. „Der jetzige Zustand ist unhaltbar und ganz einfach ein Ärgernis. Vorbild für die Zwischennutzung könnte der Platz vor der Staatskanzlei in Erfurt sein“, so Frau Rinke, der ebenfalls als Freifläche genutzt werde „und auch gut angenommen wird“.

Es sei auch für das Stadtzentrum und die Menschen, die dort lebten, wohltuend, im Herzen der Stadt viel Grün und einfach Platz zu haben, um sich zu erholen. „Zumal mit u.a. durch die Errichtung des Mehrzweckgebäudes hinter dem Rathaus die Bebauung in der Innenstadt kompakter wird“. Frau Rinke betont, dass es sich um eine Zwischennutzung handele, „Es wird also keine großen baulichen Investitionen geben, die mit großem Aufwand bei einer endgültigen Nutzung dann wieder entfernt werden müssen.“

Eine mögliche endgültige Nutzung könnte zum Beispiel die Vermarktung des Geländes als Standort für junges Wohnen sein. Das hängt aber letztlich von der Bereitschaft eines Investors ab, ein solches Projekt zu schultern.
Autor: nnz

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Kommentare
Sebastian Scholz
15.09.2010, 18:42 Uhr
Erholung? Wo?
Es ist bedauerlich, dass so ein denkmalgeschütztes Haus einfach abgerissen werden soll. Es war sicherlich marode und von der Bausubstanz in einen katastrophalen Zustand, aber nach meiner Ansicht. hätte es sich trotzdem gelohnt dieses Objekt zu renovieren (siehe Eckhaus Bäckerstraße/Poststraße).

Das in diesen Areal Bäckerstraße endlich was getan werden muss, steht außer Zweifel. Letztendlich ist die Nutzung als Freifläche die schnellste Lösung. Das Problem existiert zwar noch, aber man hat erstmal was getan und es beruhigt dann einige Gemüter in gewissen Positionen für ein paar Jahre.

Ich wohne im Herz der Stadt und bin mir sicher, dass ich genügend Platz habe. Dafür gibt es einfach zu viele Flächen die in Nordhausen brach liegen (ehem. Polizeigelände, Neue Weg/Grimmel, Elisabethstraße, Areal Hinter der Flohburg oder dem Rathaus, usw.). Und was das Grün in der Stadt betrifft, so glaube ich nicht, dass dort Bäume gepflanzt werd oder das Areal als Grünfläche für die Bürger genutzt werden kann. Ich denke mal, dort entsteht eine Freifläche wie man Sie hinter der Flohburg findet. Also von Erholung keine Spur. Also dieses Argument, die Bürger hätten doch dann viel mehr Platz und mehr Grün empfinde ich als aus der Luft gegriffen. Man wird sehen, was die Stadt so vor hat. Ich hoffe nur sie hat ein Konzept.

PS.: Zitat: B. Rinke: "Auch bei der Denkmalpflege – ob es einem gefällt oder nicht – dominieren wirtschaftliche Aspekte.“ Nach diesen Satz dürfte es überhaupt keine Denkmalpflege mehr geben. Armes Nordhausen
Pe_rle
15.09.2010, 21:09 Uhr
Bäckerstraße ?????????
ach ja ,da war doch mal was????????

Ja genau vor etwa 10 Jahren wurde vollmundig veröffendlicht, Tiefgarage und Wohnbebauung

Und bis heute nur Bauschutt und Unkraut

Wer bitte soll denn hier noch was glauben?
NDHler
16.09.2010, 07:58 Uhr
Ach Pe_rle......
Das Problem ist doch schon ewig her! Damals hatte ein Investor die Idee mit der Bebauung und einer Tiefgarage. Letztere scheiterte an den unterirdischen Kellern unter dem Areal und damit das gesamte Projekt. Das hat aber doch nichts mit Glaubwürdigkeit zu tun.

In einer Kleinstadt wie Nordhausen ist es nun mal nicht einfach solche großspurigen Projekte in die Tat umzusetzen. Vielleicht ist manchmal etwas mehr Realismus bei den Stadtoberen angesagt. Das betrifft auch den Pferdemarkt, der wird die Stadt auch noch lange beschäftigen wenn sie sich nicht von ihrem Wunschdenken verabschiedet. Es ist ja lobenswert, wenn man hier das bestmögliche versucht zu realisieren.

Wenn man aber merkt, dass das nicht funktioniert weil keine privaten Investoren bereit sind so etwas in Nordhausen zu realisieren, muss man eben mal eine Spur kleiner denken. Auf den Pferdemarkt gehört ein Verbrauchermarkt wie Kaufland mit entsprechender Einkaufspassage. Dazu eine passend gestaltete Außenfassade, dann noch der neu gestaltete Blasikirchplatz und alle sind zufrieden!
Markus Veit
16.09.2010, 08:29 Uhr
Altstadtsanierung?
Wenn etwas abgerissen wird, heißt es immer "Einsturzgefärdet" das mag sein. Bei diesem Haus aber wäre das in fünf Jahren vielleicht der Fall gewesen. Das Dach war Dicht, die massive Stuckfassade völlig in Ordnung und der rückwärtige Fachwerkteil weder verfault noch vom Wurm befallen.

Das Gründerzeit-Gebäude wurde 1873 errichtet und war mit einer wunderschönen Schamottsteinfassade ausgestattet. Man hat es nicht einmal fertig gebracht die Stuckteile vor dem Abriss zu demontieren.

Hier störte wieder ein Haus, stand wieder einmal im Wege für was auch immer. Der Freizeitplatz der hier entstehen soll ist eine billige Entschuldigung für die nicht gelungene Vermarktung des Areals Gumpert-, Bäcker- und Kranichstraße.

Das Kinder dort spielen sollen ist ein Witz, die benachbarten Kellerdecken der nun abgerissenen Dombrauerei (zuletzt Betten-Steinecke) sind es, die Einsturzgefärdet sind. Unser Kind lassen wir nicht dort spielen.

Einsturzgefärdete Häuser sind vielmehr in dem großen Doppelhaus Stolberger Straße 15/16 und Pfaffengasse 6 zu sehen. Bei dem Gebäude in der Stolberger Straße fallen seit Monaten regelmässig Fassadenteile aus dem 3. Stock in den Hofbereich. Benachbart ist dort eine Behindertenschule des Landkreises.

Wenn man dieses Haus mit dem nun abgerissenen in der Kranichstraße 15 vergleicht, befand sich lezteres geradezu in einem Bestzustand.

Die Vernachlässigung des Gebäudes des vormaligen Privateigentümers ist zwar richtig, jedoch ist die Stadt seit einem Jahr Hauseigentümer und es wäre ein leichtes gewesen die fordere defekte Dachtraufe mit der Dachrinne mit geringen Kosten zu reparieren, um das Haus erstmal bis auf weiteres zu halten. Was in fünf Jahren ist, weiß niemenad. Vielleicht hätte sich doch noch jemand des Hauses erbarmt. Nun ist es für immer verschwunden. Ein neues Haus wird die städtebauliche Qualität des alten Baus nie wieder erreichen.

Es ist nicht unbedingt immer eine Frage des "Könnes", sondern oft auch des "Willens"!
kurt1
16.09.2010, 10:04 Uhr
Kinderspielpaltz ??
Eins ist unumstritten ... für Kinder gibts im Zetrum von Nordhausen kaum einen Platz. Ich frage mich nur, welcher Architekt sich den Hut aufsetzen soll, in einem - teilweise mehrstöckig - unterkellertem Bereich der Stadt für die Statik des Untergrundes zu bürgen!!

Die Bagger konnten beim Abriss nicht überall hin. Klar das die zwar schwerer sind als ein paar Kinder + Spielplatz + Spielgeräte .... aber für DEN Untergrund kann niemand die Verantwortung übernehmen!

Hier ist mal wieder ein fiktiver Grund vorgeschoben wurden um "reinen Tisch" machen zu können! Was nicht im Bombenhagel des Krieges und auch nicht danach durch "einfaches Ignorieren" vernichtet wurde - verschwindet jetzt - Stück für Stück - entgültig um Platz "fär Nüscht" zu machen !!

So verschwindet auch der letzte Rest unserer Vergangenheit. Einer Vergangenheit, auf die wir eigentlich stolz sein könnten!
Pe_rle
16.09.2010, 19:04 Uhr
NDHler
von der Größe der Stadt haben Sie ja vieleicht recht, aber dann soll man doch hier von Seiten der Stadt nicht alles vollmundig anpreisen und dann fliegen drei Seifenblasen durch die Welt.

Was den angesprochenen Pferdemarkt betrifft,ich würde mich auch nicht als potenzieller Mieter über Jahre hinhalten lassen und auch die Segel streichen.
Warten bis alles vermietet ist und dann bauen ist die eine Seite,die andere ist aber die "hinhaltetaktik".

Außerdem wird es dann statt gehobener Klasse nur noch Netto und Co. Und so war es auch mit der Bäckerstraße,erst welche Wunder werden entstehen, und heute Trümmer und Abriss. Hier glaub ich nur noch was ich seh'
NDHler
17.09.2010, 07:51 Uhr
Pe_rle
Da ist nichts vollmundig angepriesen worden. Ein solches Projekt wird schon allein durch den Grundstücksverkauf und den Stadtratssitzungen öffentlich! Ja, man hatte sich dort viel vorgenommen und war froh einen Investor gefunden zu haben der sich an dieses Areal herantraut. Das das am Ende schief gegangen ist, ist aber nicht die Schuld der Stadt, es sind ganz einfach viele Punkte zusammengekommen, welche am Ende das Projekt zum Scheitern gebracht haben. Immerhin hat die Stadt das Gelände von dem Investor wieder zurück gekauft.

Zum Thema Pferdemarkt, der Investor bekommt erst Geld von der Bank WENN alles oder ein Großteil vermietet ist. Aber genau daran scheitert das Projekt, denn es sind keine Mieter da und somit wird auch nicht gebaut!!! Nordhausen ist nun mal nicht Erfurt, Kassel oder Göttingen wo die Mieter Schlange stehen!

Mit der Südharz Galerie ist das Thema innerstädtisches Einkaufszentrum durch. Wir können hier von Glück reden, dass es die Galerie gibt. Andere Städte mit vergleichbarer Größe wären froh, wenn sie so ein Einkaufszentrum in der Innenstadt hätten. Deshalb ist die Planung eines zweiten für mich utopisch. Mit einem Verbrauchermarkt meine ich übrigens nicht Netto & Co. sondern Kaufland, Real usw. So etwas plus Einkaufspassage gehört dorthin!
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