Mo, 07:02 Uhr
03.05.2010
Schachspieler bleiben in der Bezirksliga
Die neunte und letzte Meisterschaftsrunde sollte für die zweite Mannschaft der Nordhäuser Schachsportler noch eine echte Herausforderung werden. Der SG Hausen/Gernrode reiste in die Rolandstadt mit der Absicht, noch einen Podestplatz zu erringen und die Nordhäuser Sportler mussten sich der Abstiegsgefahr entledigen.
Sehr mutig von den Gästen, nur mit sieben Spielern ihr Vorhaben zu verwirklichen, zog doch der Nordhäuser Mannschaftsleiter sämtliche Register, um in Bestbesetzung anzutreten. Klaus Moritz verzichtete auf seinen Einsatz und brachte noch einen Joker, welcher in der Ersten nicht fest aufgestellt ist, aber in dieser Liga (Landesklasse West) oft aushalf. Mindestens einen Punkt wollten die Gastgeber erkämpfen, Mannschaftsdienlichkeit war streng angesagt.
So lief es dann auch. Andreas Hüllenhagen bot sehr früh seinem starken DWZ Gegner das Remis an, was auch überraschend angenommen wurde. Rolf Stättler, besagter Joker am Brett 8, spielte mit seinen weißen Steinen sein Gegenüber völlig an die Wand . Er wählte das London System, Eröffnung mit Bauer d4 und Läufer f4. Matchentscheidend war eine Springergabel Dame-König-Schach.
Würde der Springer (so gewollt!) geschlagen, folgt das Matt mit der durch Läufer gedeckten Dame. Aufgabe, Punkt für Stättler , 2,5 zu 0,5 Führung für Nordhausen. Interessant das Igel-System von Virgil Curea an Brett 4 mit den schwarzen Figuren. Curea entwickelte seine Bauern zu einer Linie in dritter Reihe, welche dann sehr gefährlich wie Igelstacheln wirkten. Jegliche Bemühungen der weißen Steine wurden im Keime erstickt, zufriedenes Remis.
Am Brett 6 gab es nach einem sicher nach Sieg aussehenden Spiel für Andreas Montag (SC51) noch eine Herzschlag-Überraschung. Anstatt seine Siegchancen mit weiterer Entwicklung seines Springers auszubauen, bereitete Montag einen Figurenabtausch mit Verstärkung einer Linie Turm – Dame- Turm vor. Hätte Katzner von H/G den Abtausch durchgerechnet, wäre Montag matt, da er für seinen König auf der Grundlinie kein Abzugsfeld hatte. Beeindruckt von angeblich schlechterer Stellung nahm Katzner das Remisangebot von Montag, welcher seine gefährliche Situation auch nicht sofort erkannte, an. Pech und ärgerlich für den einen, glücklich für den anderen.
Neben Montag spielte Torsten Schrader geduldig und mutig an Brett 7 . Mit seiner englischen Eröffnungserwiderung Bauer e4 , Springer f6 kam er aber nicht so richtig weit. Mutig deshalb, weil er mit der Sprengung des Läuferpaares seines Gegner zugunsten seines Turmes (Qualität) aber mit einem Mehrbauern sich mehr Luft verschaffte. Gern nahm Schrader das Remisangebot seines Gegners , welcher vorher das Angebot von T.S. ablehnte, an. Damit hatten die Nordhäuser ihre Zielstellung , mindestens eine Punkt zu erzielen, erreicht. 4 Punkte standen schon im Spielbericht.
Es kam aber noch besser. Nachdem am Brett 2 der Ralf Peter (SC51) nach starker kämpferischer Leistung sein Bauernendspiel und damit die Partie verlor, war ja noch am Brett 5 Andreas Müller im Rennen. Dieser wählte mit den schwarzen Steinen die Sizialische Verteidigung , und der erfolgreichste Spieler in dieser Saison erspielte sich durch einen Mehrbauern sogar einen leichten Vorteil. Die erste Zeitkontrolle (noch keine 40 Züge nach 2 Stunden) sorgte für neue Spannung.
Blitzzüge mit Aufschreiben der Züge durch Mannschaftsmitglieder retteten beide Spieler über die erste Zeit, jeder bekam noch eine Stunde Spielzeit dazu , bis dahin wurden aber keine entscheidenden Fehler gemacht, und der Gegner musste enttäuscht Müller remis anbieten, was dieser, wie gesagt, mannschaftsdienlich, schnell annahm. Alle noch anwesenden Nordhäuser spendetet um 14:00 Uhr Applaus. Es wurde 4,5 zu 3,5 gewonnen und sich aus eigener Kraft der Abstiegssorgen entledigt.
Bis dahin wusste noch keiner, dass die Ergebnisse der noch anderen spielenden Mannschaften der Bezirksliga Nordthühringens den SC51 sogar auf den Tabellenplatz 6 verhalf. Doppeltes Glück !
Klaus Moritz
Autor: nnzSehr mutig von den Gästen, nur mit sieben Spielern ihr Vorhaben zu verwirklichen, zog doch der Nordhäuser Mannschaftsleiter sämtliche Register, um in Bestbesetzung anzutreten. Klaus Moritz verzichtete auf seinen Einsatz und brachte noch einen Joker, welcher in der Ersten nicht fest aufgestellt ist, aber in dieser Liga (Landesklasse West) oft aushalf. Mindestens einen Punkt wollten die Gastgeber erkämpfen, Mannschaftsdienlichkeit war streng angesagt.
So lief es dann auch. Andreas Hüllenhagen bot sehr früh seinem starken DWZ Gegner das Remis an, was auch überraschend angenommen wurde. Rolf Stättler, besagter Joker am Brett 8, spielte mit seinen weißen Steinen sein Gegenüber völlig an die Wand . Er wählte das London System, Eröffnung mit Bauer d4 und Läufer f4. Matchentscheidend war eine Springergabel Dame-König-Schach.
Würde der Springer (so gewollt!) geschlagen, folgt das Matt mit der durch Läufer gedeckten Dame. Aufgabe, Punkt für Stättler , 2,5 zu 0,5 Führung für Nordhausen. Interessant das Igel-System von Virgil Curea an Brett 4 mit den schwarzen Figuren. Curea entwickelte seine Bauern zu einer Linie in dritter Reihe, welche dann sehr gefährlich wie Igelstacheln wirkten. Jegliche Bemühungen der weißen Steine wurden im Keime erstickt, zufriedenes Remis.
Am Brett 6 gab es nach einem sicher nach Sieg aussehenden Spiel für Andreas Montag (SC51) noch eine Herzschlag-Überraschung. Anstatt seine Siegchancen mit weiterer Entwicklung seines Springers auszubauen, bereitete Montag einen Figurenabtausch mit Verstärkung einer Linie Turm – Dame- Turm vor. Hätte Katzner von H/G den Abtausch durchgerechnet, wäre Montag matt, da er für seinen König auf der Grundlinie kein Abzugsfeld hatte. Beeindruckt von angeblich schlechterer Stellung nahm Katzner das Remisangebot von Montag, welcher seine gefährliche Situation auch nicht sofort erkannte, an. Pech und ärgerlich für den einen, glücklich für den anderen.
Neben Montag spielte Torsten Schrader geduldig und mutig an Brett 7 . Mit seiner englischen Eröffnungserwiderung Bauer e4 , Springer f6 kam er aber nicht so richtig weit. Mutig deshalb, weil er mit der Sprengung des Läuferpaares seines Gegner zugunsten seines Turmes (Qualität) aber mit einem Mehrbauern sich mehr Luft verschaffte. Gern nahm Schrader das Remisangebot seines Gegners , welcher vorher das Angebot von T.S. ablehnte, an. Damit hatten die Nordhäuser ihre Zielstellung , mindestens eine Punkt zu erzielen, erreicht. 4 Punkte standen schon im Spielbericht.
Es kam aber noch besser. Nachdem am Brett 2 der Ralf Peter (SC51) nach starker kämpferischer Leistung sein Bauernendspiel und damit die Partie verlor, war ja noch am Brett 5 Andreas Müller im Rennen. Dieser wählte mit den schwarzen Steinen die Sizialische Verteidigung , und der erfolgreichste Spieler in dieser Saison erspielte sich durch einen Mehrbauern sogar einen leichten Vorteil. Die erste Zeitkontrolle (noch keine 40 Züge nach 2 Stunden) sorgte für neue Spannung.
Blitzzüge mit Aufschreiben der Züge durch Mannschaftsmitglieder retteten beide Spieler über die erste Zeit, jeder bekam noch eine Stunde Spielzeit dazu , bis dahin wurden aber keine entscheidenden Fehler gemacht, und der Gegner musste enttäuscht Müller remis anbieten, was dieser, wie gesagt, mannschaftsdienlich, schnell annahm. Alle noch anwesenden Nordhäuser spendetet um 14:00 Uhr Applaus. Es wurde 4,5 zu 3,5 gewonnen und sich aus eigener Kraft der Abstiegssorgen entledigt.
Bis dahin wusste noch keiner, dass die Ergebnisse der noch anderen spielenden Mannschaften der Bezirksliga Nordthühringens den SC51 sogar auf den Tabellenplatz 6 verhalf. Doppeltes Glück !
Klaus Moritz


