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Di, 12:26 Uhr
22.06.2010

Mittelstand für Fortführung

Die Mittelstandsvereinigung der CDU im Landkreis Nordhausen hatte gestern zu einer Mitgliederversammlung in die Unternehmensräume der HABAU-Gruppe in Heringen eingeladen. Im Mittelpunkt des Interesses der Mittelständler standen Erfahrungen im Umgang mit der Mittelstandsrichtlinie, deren Novellierung seit dem vorigen Jahr bei der Vergabe öffentlicher Aufträge Anwendung findet...

Gespräch zwischen Wirtschaft und Verwaltung (Foto: MIT) Gespräch zwischen Wirtschaft und Verwaltung (Foto: MIT)

Begrüßt wurden die Gäste von HABAU-Geschäftsführer Roland Handrek, der kurz den Unternehmensstandort und den Schwerpunkt des Treffens vorstellte. Handrek sagte, dass es in der Baubranche einen ungezügelten Wettbewerb gebe, in dessen Folge zwei Drittel der Arbeitsplätze weggefallen sind. In Thüringen gebe es aktuell rund 20.000 Arbeitsplätze am Bau, vor zehn Jahren seien es 60.000 gewesen. Für die HABAU-Unternehmensgruppe konstatierte Roland Handrek ein schwieriges Jahr.

Nach der Einführung durch den Gastgeber vermittelten Vertreter der Stadt- und der Kreisverwaltung einen Einblick in die Vergabepraxis und die daraus gemachten Erfahrungen. Die städtische Bau- und Wirtschaftsdezernentin Inge Klaan (CDU) führte aus, dass die bisherigen Mittelstandsrichtlinie in der jetzigen Form Ende dieses Jahres auslaufen werde. 225 Auftragsvergaben habe es seitens der Stadtverwaltung Nordhausen im vergangenen Jahr gegeben. 102 Aufträge wurden an Unternehmen in der Stadt vergeben, 43 blieben im Landkreis. In diesem Jahr habe es bislang 81 Ausschreibungsverfahren gegeben.

Die Auftragsvergaben werden vor allem im zweiten Halbjahr erfolgen. Dies sei bedingt durch einen noch nicht genehmigten städtischen Haushalt und durch den zögerlichen Mittelfluss seitens des Landes. Insgesamt sollen in diesem Jahr in Nordhausen Investitionen in Höhe von 20 Millionen Euro getätigt werden.

Der Vertreter des Landratsamtes, Hans-Joachim Matzelle, ergänzte, dass seitens der Kreisverwaltung die Maßnahmen im Rahmen des Konjunkturpaketes vor allem bei der Sanierung von Schulen im Landkreis umgesetzt werden. So seien die Arbeiten am Förderzentrum Pestalozzi sowie an den Grundschulen in Sollstedt und Großwechsungen öffentlich ausgeschrieben worden. In diesem Jahr habe es bislang 31 Vergaben gegeben. Wie Inge Klaan plädierte auch Matzelle für die Beibehaltung der jetzigen Mittelstandsrichtlinie.

In der einsetzenden Diskussion wurden seitens der Unternehmer der Bürokratismus beim Ausschreibungsprozedere sowie die ohnehin schwerfällige Vergabepraxis bemängelt. HABAU-Geschäftsführer Handrek kritisierte den - offensichtlich gewollten - Wettbewerb im Zuge des Ausschreibungsverfahrens, der Firmen ruiniere, nur weil einige Preisunterbieter das billigste Angebot abgeben und dadurch den Zuschlag bekommen würden.

MIT-Vorsitzender Niels Neu benannte die Mittelstandsrichtlinie dennoch als sehr förderlich für die Unternehmen der Region. Sie könne bei den Ausschreibungen jedoch noch effektiver auf die jeweiligen Unternehmen zugeschnitten werden, besonderes unter regionalen Gesichtspunkten. Über die politischen Kontakte werde die Mittelstandsvereinigung des Landkreises Nordhausen versuchen, die Beibehaltung der aktuellen Vergaberichtlinie zu erwirken. Hier könne Arbeit und letztlich auch Gewerbesteuer für die Region generiert werden. Neu schätzte ein, dass seitens der öffentlichen Hand ein wenig mehr Sensibilität bei der Auftragsvergabe möglich und wünschenswert wäre.

Abschließend wertete Niels Neu die Veranstaltung am Montagabend als einen weiteren Versuch der Kommunikation zwischen den öffentlichen Auftraggebern und der heimischen Wirtschaft. Interessant erschien abschließend die Zahl von 86 Prozent. Das ist laut Inge Klaan der Anteil der Aufträge, die in der Region bleiben. Vor und mit der Mittelstandsrichtlinie.
Autor: nnz

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