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Do, 13:50 Uhr
18.03.2010

Noch ein runder Tisch

Ja, ja, runde Tische gab es in diesem Teil Deutschlands schon viele. Während der Wende gab es auch in Nordhausen ein solches Möbel, die IHK hat eines und jetzt gibt es in Nordhausen gar einen gesunden runden Tisch. Einzelheiten mit dem bekannten Klick...

Landrat eröffnet (Foto: J. Piper) Landrat eröffnet (Foto: J. Piper)

Der Fachbereich Gesundheitswesen des Landratsamtes hat den Runden Tisch Gesundheit ins Leben gerufen, der sich allen Altersgruppen zuwenden will. Ziel ist es, die kommunale Gesundheitsförderung voranzutreiben und als Gestaltungsprinzip in kommunalen Entscheidungsprozessen zu etablieren. Landrat Joachim Claus (CDU), die 2. Beigeordnete Loni Grünwald (LINKE) und Amtsärztin Ingrid Francke begrüßten rund 30 Vertreter sozialer Organisationen, der Wissenschaft, Wirtschaft, Krankenkassen und Verwaltung von Stadt und Landkreis Nordhausen bei der gestrigen Auftaktveranstaltung im St. Jakob Haus.

Der Landkreis Nordhausen ist neben dem Ilm-Kreis eine von zwei Modellregionen in Thüringen, das ein Gesundheitsziel des Freistaats auf kommunaler Ebene aufgreift. Im Speziellen geht es dabei um die Entwicklung bedarfsgerechter, qualitätsgesicherter Strukturen und Maßnahmen der Gesundheitsförderung. „Sie sind eine Vorreiterregion für Thüringen“, sagte Gunnar Wolf, stellvertretender Vorsitzender der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen e.V. Hier werde ein Konzept erarbeitet, dass anderen Regionen im Freistaat als Anregung und Vorbild dienen werde.

Runder gesunder Tisch1 (Foto: J. Piper) Runder gesunder Tisch1 (Foto: J. Piper)

Die Leiterin des Fachbereichs Gesundheitswesen Ingrid Francke machte schon in ihrem Eingangsreferat deutlich, wie vielschichtig der Begriff Gesundheit ist und wie viele Aspekte hineinspielen. Daten aus den Einschulungsuntersuchungen des Landratsamtes zeigten exemplarisch, wie wichtig eine vernetzte Gesundheitsförderung im Landkreis ist. So zeigte beispielsweise im Schuljahr 2007/08 jedes vierte Kind Sprachstörungen, jeder zehnte Einschüler war übergewichtig.

In der 8. Klasse steigt der Anteil der übergewichtigen Jugendlichen im Landkreis dann auf rund ein Viertel an. Beide Kennwerte liegen über dem thüringenweiten Durchschnitt. Schon allein dies deute auf den Handlungsbedarf in der Gesundheitsförderung hin.

„Gesundheit wird von vielen unterschiedlichen Bereichen getragen, die hier einen Konsens finden“, sagte Dr. Barbara Spangenberg vom Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit. Auf diesen Konsens basierend sollen bedarfsgerechte, qualitätsorientierte und effiziente Maßnahmen und Strukturen erarbeitet werden. ein Maßnahmenkatalog erarbeitet werden, der bei Prävention anfängt, über Früherkennung bis Therapie reicht, aber auch gesundheitsrelevante Strukturen einschließt. Gesucht wird also ein ganzheitlicher Ansatz, der in Nordhausen am Runden Tisch Gesundheit entwickelt werden soll. Das beginne im ersten Schritt schon damit, den Ist-Stand zu erfassen, so Amtsärztin Ingrid Francke, auch um die vorhandenen Angebote miteinander zu vernetzen.

Zu spezifischen Themen werden Arbeitsgruppen gebildet, in denen neben Mitgliedern des Rundes Tisches weitere Experten zu Rate gezogen werden können. Dem Runden Tisch Gesundheit steht eine Koordinierungsstelle zur Seite, in der Mitarbeiter des Gesundheitsamtes und ein Vertreter der Fachhochschule Nordhausen den Prozess der Gesundheitsförderung organisatorisch und öffentlichkeitswirksam begleiten. Die Fachhochschule nimmt eine besondere Rolle ein, denn sie wird die Projekte und Maßnahmen der Gesundheitsförderung wissenschaftlich evaluieren, um u.a. deren Qualität und Wirksamkeit beurteilen zu können. In der kommunalen Gesundheitskonferenz als öffentliches Forum können sich auch interessierte Einwohner einbringen. Bei der Auftaktveranstaltung diskutierten die Mitglieder des Runden Tisches Gesundheit bereits die Geschäftsordnung, die die Arbeit der Gremien regelt.

Mehr zu den nationalen Gesundheitszielen als politisches Instrument, um die Gesundheitssituation der Bevölkerung zu verbessern, steht unter www.gesundheitsziele.de. Für Fragen zum Prozess der kommunalen Gesundheitsförderung im Landkreis Nordhausen stehen Martin Hoffmann und Kathrin Wolff vom Fachbereich Gesundheitswesen im Landratsamt Nordhausen unter 03631/911- 179 bzw. -186 gern zur Verfügung.
Autor: nnz

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