Mi, 15:02 Uhr
05.02.2003
Mit Sachverstand an die Arbeit
Nordhausen (nnz). Es gab einmal einen Workshop. Der stellte die Frage: Quo vadis? Die erste Antwort auf diese Frage war die Gründung eines Sachverständigenausschusses. Dazu ein Beitrag von Bernhard Andres.
Ausgehend vom Ergebnis des Workshops Quo vadis- Region Nordhausen im Juni 2002 zu Fragen der wirtschaftlichen Entwicklung der Region und des hieraus beschlossenen Aktionsprogramms hat sich im September des vergangenen Jahres der Sachverständigenausschuss der Wirtschaft gegründet und mittlerweile seine Arbeit aufgenommen.
Als Interessenvertretung der wichtigsten Wirtschaftsverbände der Region, die auch personell vertreten sind, versteht sich das Gremium als kompetenter Interessevertreter der Wirtschaft. Auf der Grundlage des beschlossenen Arbeitsplanes wird zu den wichtigsten wirtschaftrelevanten Themen angestrebt, durch gezielte Einflussnahme auf die politische Meinungsbildung und durch fachlich fundierte Unterstützung der Verwaltungen schon in der Phase der Entscheidungsvorbereitung sowie durch regelmäßige Information über die Medien die Förderung wirtschaftlicher Prozesse in der Region positiv zu beeinflussen.
Zur Ermöglichung einer problemlosen Umsetzung dieser Ziele ist es gelungen, sowohl mit Landrat Joachim Claus sowie mit der Oberbürgermeisterin Barbara Rinke Arbeitsvereinbarungen abzuschließen, auf deren Grundlage sich die Richtung sowie der Inhalt der Zusammenarbeit gestalten sollte.
In der Zusammenkunft des Ausschusses am 14.01.03 gelang es in Anwesenheit des Landrates sowie der beiden Ämter für Wirtschaftsförderung, neben der abschließenden Beratung der genannten Vereinbarungen weitere wichtige Schritte zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region zu beraten. Erste inhaltliche Vorstellungen des im Aufbau befindlichen Regionalmanagements für Wirtschaftsförderung wurden den Teilnehmern zur Kenntnis gegeben.
Als weiteres positives Ergebnis kann die Übereinkunft bezeichnet werden, nach der unter Federführung der Wirtschaftsförderung beim Landrat alle in der Region tätigen Wirtschaftsverbände und vergleichbaren Vereinigungen einschließlich Zielrichtung und Zusammensetzung erfasst werden, um so die Möglichkeiten zu Information und gemeinsamer Aktivität zu verbessern, all diese Aktivitäten im Interesse einer gemeinsamen Zielausrichtung weiter zu bündeln.
Natürlich betrachtet der Sachverständigenausschuss die gegenwärtige wirtschaftliche Situation der Region mit großer Sorge. So können die wenigen erfreulichen Ansätze einzelner Unternehmen nicht darüber hinweg täuschen, dass die Region unmittelbar vor wichtige Entscheidungen für die zukünftige Entwicklung gestellt ist.
Ein Aufgreifen alter Wirtschaftstraditionen sowie die Fortführung der Bemühungen zum Ausbau als wirtschaftliches Zentrum zum Erfolg zu führen, setzt ein klares Bekenntnis auch zu solch scheinbar brisanten Problemfeldern wie dem Ausbau des Industriegebietes Goldene Aue voraus. Mit Blick auf die aktuelle Landesentwicklungskonzeption des Freistaates Thüringen erkennt man unschwer eine Vielzahl von Bewerbern für ein solches als grundsätzlich förderfähig eingestuftes Terrain zur Industrieansiedlung. Die Dramatik besteht ganz einfach darin, dass bei weiterer Negativdiskussion trotz momentan guter Chancen sehr schnell Entscheidungen fallen können, die der Region in keiner Weise dienlich sind.
Die Einordnung in den Status eines ländlichen Randgebietes ohne dringliche Fördernotwendigkeit wäre die unausbleibliche Folge. Auch aus diesem Grunde bekennt sich der Sachverständigenausschuss grundsätzlich zum schnellen Ausbau dieses und aus vielen anderen sachlich begründeten Argumenten zu keinem späteren und damit unrealistischen anderen Standortes. Die Wirtschaft ist sich darüber im Klaren, dass nur über den nunmehr geschaffenen Schulterschluss vieler Beteiligter offene Fragen geklärt, aber auch Entscheidungen und Stellungnahmen erwirkt werden können.
Die Stärkung der Wirtschaft über den Weg einer starken Industrieansiedlung ist die Voraussetzung zur Schaffung von Arbeitsplätzen, zur Finanzierung ökologischer Vorhaben und letztendlich zur Gestaltung attraktiver touristischer Glanzpunkte. Eine gesunde ökonomische, ökologische und soziale Vielschichtigkeit der Region braucht die Industrie, weil diese die Gewähr für die nachhaltige Entwicklung aller nachgelagerten Bereiche sichert, weil sie zum Beispiel auch den jungen Absolventen der Fachhochschule hier in der Region eine Zukunft sichern kann.
Die Vertreter der Wirtschaft appellieren an die Kritiker des geplanten Industriegebietes, sich ihrer Mitverantwortung für die wirtschaftliche Entwicklung bewusst zu werden und in kommunikativer und kooperativer Vorgehensweise an der Vorhabensrealisierung zu beteiligen. Aus individuellen Motiven heraus die Entwicklung einer Region zu behindern, dürfte heute und in der Zukunft schwer vermittelbar sein. Die Vertreter der Wirtschaft wünschen sich einen sachlichen Dialog, der die wenigen noch offenen Probleme einer schnellen Lösung zuführt und die notwendigen schnellen zeitlichen Abläufe sichert. Sollten Defizite oder Hemmnisse im bisherigen Verfahrensablauf aufgetreten sein, müssen sich diese im offenen Gespräch schnell und problemlos lösen lassen.
Nicht zuletzt zeigt die bevorstehende Ansiedlung einer Kurbelwellenfertigung am Standort Nordhausen, dass Nordthüringen immer noch für Industrieansiedlungen attraktiv ist. Dies spiegelt sich auch eindeutig in den Meinungen aus der Bevölkerung wieder, die in der Ansiedlung hoffnungsvolle Zeichen sehen. Der Sachverständigenausschuss begrüßt den bevorstehenden Firmenaufbau grundsätzlich und unterstützt auch zukünftig alle Schritte in dieser Richtung.
Anmerkung der Redaktion: Bernhard Andres ist Sprecher des Sachverständigenausschusses
Autor: nnzAusgehend vom Ergebnis des Workshops Quo vadis- Region Nordhausen im Juni 2002 zu Fragen der wirtschaftlichen Entwicklung der Region und des hieraus beschlossenen Aktionsprogramms hat sich im September des vergangenen Jahres der Sachverständigenausschuss der Wirtschaft gegründet und mittlerweile seine Arbeit aufgenommen.
Als Interessenvertretung der wichtigsten Wirtschaftsverbände der Region, die auch personell vertreten sind, versteht sich das Gremium als kompetenter Interessevertreter der Wirtschaft. Auf der Grundlage des beschlossenen Arbeitsplanes wird zu den wichtigsten wirtschaftrelevanten Themen angestrebt, durch gezielte Einflussnahme auf die politische Meinungsbildung und durch fachlich fundierte Unterstützung der Verwaltungen schon in der Phase der Entscheidungsvorbereitung sowie durch regelmäßige Information über die Medien die Förderung wirtschaftlicher Prozesse in der Region positiv zu beeinflussen.
Zur Ermöglichung einer problemlosen Umsetzung dieser Ziele ist es gelungen, sowohl mit Landrat Joachim Claus sowie mit der Oberbürgermeisterin Barbara Rinke Arbeitsvereinbarungen abzuschließen, auf deren Grundlage sich die Richtung sowie der Inhalt der Zusammenarbeit gestalten sollte.
In der Zusammenkunft des Ausschusses am 14.01.03 gelang es in Anwesenheit des Landrates sowie der beiden Ämter für Wirtschaftsförderung, neben der abschließenden Beratung der genannten Vereinbarungen weitere wichtige Schritte zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region zu beraten. Erste inhaltliche Vorstellungen des im Aufbau befindlichen Regionalmanagements für Wirtschaftsförderung wurden den Teilnehmern zur Kenntnis gegeben.
Als weiteres positives Ergebnis kann die Übereinkunft bezeichnet werden, nach der unter Federführung der Wirtschaftsförderung beim Landrat alle in der Region tätigen Wirtschaftsverbände und vergleichbaren Vereinigungen einschließlich Zielrichtung und Zusammensetzung erfasst werden, um so die Möglichkeiten zu Information und gemeinsamer Aktivität zu verbessern, all diese Aktivitäten im Interesse einer gemeinsamen Zielausrichtung weiter zu bündeln.
Natürlich betrachtet der Sachverständigenausschuss die gegenwärtige wirtschaftliche Situation der Region mit großer Sorge. So können die wenigen erfreulichen Ansätze einzelner Unternehmen nicht darüber hinweg täuschen, dass die Region unmittelbar vor wichtige Entscheidungen für die zukünftige Entwicklung gestellt ist.
Ein Aufgreifen alter Wirtschaftstraditionen sowie die Fortführung der Bemühungen zum Ausbau als wirtschaftliches Zentrum zum Erfolg zu führen, setzt ein klares Bekenntnis auch zu solch scheinbar brisanten Problemfeldern wie dem Ausbau des Industriegebietes Goldene Aue voraus. Mit Blick auf die aktuelle Landesentwicklungskonzeption des Freistaates Thüringen erkennt man unschwer eine Vielzahl von Bewerbern für ein solches als grundsätzlich förderfähig eingestuftes Terrain zur Industrieansiedlung. Die Dramatik besteht ganz einfach darin, dass bei weiterer Negativdiskussion trotz momentan guter Chancen sehr schnell Entscheidungen fallen können, die der Region in keiner Weise dienlich sind.
Die Einordnung in den Status eines ländlichen Randgebietes ohne dringliche Fördernotwendigkeit wäre die unausbleibliche Folge. Auch aus diesem Grunde bekennt sich der Sachverständigenausschuss grundsätzlich zum schnellen Ausbau dieses und aus vielen anderen sachlich begründeten Argumenten zu keinem späteren und damit unrealistischen anderen Standortes. Die Wirtschaft ist sich darüber im Klaren, dass nur über den nunmehr geschaffenen Schulterschluss vieler Beteiligter offene Fragen geklärt, aber auch Entscheidungen und Stellungnahmen erwirkt werden können.
Die Stärkung der Wirtschaft über den Weg einer starken Industrieansiedlung ist die Voraussetzung zur Schaffung von Arbeitsplätzen, zur Finanzierung ökologischer Vorhaben und letztendlich zur Gestaltung attraktiver touristischer Glanzpunkte. Eine gesunde ökonomische, ökologische und soziale Vielschichtigkeit der Region braucht die Industrie, weil diese die Gewähr für die nachhaltige Entwicklung aller nachgelagerten Bereiche sichert, weil sie zum Beispiel auch den jungen Absolventen der Fachhochschule hier in der Region eine Zukunft sichern kann.
Die Vertreter der Wirtschaft appellieren an die Kritiker des geplanten Industriegebietes, sich ihrer Mitverantwortung für die wirtschaftliche Entwicklung bewusst zu werden und in kommunikativer und kooperativer Vorgehensweise an der Vorhabensrealisierung zu beteiligen. Aus individuellen Motiven heraus die Entwicklung einer Region zu behindern, dürfte heute und in der Zukunft schwer vermittelbar sein. Die Vertreter der Wirtschaft wünschen sich einen sachlichen Dialog, der die wenigen noch offenen Probleme einer schnellen Lösung zuführt und die notwendigen schnellen zeitlichen Abläufe sichert. Sollten Defizite oder Hemmnisse im bisherigen Verfahrensablauf aufgetreten sein, müssen sich diese im offenen Gespräch schnell und problemlos lösen lassen.
Nicht zuletzt zeigt die bevorstehende Ansiedlung einer Kurbelwellenfertigung am Standort Nordhausen, dass Nordthüringen immer noch für Industrieansiedlungen attraktiv ist. Dies spiegelt sich auch eindeutig in den Meinungen aus der Bevölkerung wieder, die in der Ansiedlung hoffnungsvolle Zeichen sehen. Der Sachverständigenausschuss begrüßt den bevorstehenden Firmenaufbau grundsätzlich und unterstützt auch zukünftig alle Schritte in dieser Richtung.
Anmerkung der Redaktion: Bernhard Andres ist Sprecher des Sachverständigenausschusses


