Fr, 13:27 Uhr
02.04.2010
nnz-Wetterrücklick
Gründlich gemessen haben wieder die Wetterfrösche der FH unter Leitung von Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp. Wie sie den März bewertete erfahren Sie hier.
Autorin: Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp (Foto: privat)
Da sind sie wieder: Die Studenten genießen die Pausen auf den Bänken vor dem Hörsaalgebäude – in der Sonne. Blauer Himmel, Wärme. Schneeglöckchen und Krokusse, die ersten Osterglocken – wie haben wir das alles vermisst. Nun könnte es eigentlich so bleiben, oder? Die Uhr steht seit vergangener Woche auf Sommerzeit. Es ist abends wieder länger hell. Da wollen wir ihn wieder – den Sommer, am liebsten sofort.
Natürlich geht das nicht so schnell. Denn jetzt beginnt erst einmal der alljährliche Kampf an der Polarfront. Kalt gegen warm, polares Tief gegen subtropisches Hoch. Gewinnen wird sicher die warme Luft aus dem Süden. Bisher gab es in der Vergangenheit ja nachweislich erst einmal ein Jahr ohne Sommer, im Jahr 1816.
Schuld daran war der Vulkanausbruch des Tambora im April 1815. Dieser Ausbruch gehört mit zu den stärksten, die in der Menschheitsgeschichte je beschrieben wurde. Enorme Mengen an Staub und Asche reduzierten die Sonneneinstrahlung auf die Erde derart, dass die Abkühlung der Atmosphäre noch drei weitere Jahre anhielt und insbesondere in Nord-Amerika und Europa für Unwetter, Missernten und Hungersnöte sorgte.
Zurück nach Nordhausen: Einen kleinen Vorgeschmack auf den Sommer gab es ja bereits. Mit 25,2°C wurde am 26. März an der Campus-Station der erste Sommertag im Jahr 2010 gemessen. Wohlwissend, dass uns hier die Wärmespeicherkapazität der Gebäude und deren Wärmeemission etwas zu hohe Temperaturen liefert. Übrigens genau 19 Tage nach der tiefsten März-Temperatur: Mit minus 10°C war es am 07. März nochmals richtig strenger Winter.
Der letzte von dreizehn Frosttagen wurde am 18.03. registriert – es war aber im Jahr 2010 sicher noch nicht der letzte. Eistage gab es keine mehr. Die 20°-Marke wurde in der zweiten Monatshälfte bereits dreimal überschritten. Im Mittel betrug die Lufttemperatur im März 5,5 °C und lag – abzüglich der Korrektur der innerstädtischen Lage von ca. 1.5 °C – leicht über dem langjährigen, d.h. 50-jährigen Mittel, von Nordhausen.
Die Mitteltemperatur der ersten Monatshälfte betrug übrigens nur 1,3°C, in der zweiten Hälfte stieg sie dann kräftig an, auf genau 10°C. Genau passend zum Start des Sommersemesters in Nordhausen an der Fachhochschule.
Der Niederschlag fiel im März zunächst noch als Schnee, erst in der zweiten Monatshälfte dann als Regen. Insgesamt wurde, besonders im Vergleich zu den vergangenen vier Jahren weniger Niederschlag gemessen, nur 25,9 mm bzw. Liter pro Quadratmeter, üblich sind 46 l/m². Dieser Trend gilt nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes insgesamt für Thüringen. Mit 40 l/m² war unser Freistaat nach Mecklenburg-Vorpommern übrigens das zweitrockenste Bundesland im März.
Wenn wenig Niederschlag fällt, scheint eben mehr die Sonne. Genau das bestätigt auch der DWD: 138 Stunden Sonne in Gesamtthüringen, in Nordhausen auf dem Campus waren es immerhin 114 Stunden. Im Mittel werden sowohl thüringenweit als auch in Nordhausen eigentlich nur 104 Stunden Sonne im März erwartet.
Die höchste Windgeschwindigkeit des Jahres 2010 lieferte der erste März. Mit 16,1 m/s im 1-Minuten Mittel übertraf er die 12,5 m/s vom 26. März deutlich. Umgerechnet sind das 58 bzw. 45 km/h. Böen werden an der Campus ja nicht erfasst, deren Geschwindigkeiten liegen aber sicher deutlich über den hier genannten Werten. Insgesamt überwogen im März in Nordhausen südwestliche Strömungsrichtungen. Zur Erinnerung: Der kalte und lange Winter 2009/2010 wurde von Luftmassen aus östlichen Regionen dominiert.
Heutzutage erfährt man ja quasi flächendeckend von der gerade vorherrschenden Windrichtung – ein Blick auf die Windkraftanlagen reicht aus. Denn sie richten ihre Nase immer genau dahin, wo der Wind eben gerade her bläst.
Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp
Autor: nnz
Autorin: Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp (Foto: privat)
Da sind sie wieder: Die Studenten genießen die Pausen auf den Bänken vor dem Hörsaalgebäude – in der Sonne. Blauer Himmel, Wärme. Schneeglöckchen und Krokusse, die ersten Osterglocken – wie haben wir das alles vermisst. Nun könnte es eigentlich so bleiben, oder? Die Uhr steht seit vergangener Woche auf Sommerzeit. Es ist abends wieder länger hell. Da wollen wir ihn wieder – den Sommer, am liebsten sofort.Natürlich geht das nicht so schnell. Denn jetzt beginnt erst einmal der alljährliche Kampf an der Polarfront. Kalt gegen warm, polares Tief gegen subtropisches Hoch. Gewinnen wird sicher die warme Luft aus dem Süden. Bisher gab es in der Vergangenheit ja nachweislich erst einmal ein Jahr ohne Sommer, im Jahr 1816.
Schuld daran war der Vulkanausbruch des Tambora im April 1815. Dieser Ausbruch gehört mit zu den stärksten, die in der Menschheitsgeschichte je beschrieben wurde. Enorme Mengen an Staub und Asche reduzierten die Sonneneinstrahlung auf die Erde derart, dass die Abkühlung der Atmosphäre noch drei weitere Jahre anhielt und insbesondere in Nord-Amerika und Europa für Unwetter, Missernten und Hungersnöte sorgte.
Zurück nach Nordhausen: Einen kleinen Vorgeschmack auf den Sommer gab es ja bereits. Mit 25,2°C wurde am 26. März an der Campus-Station der erste Sommertag im Jahr 2010 gemessen. Wohlwissend, dass uns hier die Wärmespeicherkapazität der Gebäude und deren Wärmeemission etwas zu hohe Temperaturen liefert. Übrigens genau 19 Tage nach der tiefsten März-Temperatur: Mit minus 10°C war es am 07. März nochmals richtig strenger Winter.
Der letzte von dreizehn Frosttagen wurde am 18.03. registriert – es war aber im Jahr 2010 sicher noch nicht der letzte. Eistage gab es keine mehr. Die 20°-Marke wurde in der zweiten Monatshälfte bereits dreimal überschritten. Im Mittel betrug die Lufttemperatur im März 5,5 °C und lag – abzüglich der Korrektur der innerstädtischen Lage von ca. 1.5 °C – leicht über dem langjährigen, d.h. 50-jährigen Mittel, von Nordhausen.
Die Mitteltemperatur der ersten Monatshälfte betrug übrigens nur 1,3°C, in der zweiten Hälfte stieg sie dann kräftig an, auf genau 10°C. Genau passend zum Start des Sommersemesters in Nordhausen an der Fachhochschule.
Der Niederschlag fiel im März zunächst noch als Schnee, erst in der zweiten Monatshälfte dann als Regen. Insgesamt wurde, besonders im Vergleich zu den vergangenen vier Jahren weniger Niederschlag gemessen, nur 25,9 mm bzw. Liter pro Quadratmeter, üblich sind 46 l/m². Dieser Trend gilt nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes insgesamt für Thüringen. Mit 40 l/m² war unser Freistaat nach Mecklenburg-Vorpommern übrigens das zweitrockenste Bundesland im März.
Wenn wenig Niederschlag fällt, scheint eben mehr die Sonne. Genau das bestätigt auch der DWD: 138 Stunden Sonne in Gesamtthüringen, in Nordhausen auf dem Campus waren es immerhin 114 Stunden. Im Mittel werden sowohl thüringenweit als auch in Nordhausen eigentlich nur 104 Stunden Sonne im März erwartet.
Die höchste Windgeschwindigkeit des Jahres 2010 lieferte der erste März. Mit 16,1 m/s im 1-Minuten Mittel übertraf er die 12,5 m/s vom 26. März deutlich. Umgerechnet sind das 58 bzw. 45 km/h. Böen werden an der Campus ja nicht erfasst, deren Geschwindigkeiten liegen aber sicher deutlich über den hier genannten Werten. Insgesamt überwogen im März in Nordhausen südwestliche Strömungsrichtungen. Zur Erinnerung: Der kalte und lange Winter 2009/2010 wurde von Luftmassen aus östlichen Regionen dominiert.
Heutzutage erfährt man ja quasi flächendeckend von der gerade vorherrschenden Windrichtung – ein Blick auf die Windkraftanlagen reicht aus. Denn sie richten ihre Nase immer genau dahin, wo der Wind eben gerade her bläst.
Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp


