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Fr, 13:20 Uhr
12.03.2010

Fledermäuse im Winkelberg

Erfolgreich hat die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes gestern ein Winterquartier von Fledermäusen durchleuchtet. Gewappnet mit Helm und Taschenlampe sind Martin Taeger und Matthias Piontek mit dem Fledermausexperten Wolfgang Sauerbier, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde im Kyffhäuserkreis, unter Tage in den Winkelberg gestiegen...

Trio unter Tage (Foto: Jessica Piper)
Die Höhle im Naturschutzgebiet Rüdigsdorfer Schweiz ist durch Alabasterbergbau entstanden und dient den fliegenden Säugetieren als Rückzugsgebiet in der kalten Jahreszeit. Die guten Verstecker sind nicht leicht zu entdecken. Sie hängen an den Decken der Hohlräume, oft verborgen in Spalten oder hinter Felsvorsprüngen. Gefunden haben die Naturschützer bei ihrem Erkundungsgang vier Tiere: zwei Mopsfledermäuse, eine Mausohr- und eine Graue Langohrfledermaus. „Die Mausohrfledermaus ist die größte heimische Art“, so Wolfgang Sauerbier, Vorsitzender der neu gegründeten Stiftung Fledermaus, die von Erfurt aus bundesweit aktiv ist.

„Die Graue Langohrfledermaus kann etwas Besonderes: Sie versteckt ihre Ohren unter den Flügeln, um sie vor Erfrierungen zu schützen.“ Etwas Besonderes war auch der Fund der zwei Mopsfledermäuse, denn die gehören zu den seltensten Fledermausarten in der Region. Damit hat die Untere Naturschutzbehörde erneut einen Beleg dafür gefunden, wie wichtig der Winkelberg mit seinen Hohlräumen als ein Winterquartier für die heimischen Fledermäuse ist.

„Wenn jetzt die Temperaturen wieder steigen, wachen die Fledermäuse auf. Je nach Außentemperatur verändern die Tiere ihren Hangplatz. Mit etwas Glück lässt sich das in Höhlen beobachten, die als Winterquartier genutzt werden wie zum Beispiel die Heimkehle“, sagt Martin Taeger von der Nordhäuser Naturschutzbehörde. „Wenn es draußen kälter ist, ziehen sich die Fledermäuse tiefer in die Höhle zurück, ist es wärmer, hängen sie näher am Eingang der Höhle.“

Dass der Frühling sich langsam aber sicher nähert, hat auch die Mausohrfledermaus im Winkelberg gemerkt. Denn sie hing schon mit wachen Augen an der Decke der Höhle. Bald wird sie von ihrem Winter- ins Sommerquartier umziehen. Dann beginnt auch die alljährliche Zeit der Fortpflanzung, während der sich die Weibchen in den so genannten Wochenstuben versammeln.
Jessica Piper
Unter Tage (Foto: J. Piper)
Unter Tage (Foto: J. Piper)
Unter Tage (Foto: J. Piper)
Unter Tage (Foto: J. Piper)
Unter Tage (Foto: J. Piper)
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