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Do, 19:28 Uhr
20.02.2003

Kein Wintermärchen

Nordhausen (nnz). Zwei wirtschaftspolitische Veranstaltungen prägten heute das öffentliche Leben in Nordhausen. Zum einen war das der Workshop zum Regionalmanagement im BIC Nordthüringen. Zum anderen ein Fachgespräch zu dem der Verband der Wirtschaft Nordhausen in die Fachhochschule eingeladen hatte.


Dr. Ludwig Die Veranstaltung des Verbandes der Wirtschaft sei eine gelungene Abrundung des Workshops im BIC, meinte Verbandsvorsitzender Hans-Joachim Junker bei seiner Begrüßung. Einige Gäste waren da anderer Auffassung, da sie von einem Termin zum anderen hetzen mussten. Wie dem auch sei, dem Verband war es gelungen, einen kompetenten Experten für Wirtschaftsfragen als Referent zu gewinnen. Dr. Udo Ludwig heißt der und kommt vom renommierten Institut für Wirtschaftsforschung Halle/Sa. Dort ist Ludwig für die Abteilung Konjunktur und Wachstum verantwortlich.

Eingangs versuchte Junker den Ist-Zustand in der Region zu formulieren. Der sieht, wie die große Wirtschaft, nicht allzu rosig aus. Das wachse zwar die A 38, sei für viele im wahrsten Sinne des Wortes „erfahrbar“, doch die nachhaltigen Impulse für die Wirtschaft der Region blieben aus. Da verzeichne der Landkreis Nordhausen ein überproportionales Negativwachstum, da seien die Arbeitsmarktdaten im Keller, trotzdem verspürten die Unternehmen einen zunehmenden Mangel an Fachkräften. Und so resümierte Hans-Joachim Junker, dass es trotz punktueller Innovationen und Ansiedlung von Unternehmen nicht für ein Wirtschaftswachstum reiche.

Auch der Experte aus Halle wollte und konnte da keinen Optimismus verbreiten: „Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht“, zitierte Ludwig das bekannte Wintermärchen. Nur das hier und heute die Realität vorherrsche. Mit vielen Grafiken, Tabellen und Diagrammen verdeutlichte der Abteilungsleiter aus Halle die Zusammenhänge, die Kreisläufe und die Abhängigkeiten in der Wirtschaft allgemein und im Speziellen in Deutschland. Neben diesen äußeren Einflüssen seien es die „hausgemachten politischen“ Stockfehler, die den Unternehmen in diesem Lande Kopfschmerzen bereiten würden.

Dr. Ludwig mahnte aber auch an, dass die Entwicklung der deutschen wie auch internationalen Wirtschaft noch nie eine glatte Fahrt gewesen sein. An das ständige Auf und Ab müsse man sich gewöhnen. Es müssten aber die Instrumente geschärft werden, die diesem Zick-Zack entgegensteuern würden.

„Quo vadis ­ Wirtschaftswunder Deutschland?“, so war die Veranstaltung überschrieben. Eine abschließende Antwort konnte auch der Mann vom IWH nicht geben. Anregungen und neue Erkenntnisse waren es allemal.
Autor: nnz

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