Fr, 13:09 Uhr
27.12.2002
nnz-Doku (16): Grußwort des Landrates
Nordhausen (nnz). In seinem traditionellen Grußwort zum Jahreswechsel zeigt Joachim Claus (CDU) auf, dass er nicht mit allen Entwicklungen zufrieden ist. Mehr dazu mit einem Klick auf MEHR.
Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger!
Immer dann, wenn sich ein Jahr dem Ende zu neigt, werden in vielen Fenstern die Schwippbögen aufgestellt und die Kerzen an Pyramiden und Weihnachtsbäumen angezündet. Damit sind jene Stunden angebrochen, die für viele zu den schönsten des Jahres zählen. Die Aufregung und Vorfreude wird spürbar, wenn die Kinder ihre Wunschzettel verfassen und die Eltern sich um die Beschaffung des Weihnachtsbaumes, des Festessens und die Geschenke kümmern.
All das wird zuweilen in einer hektischen Betriebsamkeit sichtbar, wenn es darum geht, dass schönste Fest des Jahres für die Familie, für die Freunde, für die Angehörigen vorzubereiten.
Für mich als Landrat des Landkreises Nordhausen ist die Vorbereitung auf Weihnachten, aber auch das bevorstehende Ende des Jahres 2002 Anlass zur Besinnung und zum Rückblick auf das, was erreicht wurde und auch auf das, was ich mir zum Wohle der Bevölkerung des Landkreises vorgenommen hatte, aber leider nicht zur vollen Zufriedenheit vollenden konnte.
Gerade in der Weihnachtszeit sind meine Gedanken bei den Menschen, die durch Arbeitslosigkeit, durch gesundheitliche Probleme oder welche Probleme auch immer, nicht so recht in eine Festtagsstimmung kommen können. Ihnen gilt mein ganz besonderer Gruß. Ich möchte Sie ermutigen, nicht aufzugeben in Ihrem Bemühen um einen Arbeitsplatz und nicht aufzugeben in der Hoffnung, dass die gesundheitlichen Probleme sich recht bald zum Guten wenden mögen.
Natürlich werden Sie verstehen, dass ich am Jahresende auch als Landrat des Landkreises Nordhausen die politischen, die kulturellen, die touristischen und die wirtschaftlichen Entwicklungen des Landkreises Revue passieren lasse. Auf wirtschaftlichem Gebiet erfüllt mich neben den vielen positiven Signalen, die wir zur Kenntnis nehmen können, die wir aber auch schon ein Stück als selbstverständlich betrachten, die ständig steigende Anzahl der Insolvenzen der Unternehmen in unserer Region, mit großer Sorge.
Mit großer Sorge auch deshalb, weil eine Insolvenz sehr oft zum Verlust vieler Arbeitsplätze führen kann. Immer dann, wenn die aktuellen Zahlen der Bundesanstalt für Arbeit auf meinen Tisch kommen, erkenne ich darin eine wesentliche Ursache für die gegenwärtig schwierige wirtschaftliche Situation auf der Ebene von Bund, Land und den Kommunen.
Bleibt für mich genau zu diesem Punkt die Feststellung, wenn es uns, der Politik genau so wie der Wirtschaft, nicht gelingt, drastisch die hohen Arbeitslosenquoten zu senken, gelingt es uns auch nicht, die Wirtschaft anzukurbeln und das wirtschaftliche Wachstum im Landkreis Nordhausen und darüber hinaus in der gesamten Bundesrepublik Deutschland zu steigern.
Aus diesem Grund ergeht auch heute wie in den vergangenen Jahren ein Appell an die Verantwortungsträger von Bund, Land und Gemeinden, die Kräfte zu bündeln und alle gemeinsam an einem Strang zu ziehen, um zu einer positiven Entwicklung unserer Region für uns alle zu kommen.
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
ich möchte meine Worte zum Jahresende in besonderem Maße auch dafür nutzen, mich bei denen zu bedanken die mir im vergangenen Jahr bei der Erfüllung meiner Aufgaben mit ihrem Rat und ihrer Tat positiv zur Seite gestanden haben. Vieles wäre nicht auf den Weg zu bringen gewesen, wenn es diese Helfer nicht gegeben hätte. Ihnen gilt mein besonderer Respekt und meine Anerkennung für das, was sie in der Region Nordhausen geleistet haben.
Besonders möchte ich dabei den Damen und Herren der Wirtschaft danken, die sich sehr intensiv in den zurückliegenden Monaten dafür eingesetzt haben, dass die wirtschaftliche Entwicklung des Landkreises Nordhausen die Impulse erfährt, die erforderlich sind, um wirtschaftlich erfolgreich und für eventuell entstehende Neuinvestitionen attraktiv genug zu sein. Ich denke hierbei besonders an die umfangreichen Aktivitäten des Verbandes der Wirtschaft Nordhausen e. V., der mit seiner Veranstaltung Quo vadis Nordhausen im BIC-Nordthüringen einen Aktivitätenrahmen aufgebaut hat, den es nun mit Inhalt zu füllen gilt. Auch dem Industriellen Stammtisch e.V. und nicht zuletzt den Regionalen Wirtschaftsverbänden danke ich für ihr Engagement im Landkreis Nordhausen. Viele Wirtschaftsunternehmen unserer Region wären noch im positiven Sinne zu benennen. Sie alle, dessen bin ich mir bewusst, tragen dazu bei, dass mit ihren Produkten und mit ihrem Know How der Landkreis Nordhausen weithin bekannt ist.
In zunehmendem Maße verbessert sich die Infrastruktur des Landkreises. Die Sanierung der Bahnverbindung Nordhausen – Ellrich steht kurz vor der Vollendung. Die A 38 von Werther nach Wipperdorf sorgt nun für eine komplette Ost-West-Umgehung von Nordhausen. Damit sind ca. 80 Prozent der für den Landkreis Nordhausen vorgesehenen Autobahn-Kilometer fertiggestellt. Positive Signale gibt es aus dem touristischen Bereich sowie der Traditionspflege und der Vereinsarbeit in unserer Region.
Aber, so sehr ich die vielen positiven Signale schätze und werte, mir als Landrat des Landkreises Nordhausen ist das alles noch zu wenig. Die Unternehmen, die um ihre Existenz ringen, die Betriebe, die sich in Insolvenz befinden oder kurz vor dem Konkurs stehen, haben momentan sehr wenig von den genannten positiven Dingen. Solange viele Mitbürgerinnen und Mitbürger oftmals mehrere Monate auf den Lohn für ihre geleistete Arbeit warten müssen und solange der Abbau von Arbeitsplätzen selbstverständlicher ist als die Schaffung von neuen Stellen, hält sich meine Begeisterung für alle positiv zu sehenden Aspekte im Landkreis in Grenzen.
So appelliere ich auch heute erneut und wiederholt an die große Politik, endlich die Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine positive wirtschaftliche Entwicklung ermöglichen. Den Wirtschaftsunternehmen, der Handwerkerschaft, dem Dienstleistungsgewerbe muss die Chance zur wirtschaftlichen Entwicklung gegeben werden. Nur damit können neue zwingend erforderliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Nur positive Beschäftigungszahlen sind die Grundlage für eine funktionierende soziale Sicherung, sind die Grundlage für Kaufkraft und für eine gesunde Entwicklung. Genau dieser positiven Entwicklung bedarf es, um unsere jungen Mitbürgerinnen und Mitbürger in unserer Region zu halten und ein Abwandern zu verhindern. Aber, solange im gesamten Bundesgebiet der Abbau von Arbeitsplätzen eine der beliebtesten Rationalisierungsmassnahmen bleibt, kann ich eine Wende zur positiven Entwicklung unseres Landes und auch unseres Landkreises nicht sehen.
Trotz dieser etwas pessimistisch gefärbten Gedankengänge - oder gerade deshalb - möchte ich Sie alle, werte Mitbürgerinnen und Mitbürger, ermutigen, nicht nachzulassen in Ihrem Bemühen um unsere Region. Entwickeln Sie mit uns, mit den kommunalen Vertretern des Landkreises, mit den Wirtschaftsunternehmen und mit unseren Bildungseinrichtungen, allen voran die Fachhochschule, Gedanken und Aktivitäten die letztlich das Wohl unseres Landkreises positiv beeinflussen.
Und denen, die sich gern einbringen würden, wenn sie doch nur einen Job hätten, möchte ich Mut machen und sie bitten nicht zu resignieren. Wer kämpft kann verlieren. Wer nicht kämpft hat bereits verloren.
Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger,
Sie alle haben von den tragischen Ereignissen in Afghanistan erfahren. Mit großer Bestürzung müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass eine Familie aus dem Landkreis Nordhausen von dem schrecklichen Geschehen betroffen ist. Ich bin mir sicher, dass ich im Namen aller Mitbürgerinnen und Mitbürger spreche, wenn ich den betroffenen Hinterbliebenen meine persönliche und selbstverständlich unser aller aufrichtige Anteilnahme ausspreche.
Ihnen allen möchte ich einen guten Rutsch in das neue Jahr wünschen. Eine gute Zeit sowie ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2003.
Ihr Joachim Claus, Landrat des Landkreises Nordhausen
Autor: nnzSehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger!
Immer dann, wenn sich ein Jahr dem Ende zu neigt, werden in vielen Fenstern die Schwippbögen aufgestellt und die Kerzen an Pyramiden und Weihnachtsbäumen angezündet. Damit sind jene Stunden angebrochen, die für viele zu den schönsten des Jahres zählen. Die Aufregung und Vorfreude wird spürbar, wenn die Kinder ihre Wunschzettel verfassen und die Eltern sich um die Beschaffung des Weihnachtsbaumes, des Festessens und die Geschenke kümmern.
All das wird zuweilen in einer hektischen Betriebsamkeit sichtbar, wenn es darum geht, dass schönste Fest des Jahres für die Familie, für die Freunde, für die Angehörigen vorzubereiten.
Für mich als Landrat des Landkreises Nordhausen ist die Vorbereitung auf Weihnachten, aber auch das bevorstehende Ende des Jahres 2002 Anlass zur Besinnung und zum Rückblick auf das, was erreicht wurde und auch auf das, was ich mir zum Wohle der Bevölkerung des Landkreises vorgenommen hatte, aber leider nicht zur vollen Zufriedenheit vollenden konnte.
Gerade in der Weihnachtszeit sind meine Gedanken bei den Menschen, die durch Arbeitslosigkeit, durch gesundheitliche Probleme oder welche Probleme auch immer, nicht so recht in eine Festtagsstimmung kommen können. Ihnen gilt mein ganz besonderer Gruß. Ich möchte Sie ermutigen, nicht aufzugeben in Ihrem Bemühen um einen Arbeitsplatz und nicht aufzugeben in der Hoffnung, dass die gesundheitlichen Probleme sich recht bald zum Guten wenden mögen.
Natürlich werden Sie verstehen, dass ich am Jahresende auch als Landrat des Landkreises Nordhausen die politischen, die kulturellen, die touristischen und die wirtschaftlichen Entwicklungen des Landkreises Revue passieren lasse. Auf wirtschaftlichem Gebiet erfüllt mich neben den vielen positiven Signalen, die wir zur Kenntnis nehmen können, die wir aber auch schon ein Stück als selbstverständlich betrachten, die ständig steigende Anzahl der Insolvenzen der Unternehmen in unserer Region, mit großer Sorge.
Mit großer Sorge auch deshalb, weil eine Insolvenz sehr oft zum Verlust vieler Arbeitsplätze führen kann. Immer dann, wenn die aktuellen Zahlen der Bundesanstalt für Arbeit auf meinen Tisch kommen, erkenne ich darin eine wesentliche Ursache für die gegenwärtig schwierige wirtschaftliche Situation auf der Ebene von Bund, Land und den Kommunen.
Bleibt für mich genau zu diesem Punkt die Feststellung, wenn es uns, der Politik genau so wie der Wirtschaft, nicht gelingt, drastisch die hohen Arbeitslosenquoten zu senken, gelingt es uns auch nicht, die Wirtschaft anzukurbeln und das wirtschaftliche Wachstum im Landkreis Nordhausen und darüber hinaus in der gesamten Bundesrepublik Deutschland zu steigern.
Aus diesem Grund ergeht auch heute wie in den vergangenen Jahren ein Appell an die Verantwortungsträger von Bund, Land und Gemeinden, die Kräfte zu bündeln und alle gemeinsam an einem Strang zu ziehen, um zu einer positiven Entwicklung unserer Region für uns alle zu kommen.
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
ich möchte meine Worte zum Jahresende in besonderem Maße auch dafür nutzen, mich bei denen zu bedanken die mir im vergangenen Jahr bei der Erfüllung meiner Aufgaben mit ihrem Rat und ihrer Tat positiv zur Seite gestanden haben. Vieles wäre nicht auf den Weg zu bringen gewesen, wenn es diese Helfer nicht gegeben hätte. Ihnen gilt mein besonderer Respekt und meine Anerkennung für das, was sie in der Region Nordhausen geleistet haben.
Besonders möchte ich dabei den Damen und Herren der Wirtschaft danken, die sich sehr intensiv in den zurückliegenden Monaten dafür eingesetzt haben, dass die wirtschaftliche Entwicklung des Landkreises Nordhausen die Impulse erfährt, die erforderlich sind, um wirtschaftlich erfolgreich und für eventuell entstehende Neuinvestitionen attraktiv genug zu sein. Ich denke hierbei besonders an die umfangreichen Aktivitäten des Verbandes der Wirtschaft Nordhausen e. V., der mit seiner Veranstaltung Quo vadis Nordhausen im BIC-Nordthüringen einen Aktivitätenrahmen aufgebaut hat, den es nun mit Inhalt zu füllen gilt. Auch dem Industriellen Stammtisch e.V. und nicht zuletzt den Regionalen Wirtschaftsverbänden danke ich für ihr Engagement im Landkreis Nordhausen. Viele Wirtschaftsunternehmen unserer Region wären noch im positiven Sinne zu benennen. Sie alle, dessen bin ich mir bewusst, tragen dazu bei, dass mit ihren Produkten und mit ihrem Know How der Landkreis Nordhausen weithin bekannt ist.
In zunehmendem Maße verbessert sich die Infrastruktur des Landkreises. Die Sanierung der Bahnverbindung Nordhausen – Ellrich steht kurz vor der Vollendung. Die A 38 von Werther nach Wipperdorf sorgt nun für eine komplette Ost-West-Umgehung von Nordhausen. Damit sind ca. 80 Prozent der für den Landkreis Nordhausen vorgesehenen Autobahn-Kilometer fertiggestellt. Positive Signale gibt es aus dem touristischen Bereich sowie der Traditionspflege und der Vereinsarbeit in unserer Region.
Aber, so sehr ich die vielen positiven Signale schätze und werte, mir als Landrat des Landkreises Nordhausen ist das alles noch zu wenig. Die Unternehmen, die um ihre Existenz ringen, die Betriebe, die sich in Insolvenz befinden oder kurz vor dem Konkurs stehen, haben momentan sehr wenig von den genannten positiven Dingen. Solange viele Mitbürgerinnen und Mitbürger oftmals mehrere Monate auf den Lohn für ihre geleistete Arbeit warten müssen und solange der Abbau von Arbeitsplätzen selbstverständlicher ist als die Schaffung von neuen Stellen, hält sich meine Begeisterung für alle positiv zu sehenden Aspekte im Landkreis in Grenzen.
So appelliere ich auch heute erneut und wiederholt an die große Politik, endlich die Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine positive wirtschaftliche Entwicklung ermöglichen. Den Wirtschaftsunternehmen, der Handwerkerschaft, dem Dienstleistungsgewerbe muss die Chance zur wirtschaftlichen Entwicklung gegeben werden. Nur damit können neue zwingend erforderliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Nur positive Beschäftigungszahlen sind die Grundlage für eine funktionierende soziale Sicherung, sind die Grundlage für Kaufkraft und für eine gesunde Entwicklung. Genau dieser positiven Entwicklung bedarf es, um unsere jungen Mitbürgerinnen und Mitbürger in unserer Region zu halten und ein Abwandern zu verhindern. Aber, solange im gesamten Bundesgebiet der Abbau von Arbeitsplätzen eine der beliebtesten Rationalisierungsmassnahmen bleibt, kann ich eine Wende zur positiven Entwicklung unseres Landes und auch unseres Landkreises nicht sehen.
Trotz dieser etwas pessimistisch gefärbten Gedankengänge - oder gerade deshalb - möchte ich Sie alle, werte Mitbürgerinnen und Mitbürger, ermutigen, nicht nachzulassen in Ihrem Bemühen um unsere Region. Entwickeln Sie mit uns, mit den kommunalen Vertretern des Landkreises, mit den Wirtschaftsunternehmen und mit unseren Bildungseinrichtungen, allen voran die Fachhochschule, Gedanken und Aktivitäten die letztlich das Wohl unseres Landkreises positiv beeinflussen.
Und denen, die sich gern einbringen würden, wenn sie doch nur einen Job hätten, möchte ich Mut machen und sie bitten nicht zu resignieren. Wer kämpft kann verlieren. Wer nicht kämpft hat bereits verloren.
Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger,
Sie alle haben von den tragischen Ereignissen in Afghanistan erfahren. Mit großer Bestürzung müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass eine Familie aus dem Landkreis Nordhausen von dem schrecklichen Geschehen betroffen ist. Ich bin mir sicher, dass ich im Namen aller Mitbürgerinnen und Mitbürger spreche, wenn ich den betroffenen Hinterbliebenen meine persönliche und selbstverständlich unser aller aufrichtige Anteilnahme ausspreche.
Ihnen allen möchte ich einen guten Rutsch in das neue Jahr wünschen. Eine gute Zeit sowie ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2003.
Ihr Joachim Claus, Landrat des Landkreises Nordhausen



