nnz-Forum: Netzwerke immer noch aktiv?
In seiner Begrüßungsrede zur Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftzung sprach Dr. Klaus Zeh davon, dass Frau Klier den Politikern einen Spiegel vorhalte. Er betonte, dass so etwas in der heutigen Zeit sehr wichtig ist. Herr Zeh hat darin meine volle Unterstützung, meint ein Leser der nnz im Forum...
Ich glaube aber, viele seiner Kollegen aus der Politik sehen das ganz anders, besonders die Damen und Herren von der Partei DIE LINKE. Bekannte Nordhäuser politische Persönlichkeiten sind mir bei der Veranstaltung nicht aufgefallen. Gerade hier hätte die Linkspartei doch beweisen können, was von dem, was Frau Klier vorgetragen hat, stimmt und was nicht. Aber dazu fühlte sich wohl niemand berufen? Man geht lieber mit populistischen Sprüchen an die Öffentlichkeit.
Viele unserer Bürger glauben, sie sind die Stasi und ihre Schergen durch die Wende losgeworden. Aber das ist ein großer Irrtum! Frau Klier machte sehr deutlich, dass es noch immer die Netzwerke der Stasi gibt. Viele der ehemaligen Stasimitarbeiter, Parteisekretäre oder andere ehemalige Staatsdiener sind z.B. beim Arbeitsamt untergekommen. Diese Position versetzte sie in die Lage, ihre Familienangehörigen, Verwandten, Bekannten und vor allem ihre ehemaligen Genossen mit den besten Posten zu versorgen.
Dieses brachte auch ein Teilnehmer der Veranstaltung zum Ausdruck. Er berichtete davon, dass er beim Besuch des Arbeitsamts auf die Parteisekretärin seines Betriebes getroffen ist – sie war dort als Beraterin tätig. Es wurde auch darauf hingewiesen, sich mal die Festangestellten der in Nordhausen ansässigen sozialen Vereine anzusehen. Dort könne man die seltsamsten Verbindungen – um nicht zu sagen Seilschaften – oder Vetternwirtschaften feststellen.
Diese Stasi-Netzwerke unterwandern die Stadträte, Kreistage, Landtage und sogar vor dem Bundestag machen sie nicht halt. Dies gilt für alle Parteien. Mittlerweile ist es schon so weit, dass die Netzwerker ihre Kinder in Schlüsselpositionen unterbringen. Zur Sprache kam auch die Verlängerung der Stasiüberprüfung bis zum Jahr 2019, welches viele Teilnehmer begrüßten – so war jedenfalls mein Empfinden. Den Ostpolitikern stößt das natürlich mächtig auf, vor allen den LINKEN, denke ich. Frau Klier berichtete auch davon, dass sich einige DDR-Politiker unter der Führung von Markus Wolf zusammenschlossen und jede Menge Geld gedruckt haben, um gut über die Wiedervereinigung zu kommen, was sie ja auch geschafft haben. Oder?
Im Schlusswort sagte Herr Zeh sinngemäß: Wir müssen aufpassen, dass unsere Demokratie nicht gefährdet wird!
Harald Buntfuß, Nordhausen
Autor: nnz
Anmerkung der Redaktion:
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Kommentare
TeeEff
08.09.2010, 13:06 Uhr
Ah ja....
Also erst mal ein paar Fragen:
1. Wurden den "Bekannte Nordhäuser politische Persönlichkeiten" der Linken zu dieser Veranstaltung eingeladen?
2. Falls ja, war nicht die Intention der Veranstaltung eh klar und bei Teilnahme einer linken Persönlichkeit wäre diese lediglich als Zielscheibe benutz wurden und hätte sich ob all der Anderen, da in Unterzahl nicht wirklich verteidigen können?
3. Und das finde ich daran am Allerschlimmsten - diese in der letzten Zeit sich häufenden Verschwörungstheorien bedienen sich - vielleicht ja unbewußt, aber nicht unbemerkt - typisch klassischer antisemitischer Motive, wie das (Stasi)-Kraken, das einer verschworenen Gemeinschaft die Hinter den Kulissen die Fäden zieht und die Gesellschaft kontolliert und auch aussaugt die (Stasi-)Spinne bis hin zum ganz alten Motiv des (Stasi-Schergen) Brunnenvergifters.
Und diese Leute, die damit zu tiefst verabscheuungswürdiges Gedankengut für ihre Zwecke benutzen, latent vorhandene Bilder bedienen und neu verbreiten, schreiben sich Schützer der Demokratie auf die Fahnen? Mitnichten sind sie das!
Mister X
08.09.2010, 20:06 Uhr
Stasilüge?
So etwas hatte ich mir gedacht, als ich den Artikel gelesen habe. Zur Erinnerung, die Veranstaltung war für jeder Mann offen. Oder legen die Genossen wert auf einen großen Bahnhof? Dann kommt jemand daher und behauptet durch die Hintertür, dass alles nur aufgebauscht ist.
Wenn das so ist dann habe ich einmal ein paar Fragen? Da gibt es Leute, die stellen sich in der Öffentlichkeit hin und geben zu, dass sie für die Stasi gearbeitet haben. Im gleichen Atemzug sagen sie: ICH HABE ABER NIEMANDEN GESCHADET.
Diese Leute fordere ich auf, ebenfalls in der Öffentlichkeit, doch einmal darüber zu berichten, was sie genau für die Stasi gemacht haben? So wie ich das einschätze kommen diese Leute dann ganz schön ins stottern.
Ja, auch ein Busfahrer der Stasi hat sich indirekt schuldig gemacht. Er fährt die Stasileute zur Arbeit oder ihren Einsatzort. Damit hat der Busfahrer dazu beigetragen, dass die Stasi ihre zum Teil unmenschliche Taten begehen konnten. Die alten Stasikumpel sehen das natürlich ganz anders, aber was soll man von den auch erwarten. Sie haben früher das Volk belogen und für dumm verkauft und das machen sie heute immer noch.
Es ist schon erstaunlich, mit welchen Argumenten hier Personen versuchen, die Stasi zu legitimieren.
just_me_74
08.09.2010, 20:19 Uhr
hm...
zitat:"Im Schlusswort sagte Herr Zeh sinngemäß: Wir müssen aufpassen, dass unsere Demokratie nicht gefährdet wird!"
Im Grunde haben doch die alten Genossen genau das getan, was seit Jahren in der Bundesrepublik lief: Bestechung, Veruntreuung, Vetternwirtschaft und das Volk belügen. Stichwort z.B.: Bilderberger oder auch Bertelsmann Stiftung oder oder oder..
Warum sollten denn nun die alten "stasi" Leute etwas anderes tun als die Kollegen aus den alten Bundesländern? Zumal sich die Stasi die Finger nach dem gläsernen Bürger geleckt hätten, den die "Volksparteien" aus uns gemacht haben...
Demokratie wird in Deutschland von allen der oberen Klassen mit den Füssen getreten.
Sissi
09.09.2010, 09:56 Uhr
Stasi?
Was regen Sie sich hier so über die Stasi auf, der BND
(Bundesnachrichtendienst) ist genau nicht besser als die Stasi.
WR-NDH
09.09.2010, 12:00 Uhr
Stasi 3
Zunächst, damit erkennbar ist, dass ich kein Freund der Stasi bin, etwas zur Erläuterung: Im Frühjahr 1989 hatte mich die Stasi einbestellt, weil ich den Tischlern meiner Abteilung untersagt hatte während der Arbeitszeit für die Stasi zu pfuschen.
Konkret hatte ich ihnen verboten Möbel im Auftrag der Stasi zu bauen. Es führte zu weit, wenn ich darstellte wie man mich schon vor Beginn des Gesprächs ängstlich machen wollte. Jedenfalls drohte mir der stellvertretende Stasichef (Döring?) an: Wenn man in Schlamm schlägt, bleibt mindestens ein Spritzer an der Wand hängen und dieser reicht aus um Dich nach Sibirien zu bringen! Ich habe also Stasileute schätzen gelernt.
Und: Auch ich habe diverse Kritikpunkte gegen einige Politiker der Kreislinken vorzubringen, aber:
So wie Bibbel draufhaut geht´s auch nicht. Man muss schon unterscheiden, an welcher Stelle wer etwas für die Stasi getan hat. Natürlich waren auch Busfahrer, Köche usw. für die Stasi tätig.
Was haben sie schlechteres getan als z.B. ein Koch in einem Gefängnis oder bei der Polizei oder bei Gerichten, oder … Natürlich haben sie alle die Staatsmacht unterstützt. Das hat allerdings auch jeder getan, der bei den Wahlen seinen Zettel gefaltet hat. Werfen Sie denn auch alle, die zwischen 1933 und 1945 in vorstehend genannten Positionen tätig waren in einen Topf?
Ich bin sehr dafür, dass diejenigen, die Schlimmes getan haben dafür zur Rechenschaft gezogen werden, andere, die nicht ganz so Schlimmes taten sollten auch nicht wieder an Schaltstellen öffentlicher Ämter zu Einsatz kommen, aber es ist wohl ansonsten auch an der Zeit 20 Jahre nach der Einheit die Stasikeule beiseite zu legen.
Übrigens hat wohl jeder Geheimdienst ein gewisses Eigenleben. Ich empfehle jedem Interessierten z.B. das Buch Die blaue Liste von Wolfgang Schorlau,
ISBN 978-3-462-03479-0 zu lesen. Dort werden Fakten zum Tod des ersten Chefs der Treuhandanstalt angeführt, die wohl nicht erlogen sind, denn sonnst wäre das Buch nicht mehr auf dem Markt.
Kreisbuerger
09.09.2010, 12:55 Uhr
Na Herr/Frau TeeEff,
…einige Ihrer Kommentare lassen schon eine gewisse Nähe zur Linkspartei vermuten. Daher kann ich dann auch Ihre Meinungsmache verstehen. Geht es um systemkritische Äusserungen a la Sarrazin, wird alles sehr schnell mit den 12 Jahren Naziherrschaft gleichgesetzt und auf diese Thematik reduziert.
Beim Thema Stasi ist es für Sie aber stets unverständlich, wie man diese alten Kamellen ständig wieder hervorkehrt und vielleicht sogar Mutmaßungen anstellt.
Alle unsere Kommunalpolitiker hätten sich von jeglichem Verdacht befreien können. Laut einem anderen Kommentar lehnten es die Stadträte im Februar ab, einem Antrag der NPD zu folgen, sich freiwillig einer Stasiüberprüfung zu stellen. Auch im Kreistag stellten die Nationaldemokraten einen ähnlich lautenden Antrag.
Herr Bachmann von den Linken geriet dabei sehr schnell aus der Fassung, als die NPD auch noch eine namentliche Abstimmung durchsetzen wollte. Die Frage ist jetzt: Was hat man zu verbergen?!
Eckenblitz
09.09.2010, 21:20 Uhr
Sehr seltsam
Wenn ich so über das ganze nachdenke, komme ich nicht umhin, dem Artikel von Herrn Buntfuß zuzustimmen. Sehr seltsam finde ich ebenfalls den Kommentar von TeeEff.
Das Verhalten des Herrn Bachmann im Kreistag gibt zu denken. Wenn die Genossen nichts zu verbergen haben, warum sind sie dann gegen eine Überprüfung?
TeeEff
10.09.2010, 00:21 Uhr
Und hätte ein Bäcker...
den Frauen der Stasi-Leute kein Brot verkauft, hätten diese hungern müssen, oder wie?
Was ne Logik...
Vielleicht wäre die Stasi aber auch selber gefahren, oder man wäre gelaufen, oder hätte jemanden dazu gezwungen zu fahren - viele viele andere Möglichkeiten und ein Zeichen dafür das eine schwarz-weiss Darstellung der damaligen Situation meistens viel zu kurz faßt.
Sarrazin und seine Äußerungen sind mir übrigens total egal. Die Diskussion über den Mann hat ihm erst die von ihm erhoffte Plattform gegeben, die er für sein Ego brauchte.
Zur vom Verfassungsschutz geführten NPD und ihren nationalen "Kadern" kann man eh wenig sagen. Frau Rinkes "Begrüßung" dieser heimatstolzen Stadttagsabgeordneten, als diese dort einzogen, war diesbezüglich deutlich genug.
Im übrigen, vielleicht ist ihnen das heutige Aushebeln der FDGO entgangen, als der Jugendmedienschutzstaatsvertrag im Thüringer Landtag durchgewunken wurde und unter dem Deckmantel des Jugendschutzes enormen Zensur und Kontrollmaßnahmen, sowie dem Aufbau einer umfangreichen Internetüberwachung Tür und Tor geöffnet wurden.
Der feuchte Traum einer jeden Diktatur wird und wurde durch die Hintertür in dieser Demokratie eingeführt.
Und alle so: "Yeah!..."
Retupmoc
10.09.2010, 07:50 Uhr
Wieso Stasiüberprüfung?
Wieso wollen hier einige Leute immer noch eine Stasiüberprüfung? Wacht endlich mal auf ! Wir haben eine Bundeskanzlerin, die nachweislich :
1. FDJ - Sekretärin für Agitation und Propaganda war, und das an einer großen Hochschule
2. die bereits 1986 die BRD bereisen durfte
3. die ein Auslandsstudium durch den Staat DDR in der befreundeten UdSSR finanziert bekam
4. deren Fotos in Akten im Zusammenhang mit Herrn Havemann auftauchten und sie daraufhin die Zustimmung zu deren Veröffentlichung verweigerte
5. die in der DDR niemals dokumentiert gegen den sozialistischen Staat aufgetreten ist und niemals sich gegen das Unrecht in der DDR gewehrt hat
In der Summe kann man sagen, das Sie ein treuer Staatsbürger und eine glühende Verfechterin des Sozialismus gewesen sein muß, sonst wäre man als Tochter eines Pfarrers in der DDR bestimmt nicht in den Genuß dieser Vergünstigungen gekommen.
Die LINKE setzt nur die Traditionen des Sozialismus fort, und dazu bekennen sich diese Leute. Sie sind keine Wendehälse. Das ist eigentlich jedem klar. Ich würde mal Überprüfungen bei einer Vita wie bei Frau Dr. Merkel durchführen lassen.
Retupmoc
10.09.2010, 07:53 Uhr
Nachsatz:
"Über ihren Bildungsapparat hat die Partei sortiert, bis endlich auf dem Stellwerk saß, wen sie für tauglich hielt, und Schwellen putzte, wen sie von höherer Bildung fernzuhalten gedachte. Mit dieser Strategie hat sie das Land um Talente und Persönlichkeiten gebracht in einem Ausmaß, das seinesgleichen suchte " (Freya Klier)
Mich würde echt mal interessieren was unsere Kanzlerin zu so einer Aussage anzumerken hätte ...
TeeEff
10.09.2010, 09:26 Uhr
Was die Merkel?
So ne Linientreue? Ich bin entsetzt!
Wie konnte so eine sich denn in der CDU so hochschwingen?
Oder ist die Verschwörungstheorie darüber, das sie Hitlers, nach seinem Tod mit Evas jüngerer Schwester in Vitro gezeugte, Tochter ist, gar doch wahr? Geschickt als Satans Kind, um die Pläne ihres Vaters, die Eroberung Europas über den wirtschaftlichen Bund - die EU - zu vollenden und letztlich den 3. Weltkrieg auszulösen?
Ja, es gibt wirklich Leute die das glauben! Dazu Fotos vergleichen und hahnebüchende Erklärungen für alles finden.
Die Storyy Ist genauso glaubwürdig für mich, wie das die Merkel 'ne Stasi Vergangenheit hat...also gar nicht!
Das Internet ist halt schon ein Spielplatz von einer Menge sehr sehr komischer Leute...
H.Buntfuß
10.09.2010, 10:54 Uhr
Jeder eine Stasiakte?
Ich muss schon staunen, wer auf einmal alles eine Stasiakte hatte. Ich frage mich Langsam gab es sie überhaupt, die Stasispitzel, ja gab es überhaupt eine Stasi?
Retupmoc
10.09.2010, 11:13 Uhr
Du solltest mal nachlesen Teeeff,
und zwar in der eigenen Biografie von der Frau Merkel. Sie schreibt das selbst, das Sie FDJ - Funktionär war, sie schreibt auch selbst das Sie 1986 in der BRD war, das sie in der SU studierte usw,
Nur - auch wie aus dem Zitat von Frau Klier zu sehen - sowas gab es in der DDR nur für Linientreue. Ich kenne ehem. Mitschüler, die nicht studieren durften, weil sie sich nicht für mehr Jahre bei der NVA verpflichten wollten oder nicht linientreue Eltern hatten. Und ausgerehnet bei Frau Merkel sollte dieser Mechanismus nicht gegriffen haben? Mach Dich nicht lächerlich TeeEff.
TeeEff
10.09.2010, 12:43 Uhr
Wieso Werner?
Nehmen wir mal die offiziellen halbwegs belegten Zahlen - bei ca 91.000 Hauptamtlichen und 100.000 informellen Mitarbeitern, die oft nur 1x unter Druck oder auf direkte Aufforderung, zum Selbstschutz oder ähnliches, teils auch ohne ihr Wissen in den 40 Jahren Infos geliefert haben mögen, nehmen wir mal als Geesamtsumme 200.000 an, war bei 17 Mio DDR Bürgern jeder 85. irgendwie oder irgendwann einmal für diese Behörde tätig. Auf Gesamtdeutschland bezogen 1 von 400.
Gehen wir davon aus, das vorwiegend durch das Berufsleben, im Rahmen von anstehenden Reisetätigkeiten, Zugang zu EDV Anlagen, oder Maschinen zum Druck, Besetzung von Leitungs-, oder Schlüsselfunktionen, oder raren Ausbildungsplätzen viele irgendwann ins Raster der Überprüfung fielen - ist die menge an Akten durchaus erklärbar. Man spricht von 39 Mio Karteikarten, die zusammen eine 180km Papierschlange ergeben, wovon sicherlich etliche Kopien und Durchschläge sind, so das man auch vielleicht 5-7 Mio Erfasste in Ost und West kommen kann.
Grob gerechnet würde man im Umkehrschluss bei 200.000 Mitarbeitern, über 40 Jahren bei 5 Karteieinträgen pro Jahr und Mitarbeiter auf 40 Mio Einzeleinträge kommen.
Da es dazu intensive Auslandsaufträge gab, jeder IM eine eigene Akte hatte, es Selbstbespitzelung in der Behörde gab, der MfS nicht immer so groß war, es auch nur Verwaltungstätigkeiten gab usw., dürfte die konkrete Zahl der Überwachten bei 15-20% davon und damit weit tiefer liegen.
Die Wahrscheinlichkeit das also viele Leute eine Akte hatten ist recht hoch. (1 von 10 Ex-DDRlern wenn es 1,7 Mio Personenakten gab - eine offizielle Zahl der Bundesbehörde über bisher von Personen gestellte Einsichtsanträge, allerdings bundesweit) ) 1 von 5 bei 3,4 Mio etc.
Mögen die Gründe eine solche anzulegen auch noch so verschieden und teils trivial gewesen sein.
Als Fazit kann man übrigens 2 Dinge daraus ziehen: 1. Nicht jeder der eine Akte hatte war wirklich Systemkritiker
2. auch Aktive hatten oft nicht nur eine dienstliche, sondern auch eine über sie privat geführte Akte.
Es gab also sowohl Opfer und Täter in Personalunion, wie auch großteil von Leuten, deren Hintergrund kurz und ergebnislos geprüft wurde.
Eine unendliche Überprüfung bringt außerdem nichts, da selbst nach bundesdeutschem Recht ein Großteil der Taten entweder nie strafbar waren, verjährt sind, oder aber durch das Recht des souveränen Staates DDR, auf dessem Gebiet und zu dessen Existenz sie stattfanden gedeckt waren und völkerrechtlich ebenso akzeptiert sind.
Von daher gab es in den 90ern Prozesse gegen die Hauptverantwortlichen im Rahmen des Rechtsstaates. Alles andere, nun noch erfolgende ist für den Einheitsprozess und ein Zusammenwachsen destruktiv, politisch motiviert und reine Siegerjustiz.
Außerdem glaubt doch wohl keiner, das die BRD mit ihren diversen Geheimdiensten nicht ebenso tätig gewesen ist und Einblicke in ihre Akten auch Abgründe auf tun würden, oder?
Kreisbuerger
10.09.2010, 13:12 Uhr
Komische Leute im Netz
Ja, ja Tee Eff - auch das ist eine Art, mit Kommentaren umzugehen: Einfach alles für Quatsch und Hirngespinste erklären, noch ein paar überspitzte Bemerkungen dazu und die Diskussion ist beendet und man kann sich wieder der eigentlichen Meinungsmache widmen.
So einfach ist es aber eben nicht!!!
Wie bereits erwähnt, wäre es ein Leichtes gewesen, sämtliche Mutmaßungen zu beenden, man muss aber eben auch WOLLEN. Es sei denn … - aber das wäre ja zu weit hergeholt. Manchmal frage ich mich dann doch, wo denn alle Spitzel und Informanten hin sind. Offenbar scheint es keiner gewesen zu sein. Die, denen man es noch am ehesten zugetraut hätte, waren es ja laut T.F. auf gar keinen Fall.
Im Übrigen glaube auch ich nicht, dass Angie M. die verspätete Tochter von A.H. ist – dann doch eher sein Bruder.
Eines noch - daß die NPD vom Verfassungsschutz unterwandert sein soll und von dieser Institution überwacht wird, mag sein. Der Linken ergeht es da aber keineswegs anders. Ob denen das nun passt oder nicht. Die bloße Überwachung ist aber längst kein Indiz für Verfassungsfeindlichkeit, sondern wohl eher für einen Überwachungsstaat.
Kreisbuerger
11.09.2010, 13:32 Uhr
Wertes nnz-Team,
da hier erneut eine Diskussion zum Thema Stasivergangenheit und "alte Seilschaften" in Gang gesetzt wurde, hier ein - wie ich hoffe - interessanter Vorschlag meinerseits.
Da momentan keine der regelmäßigen Umfragen stattfindet, wäre es doch nicht die schlechteste Idee, dahingehend eine zu starten.
Denkbar wäre die Meinungsumfrage nach einer Überprüfung aller Kommunalpolitiker und/oder der Bediensteten der Verwaltungen. Da es wohl derzeit keine rechtlichen Grundlagen dafür gibt, wäre dies ohnehin eine freiwillige Entscheidung der betroffenen Personen, ob sie sich einer solchen Überprüfung stellen wollen, oder nicht.
Ich könnte mir durchaus vorstellen, daß dieses Thema einen großen Teil der Leserschaft interessieren dürfte. Inwieweit diese Umfrage dann repräsentativ wäre, oder auch nicht, sei dahingestellt. Zumindest aber bekämen die Leser einen guten Querschnitt der nnz-Lesermeinungen.
Ich hoffe, daß sie es zumindest in Betracht ziehen und über einen solchen Vorschlag ernsthaft nachdenken. Danke bereits im Voraus.
Peppone
12.09.2010, 17:23 Uhr
Alte Seilschaften,
sind so interessant wie das Wetter von gestern. Man kann sich zwar schön darüber aufregen, ändern kann man daran momentan aber nichts!
Zu jeder Zeit gab es Seilschaften unter den Machern! Es liegt doch immer an den agierenden Menschen und Persönlichkeiten im Umfeld dieser Macher, ob sie solche Seilschaften akzeptieren, tolerieren oder gar wahrnehmen wollen. Das es heute noch Stasiseilschaften gibt, halte ich für ein Gerücht. Das es noch Seilschaften ehemaliger und heutiger Gesinnungsgenossen, egal welcher geistigen Richtung, gibt, halte ich für gegeben!
Man darf auch eines nicht verwechseln, die Überprüfung auf Mitarbeit bei der Staatssicherheit der DDR hat wenig mit existierenden Netzwerken zu tun. Es gab diese Überprüfungen im öffentlichen Dienst und selbst ein positiver Bescheid der Überprüfung hat in den wenigsten Fällen, aufgrund gerichtlicher Prüfung zur Entfernung aus dem öffentlichen Dienst geführt.
Ob dieser belastete Mitarbeiter aufgrund eines Netzwerkes in seine Position kam, war nicht Thema der juristischen Beurteilung und wird es leider auch nicht sein.
Netzwerke gibt es in jeder Partei, in jeder Firma, in jedem Verein und auch im Privaten. In der SPD gibt es sogar eine Gruppe, die sich ganz offen die Netzwerker nennt. Das Ziel solcher Gruppen ist, dass Ihre Mitglieder in verantwortliche Positionen kommen und andere Mitglieder des Netzwerkes daran partizipieren bzw. Vorteile daraus ziehen.
Unser Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dirk Niebel (FDP), baut zur Zeit ganz offen sein eigenes kleines Netzwerk in seinem Ministerium auf. Niebel wollte das Ministerium vor der Wahl zwar noch abschaffen, besetzt mittlerweile aber alle verbeamteten Schlüsselpositionen mit seinem Gefolge!
Netzwerke sind keine Erfindung der Stasi, sie sind ein generelles Problem, ihre personellen Folgen und "Schäden" gehören in allen öffentlichen Ämtern unter ständige Kontrolle des Souverän's. Wer immer das auch ist!
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