Fr, 06:51 Uhr
31.01.2003
Angekommen in der Wirklichkeit?
Nordhausen (nnz). Die Stimmung ist schlecht in Nordthüringer Unternehmen. So jedenfalls las man es gestern in den Printmedien als Folge von Konjunkturflaute, mangelnder Inlandsnachfrage und der Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Dazu die nachfolgenden Überlegungen.
Eine Umfrage der IHK Erfurt in 1016 Betrieben in Nord- und Mittelthüringen habe zu diesem Ergebnis geführt, heißt es in den Berichten. Aus denen sich weiter ergibt, dass es sich bei den befragten Unternehmen offenbar um einen Querschnitt aller Branchen handelt. Das verzerrt dieses Stimmungsbild auf jeden Fall beträchtlich, weil z.B. die gedrückte Stimmung im Handel weitgehend andere Ursachen hat als etwa jene in Handwerk und dem verarbeitenden Gewerbe. Um die es nachfolgend geht.
Erinnert sei hier nämlich an die Vorstellung einer Studie der Friedrich-Schiller-Universität Jena zur Situation der Unternehmen in Nordthüringen. Die erfolgte Anfang Juni 2002 und trägt den Titel Erfolgreich im Verborgenen. Und im Untertitel heißt es Das verarbeitende Gewerbe Nordthüringens – das unentdeckte Potenzial einer strukturschwachen Region. Der Inhalt dieser Studie bestätigt nicht nur diese Titelformulierungen, er beschreibt auch die Stimmung der befragten 109 Geschäftsführer für ihre jeweiligen Unternehmen in den vier Nordthüringer Landkreisen als überraschend positiv. Besorgnis äußerten die Manager vorwiegend über den zu erwartenden Fachkräftemangel in den nächsten Jahren. Es soll hier aus Gründen der Sachlichkeit nicht weiter auf Details im Inhalt dieser Studie eingegangen werden.
Nun könnte man natürlich dagegenhalten, dass seit dieser Befragung doch eine lange Zeit vergangen ist, in der die wirtschaftliche Entwicklung stagnierte, zum Teil sogar zurückging. Dazu ist festzustellen, dass genau in diesen Zeitraum die wirtschaftsorientierten Aktivitäten eines Mannes fallen, der sich im Eichsfeldkreis und dem Landkreis Nordhausen als SPD-Bundestagskandidat vorstellte und einzuführen versuchte: der seinerzeitige Bundestagsabgeordnete Eckhard Ohl. In insgesamt neun vom Berichterstatter registrierten Veranstaltungen präsentierte er Vertreter aus den verschiedensten Ländern Europas, des nahen und fernen Ostens und auch Südamerikas, die alle nur eines bezweckten: Kontaktanreize und –möglichkeiten für hiesige Unternehmen mit diesen Ländern zu schaffen.
Erinnert sei an eine Veranstaltung mit dem ungarischen Botschafter in der Fachhochschule Nordhausen. Oder im Hotel Zur Hoffnung mit Vertretern aus dem nahen Osten. Oder einer Staatssekretärin aus dem Bundesverteidigungsministerium in der Südharzklause. Kompetenz und Engagement hatte Ohl seinerzeit durch einen von ihm erstellten Standort- und Wirtschaftsatlas unter dem Titel Warum Nordthüringen... nachgewiesen. Nahezu alle diese Veranstaltungen zeichneten sich durch einen gemeinsamen Umstand aus: an mangelnder Beteiligung der Unternehmer. Ausgenommen jene erwähnte Auftaktveranstaltung in Werther (Zur Hoffnung). Es soll hier nicht spekuliert werden, warum diese Veranstaltungen des SPD-Mannes so wenig Akzeptanz fanden, obwohl die Gründe leicht ausgemacht werden können. Richtig ist, dass Eckhard Ohl schon im Vorfeld seiner damaligen Bemühungen der Ruf angehängt wurde, Erbauer indischer Luftschlösser zu sein.
Weil er zuvor schon versucht hatte, Verbindungen zwischen der deutsch-indischen Handelskammer und dem Thüringer Wirtschaftsministerium und der LEG zu knüpfen. Ohne in Erfurt Gehör zu finden. Was umso bezeichnender ist, als ja gerade in jüngster Zeit seitens der Landesregierung und der Wirtschaft versucht wird, die Verbindungen von einheimischen Unternehmen und Indien zu intensivieren oder solche zu knüpfen. Und der Focus neuerdings auch auf die Märkte Südamerikas gerichtet wird. Es ist also offenbar weniger entscheidend, dass solche Verbindungen geknüpft werden, sondern mehr, wer es tut. Also eine Sache der Parteizugehörigkeit ist. Und die Unternehmer auch erst dann reagieren – siehe Indien – wenn sie von der richtigen Seite angeschoben werden.
Unter derartigen Umständen Bedrückung im Gemüt zu zeigen, ist nicht recht nachzuvollziehen. Solange man nämlich sein Interesse an wirtschaftlichen Verbindungen und Aufträgen noch unter parteipolitischen Gesichtspunkten zu sehen vermag, kann durchaus die Vermutung aufkommen, die Probleme seien zumindest teilweise hausgemacht.
Und noch eine abschließende Bemerkung: als im Juni 2002 die oben erwähnte Studie der Uni Jena vorgestellt wurde, gab es Stimmen aus dem Lager der Fachhochschule, die die Kompetenz der Ersteller in Frage stellten. Es hat seitdem aber auch keine erkennbaren Initiativen von der kritisierenden Seite gegeben, die erkennen lassen, dass man es besser kann.
Autor: nnz
Eine Umfrage der IHK Erfurt in 1016 Betrieben in Nord- und Mittelthüringen habe zu diesem Ergebnis geführt, heißt es in den Berichten. Aus denen sich weiter ergibt, dass es sich bei den befragten Unternehmen offenbar um einen Querschnitt aller Branchen handelt. Das verzerrt dieses Stimmungsbild auf jeden Fall beträchtlich, weil z.B. die gedrückte Stimmung im Handel weitgehend andere Ursachen hat als etwa jene in Handwerk und dem verarbeitenden Gewerbe. Um die es nachfolgend geht.Erinnert sei hier nämlich an die Vorstellung einer Studie der Friedrich-Schiller-Universität Jena zur Situation der Unternehmen in Nordthüringen. Die erfolgte Anfang Juni 2002 und trägt den Titel Erfolgreich im Verborgenen. Und im Untertitel heißt es Das verarbeitende Gewerbe Nordthüringens – das unentdeckte Potenzial einer strukturschwachen Region. Der Inhalt dieser Studie bestätigt nicht nur diese Titelformulierungen, er beschreibt auch die Stimmung der befragten 109 Geschäftsführer für ihre jeweiligen Unternehmen in den vier Nordthüringer Landkreisen als überraschend positiv. Besorgnis äußerten die Manager vorwiegend über den zu erwartenden Fachkräftemangel in den nächsten Jahren. Es soll hier aus Gründen der Sachlichkeit nicht weiter auf Details im Inhalt dieser Studie eingegangen werden.
Nun könnte man natürlich dagegenhalten, dass seit dieser Befragung doch eine lange Zeit vergangen ist, in der die wirtschaftliche Entwicklung stagnierte, zum Teil sogar zurückging. Dazu ist festzustellen, dass genau in diesen Zeitraum die wirtschaftsorientierten Aktivitäten eines Mannes fallen, der sich im Eichsfeldkreis und dem Landkreis Nordhausen als SPD-Bundestagskandidat vorstellte und einzuführen versuchte: der seinerzeitige Bundestagsabgeordnete Eckhard Ohl. In insgesamt neun vom Berichterstatter registrierten Veranstaltungen präsentierte er Vertreter aus den verschiedensten Ländern Europas, des nahen und fernen Ostens und auch Südamerikas, die alle nur eines bezweckten: Kontaktanreize und –möglichkeiten für hiesige Unternehmen mit diesen Ländern zu schaffen.
Erinnert sei an eine Veranstaltung mit dem ungarischen Botschafter in der Fachhochschule Nordhausen. Oder im Hotel Zur Hoffnung mit Vertretern aus dem nahen Osten. Oder einer Staatssekretärin aus dem Bundesverteidigungsministerium in der Südharzklause. Kompetenz und Engagement hatte Ohl seinerzeit durch einen von ihm erstellten Standort- und Wirtschaftsatlas unter dem Titel Warum Nordthüringen... nachgewiesen. Nahezu alle diese Veranstaltungen zeichneten sich durch einen gemeinsamen Umstand aus: an mangelnder Beteiligung der Unternehmer. Ausgenommen jene erwähnte Auftaktveranstaltung in Werther (Zur Hoffnung). Es soll hier nicht spekuliert werden, warum diese Veranstaltungen des SPD-Mannes so wenig Akzeptanz fanden, obwohl die Gründe leicht ausgemacht werden können. Richtig ist, dass Eckhard Ohl schon im Vorfeld seiner damaligen Bemühungen der Ruf angehängt wurde, Erbauer indischer Luftschlösser zu sein.
Weil er zuvor schon versucht hatte, Verbindungen zwischen der deutsch-indischen Handelskammer und dem Thüringer Wirtschaftsministerium und der LEG zu knüpfen. Ohne in Erfurt Gehör zu finden. Was umso bezeichnender ist, als ja gerade in jüngster Zeit seitens der Landesregierung und der Wirtschaft versucht wird, die Verbindungen von einheimischen Unternehmen und Indien zu intensivieren oder solche zu knüpfen. Und der Focus neuerdings auch auf die Märkte Südamerikas gerichtet wird. Es ist also offenbar weniger entscheidend, dass solche Verbindungen geknüpft werden, sondern mehr, wer es tut. Also eine Sache der Parteizugehörigkeit ist. Und die Unternehmer auch erst dann reagieren – siehe Indien – wenn sie von der richtigen Seite angeschoben werden.
Unter derartigen Umständen Bedrückung im Gemüt zu zeigen, ist nicht recht nachzuvollziehen. Solange man nämlich sein Interesse an wirtschaftlichen Verbindungen und Aufträgen noch unter parteipolitischen Gesichtspunkten zu sehen vermag, kann durchaus die Vermutung aufkommen, die Probleme seien zumindest teilweise hausgemacht.
Und noch eine abschließende Bemerkung: als im Juni 2002 die oben erwähnte Studie der Uni Jena vorgestellt wurde, gab es Stimmen aus dem Lager der Fachhochschule, die die Kompetenz der Ersteller in Frage stellten. Es hat seitdem aber auch keine erkennbaren Initiativen von der kritisierenden Seite gegeben, die erkennen lassen, dass man es besser kann.

