Mo, 15:12 Uhr
13.01.2003
Krise im Handwerk hält an
Nordhausen (nnz). Das Thüringer Handwerk wird nach Ansicht der Handwerkskammer Erfurt auch in diesem Jahr nicht aus seiner tiefen Krise herauskommen. Gerechnet werde mit rund 4.000 wegfallenden Arbeitsplätzen und mehreren hundert ruinierten Handwerksbetrieben. Mehr zu diesen düsteren Aussichten und weiteren Zahlen in Ihrer nnz.
Wie Kammer-Präsident Rolf Ostermann heute sagte, seien im vergangenen Jahr allein im Kammerbezirk Erfurt 1.500 Beschäftigte entlassen worden. Die Zahl der eingetragenen Betriebe habe sich um 100 auf knapp 13.000 verringert. Betroffen seien mit Ausnahme des Gebäudereinigerhandwerks alle Branchen. Das Bau- und Ausbauhandwerk schrumpfe weiterhin am deutlichsten. Insgesamt habe es 149 Insolvenzen gegeben, 28 weniger als 2001, so Ostermann.
Das Kfz-Gewerbe schätze seine Lage als immer schlechter ein, sagte der Kammer-Präsident. Im Nahrungsmittelhandwerk drücke die Billigkonkurrenz der Discounter und die immer geringere Kaufkraft der Bevölkerung deutlich die Bilanz. Wachstumsmeldungen der Vorjahre beispielsweise aus dem Metallhandwerk bezögen sich jetzt nur noch auf einzelne Betriebe. Einzig die Schwarzarbeit boome weiter, sagte Ostermann. Rund 400 Vorfälle müssten regelmäßig bearbeitet werden. Ein Nachweis der Schwarzarbeit sei beispielsweise bei Frisören und Kfz-Handwerkern aber schwer. Leider werde die Feierabendarbeit vielfach noch als ein Kavaliersdelikt angesehen. Die Strafen dafür seien auch zu gering.
Charakteristisch für das vergangenen Jahr war nach Angaben Ostermanns die große Zahl an Betriebsaufgaben und die vielen Existenzgründungen. Auf rund 1000 Betriebsaufgaben seien knapp 1000 Existenzgründungen gekommen. Dabei seien vor allem große Handwerksbetriebe mit vielen Beschäftigten vom Markt verschwunden, während kleine Betriebe mit durchschnittlich fünf Beschäftigten, vor allem im handwerksähnlichen Gewerbe, dazu kamen. 42 Prozent der Existenzgründungen geben den Angaben zufolge bereits in den ersten zwei Jahren wieder auf.
Rückläufig war nach Angaben Ostermanns auch die Zahl der neuen Ausbildungsverträge. Sie habe mit 2872 um sechs Prozent unter der des Jahres 2001 gelegen. Vor allem im Bau- und Ausbauhandwerk, im Elektro- und Metallhandwerk sowie in den Gesundheits- und Körperpflegeberufen wurden deutlich weniger Lehrlinge angenommen.
Autor: nnzWie Kammer-Präsident Rolf Ostermann heute sagte, seien im vergangenen Jahr allein im Kammerbezirk Erfurt 1.500 Beschäftigte entlassen worden. Die Zahl der eingetragenen Betriebe habe sich um 100 auf knapp 13.000 verringert. Betroffen seien mit Ausnahme des Gebäudereinigerhandwerks alle Branchen. Das Bau- und Ausbauhandwerk schrumpfe weiterhin am deutlichsten. Insgesamt habe es 149 Insolvenzen gegeben, 28 weniger als 2001, so Ostermann.
Das Kfz-Gewerbe schätze seine Lage als immer schlechter ein, sagte der Kammer-Präsident. Im Nahrungsmittelhandwerk drücke die Billigkonkurrenz der Discounter und die immer geringere Kaufkraft der Bevölkerung deutlich die Bilanz. Wachstumsmeldungen der Vorjahre beispielsweise aus dem Metallhandwerk bezögen sich jetzt nur noch auf einzelne Betriebe. Einzig die Schwarzarbeit boome weiter, sagte Ostermann. Rund 400 Vorfälle müssten regelmäßig bearbeitet werden. Ein Nachweis der Schwarzarbeit sei beispielsweise bei Frisören und Kfz-Handwerkern aber schwer. Leider werde die Feierabendarbeit vielfach noch als ein Kavaliersdelikt angesehen. Die Strafen dafür seien auch zu gering.
Charakteristisch für das vergangenen Jahr war nach Angaben Ostermanns die große Zahl an Betriebsaufgaben und die vielen Existenzgründungen. Auf rund 1000 Betriebsaufgaben seien knapp 1000 Existenzgründungen gekommen. Dabei seien vor allem große Handwerksbetriebe mit vielen Beschäftigten vom Markt verschwunden, während kleine Betriebe mit durchschnittlich fünf Beschäftigten, vor allem im handwerksähnlichen Gewerbe, dazu kamen. 42 Prozent der Existenzgründungen geben den Angaben zufolge bereits in den ersten zwei Jahren wieder auf.
Rückläufig war nach Angaben Ostermanns auch die Zahl der neuen Ausbildungsverträge. Sie habe mit 2872 um sechs Prozent unter der des Jahres 2001 gelegen. Vor allem im Bau- und Ausbauhandwerk, im Elektro- und Metallhandwerk sowie in den Gesundheits- und Körperpflegeberufen wurden deutlich weniger Lehrlinge angenommen.


