Do, 13:56 Uhr
23.01.2003
„Für ein weltoffenes Nordhausen“
Nordhausen (nnz). Die NPD ist wieder auf Tournee und macht erneut Station in unserer Stadt. Darüber sind wir bestürzt! Besonders, weil der gespenstische Aufzug zwei Tage vor dem offiziellen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus über uns kommt. So beginnt ein Aufruf der Stadt Nordhausen und den Nordhäuser Stadtrates...
Ehemalige Häftlinge des KZ Mittelbau-Dora werden am Wochenende in der Stadt sein. Es muss für sie eine unerträgliche Zumutung, ja Demütigung, sein, erleben zu müssen, wie sich diejenigen wieder des öffentlichen Raumes unserer Stadt bemächtigen, die die Opfer der Nazi-Gewaltherrschaft verhöhnen. Uns bleibt nicht mehr, als die Überlebenden und deren Angehörige einzuladen, sich den genehmigten Gegenveranstaltungen zum Aufmarsch anzuschließen.
Wir sind empört, dass der Aufmarsch stattfinden darf. Diejenigen, die Rechtsstaatlichkeit und Demokratie mit Stiefeln treten, die sie abschaffen wollen, bedienen sich ihrer Spielregeln, um ihren Aufmarsch durchzusetzen. Wir bedauern, dass sich die Verantwortlichen in den Genehmigungsbehörden nicht gegen diesen Aufmarsch aussprechen konnten, und erwarten, dass sie zumindest ein offensichtliches und öffentliches politisches Zeichen setzen. Wir als Stadt haben dringend empfohlen, diesen Aufmarsch zu verbieten. Allerdings lag die endgültige Entscheidung nicht bei uns.
Wir sind über den Aufmarsch empört, weil damit der Willen mehrerer tausend Nordhäuser ignoriert wird, die mit Ihrer Unterschrift unter den Aufruf des Stadtrates Wehrt den Anfängen klar Nein zu Veranstaltungen von neofaschistischen Organisationen in Nordhausen gesagt haben. Wir rufen Sie, die Nordhäuser Bürger, auf:
Kommen Sie am Samstag zu den genehmigten Gegen-Veranstaltungen. Zeigen Sie hier friedlich Gesicht und Zivilcourage! Dokumentieren Sie damit, dass in Ihrer - in unserer - Stadt kein Platz für Rechtsextreme ist. Im Frühling des vergangenen Jahres hat der Stadtrat einstimmig ein öffentliches Bekenntnis der Stadt Nordhausen für ein respektvolles und würdiges Miteinander aller Menschen verabschiedet. Dort heißt es Helfen Sie mit, dass unsere Heimatstadt eine einladende, liebenswerte, weltoffene und tolerante Stadt ist. Anders werden wir keine Zukunft haben.
Zeigen wir, dass wir zu diesem Bekenntnis stehen und es leben!
Zugleich unsere Bitte – besonders an die Anwohner entlang der Strecke des Demonstrationszuges: Schließen Sie die Fenster. Senken sie die Rollläden. Löschen Sie das Licht in ihren Wohnungen. Geben Sie der Aufführung der NPD an seiner Nordhäuser Station keine Kulisse.
Barbara Rinke, Oberbürgermeisterin Stadt Nordhausen,
Klaus Wahlbuhl, Bürgermeister Stadt Nordhausen,
Dietrich Beyse, 2. Beigeordneter der Stadt Nordhausen,
Dr. Manfred Schröter, im Namen der CDU-Stadtratsfraktion (für abwesenden Fraktionsvorsitzenden Thomas Pape),
Sabine Meyer, Fraktionsvorsitzende, im Namen der SPD-Stadtratsfraktion,
Frank Hermsdorf, Fraktionsvorsitzender, im Namen der PDS-Stadtratsfraktion,
Klaus Gorges, Fraktionsvorsitzender, im Namen der Stadtratsfraktion Demokratische Mitte.
Autor: nnzEhemalige Häftlinge des KZ Mittelbau-Dora werden am Wochenende in der Stadt sein. Es muss für sie eine unerträgliche Zumutung, ja Demütigung, sein, erleben zu müssen, wie sich diejenigen wieder des öffentlichen Raumes unserer Stadt bemächtigen, die die Opfer der Nazi-Gewaltherrschaft verhöhnen. Uns bleibt nicht mehr, als die Überlebenden und deren Angehörige einzuladen, sich den genehmigten Gegenveranstaltungen zum Aufmarsch anzuschließen.
Wir sind empört, dass der Aufmarsch stattfinden darf. Diejenigen, die Rechtsstaatlichkeit und Demokratie mit Stiefeln treten, die sie abschaffen wollen, bedienen sich ihrer Spielregeln, um ihren Aufmarsch durchzusetzen. Wir bedauern, dass sich die Verantwortlichen in den Genehmigungsbehörden nicht gegen diesen Aufmarsch aussprechen konnten, und erwarten, dass sie zumindest ein offensichtliches und öffentliches politisches Zeichen setzen. Wir als Stadt haben dringend empfohlen, diesen Aufmarsch zu verbieten. Allerdings lag die endgültige Entscheidung nicht bei uns.
Wir sind über den Aufmarsch empört, weil damit der Willen mehrerer tausend Nordhäuser ignoriert wird, die mit Ihrer Unterschrift unter den Aufruf des Stadtrates Wehrt den Anfängen klar Nein zu Veranstaltungen von neofaschistischen Organisationen in Nordhausen gesagt haben. Wir rufen Sie, die Nordhäuser Bürger, auf:
Kommen Sie am Samstag zu den genehmigten Gegen-Veranstaltungen. Zeigen Sie hier friedlich Gesicht und Zivilcourage! Dokumentieren Sie damit, dass in Ihrer - in unserer - Stadt kein Platz für Rechtsextreme ist. Im Frühling des vergangenen Jahres hat der Stadtrat einstimmig ein öffentliches Bekenntnis der Stadt Nordhausen für ein respektvolles und würdiges Miteinander aller Menschen verabschiedet. Dort heißt es Helfen Sie mit, dass unsere Heimatstadt eine einladende, liebenswerte, weltoffene und tolerante Stadt ist. Anders werden wir keine Zukunft haben.
Zeigen wir, dass wir zu diesem Bekenntnis stehen und es leben!
Zugleich unsere Bitte – besonders an die Anwohner entlang der Strecke des Demonstrationszuges: Schließen Sie die Fenster. Senken sie die Rollläden. Löschen Sie das Licht in ihren Wohnungen. Geben Sie der Aufführung der NPD an seiner Nordhäuser Station keine Kulisse.
Barbara Rinke, Oberbürgermeisterin Stadt Nordhausen,
Klaus Wahlbuhl, Bürgermeister Stadt Nordhausen,
Dietrich Beyse, 2. Beigeordneter der Stadt Nordhausen,
Dr. Manfred Schröter, im Namen der CDU-Stadtratsfraktion (für abwesenden Fraktionsvorsitzenden Thomas Pape),
Sabine Meyer, Fraktionsvorsitzende, im Namen der SPD-Stadtratsfraktion,
Frank Hermsdorf, Fraktionsvorsitzender, im Namen der PDS-Stadtratsfraktion,
Klaus Gorges, Fraktionsvorsitzender, im Namen der Stadtratsfraktion Demokratische Mitte.

