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Fr, 08:00 Uhr
09.07.2010

Der Zukunft einen Schritt näher gekommen

Mit dem gestrigen Tag hat die Zukunft des Park Hohenrode konkrete Formen angenommen. In entspannter Atmosphäre wurde der Grundstein für die Arbeit der Bürgerstiftung Hohenrode gelegt...


Stiftungsgründungen sind nichts alltägliches. In guten Jahren, so weiß der Überbringer der Annerkennungsurkunde aus dem Innenministerium Herr Schlip zu berichten, sind es gerade einmal zwanzig. "Deswegen erfüllt uns auch jede Neugründung mit Respekt und Freude, gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, schließlich investieren die Stifter viel Zeit, Geld und Mühe."

Der Förderverein Hohenrode und die Stadt Nordhausen haben lange versucht die Eigentümer des Landschaftsgartens dazu zu bewegen das Grundstück zu verkaufen. Der Weg über eine Bürgerstiftung scheint nun endlich Erfolg zu Versprechen. Die Stifter, zu denen das Ehepaar Liss, der Ehrenbürger der Stadt Nordhausen Andreas Lesser und der Förderverein Hohenrode mit seinen 270 Mitgliedern gehören, sowie ein weiterer Sponsor haben in den letzten 5 Jahren die nötigen Mittel zusammengetragen, um das Kleinod aus dem 19. Jahrhundert auch in Zukunft bewahren zu können.


Der Park, der mit 10 Hektar die größte historische Parkanlage der Stadt bildet, war Mitte der 1870er Jahre vom Architekten Ludwig Bohnstedt und dem Gartenkünstler Heinrich Siesmayer für den Nordhäuser Tabakfabrikanten Carl Kneiff erbaut worden. Siesmayer hat mehrere Landschaftsgärten in Deutschland entworfen, Hohenrode ist jedoch der einzige der über die Jahre hinweg unberührt geblieben ist. In den letzten Jahren wurde die Parkanlage vor allem durch privates Engagement notdürftig gepflegt.

Das soll sich mit dem Erwerb des Grundstückes ändern. Auch wenn es vorläufig lediglich eine mündliche Zusage der Besitzer bezüglich des Verkaufes gibt, ist die Annerkennung der Stiftung ein erster wichtiger Schritt. "Hohenrode ist ein Glanzpunkt für die Stadt Nordhausen, und wir werden in den nächsten Jahren viel zu tun haben" sagte Gisela Hartmann, die Vorsitzende des Fördervereins.

Kommt der Verkauf zustande, werden der Park und die Villa das "Kapital" der Stiftung bilden. Wenn dann auch Fördergelder beantragt werden können, will man zunächst die Gartenanlagen restaurieren. Bis 2012 soll etwa die Verlobungsbrücke wieder in ihrem Namensgebenden Zweck genutzt werden können. An einem Renovierungskonzept für die Villa arbeitet ein Verbund von 4 Architekturbüros, konkrete Pläne gibt es aber noch nicht.


Eigentlich hatte man geplant, die feierliche Übergabe der Urkunden direkt am Ort, also im Park Hohenrode selber, stattfinden zu lassen. Das man sich ob der Hochsommerlichen Temperaturen dann doch für das Europazimmer des Rathauses entschieden hat, dürfte alle beteiligten gefreut haben. Bei Kaffee, Kuchen und entspannter Atmosphäre ließ man die letzten 5 Jahre noch einmal Revue passieren und blickte zuversichtlich in die Zukunft.

Der Förderverein Hohenrode ist mt der Gründung der Bürgerstiftung noch nicht Geschichte, im Gegenteil. Da der Verein zu den ersten Stiftern gehört, und mit seinen stetig steigenden Mitgliedszahlen die breite Unterstützung der Nordhäuser für das Projekt widerspiegelt, wird er auch weiterhin die Grundlage für eine erfolgreiche Wiederbelebung des Landschaftsgartens bilden. Man baut darauf, dass man auch in den nächsten Monaten und Jahren mehr interessierte Nordhäuser, und vielleicht auch den einen oder anderen Stifter für das ambitionierte Projekt gewinnen kann.
Angelo Glashagel
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