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Mo, 10:34 Uhr
30.12.2002

Bereitschaft weiter gesunken

Nordhausen (nnz). Die Thüringer Wirtschaft tritt auf der Stelle und auch für 2003 erwartet die Industrie- und Handelskammer Erfurt nur eine schwache konjunkturelle Belebung. Und trotzdem gab und gibt es einen kleinen Lichtblick.


Das sei gegenwärtig die Industrie. Sie hätte sich trotz Konjunkturflaute als einigermaßen robust erwiesen und von steigenden Exportaufträgen profitiert. Hauptleidtragende der wirtschaftspolitischen Turbulenzen der letzten Monate wären die konsumabhängigen Bereiche, wie Handel, Gastronomie und Dienstleistungen, wo der Umsatz auf breiter Front zusammengebrochen sei. Hier hätte auch das Weihnachtsgeschäft nicht mehr entscheidend korrigieren können.

„Rot-Grün hat seit der Wahl eine große Verunsicherung bei Unternehmern und Verbrauchern ausgelöst. Die ohnehin schlechte konjunkturelle Lage wurde dadurch noch verschärft; die Stimmung in der Wirtschaft ist auf dem Nullpunkt“, beklagt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Im vierten Quartal des ablaufenden Jahres wäre die Investitionsbereitschaft der Thüringer Firmen weiter gesunken. Die geplanten steuerlichen Maßnahmen, wie die Einschränkung des Verlustvortrages und die Einführung einer Mindestbesteuerung sowie steigende Sozialversicherungsbeiträge würden sich als Bremse für den wirtschaftlichen Aufschwung erweisen. Durchschlagende Verbesserungen auf dem Thüringer Arbeitsmarkt seien so nicht zu erwarten.

„Es ist zu hoffen, dass sich der wirtschaftspolitische Frostzustand langsam dem Ende zuneigt“, so Grusser. Klar sei aber auch, dass die jüngsten Äußerungen zum Thema Zinsabgeltungssteuer sowie die Einigung zur Reform der Mini-Jobs zunächst nur erste Hoffnungsschimmer darstellten. Um den nachhaltigen Vertrauensschaden in der Wirtschaft zu heilen, seien endlich tiefgreifende Reformen notwendig. Ein konjunktureller Wendepunkt in der zweiten Jahreshälfte 2003 wäre dann durchaus denkbar.
Autor: nnz

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