eic kyf msh nnz uhz tv nt
Mo, 11:15 Uhr
16.12.2002

Hermann Hesse in Limlingerode?

Nordhausen/Limlingerode (nnz). Das Jahr 2002 neigt sich, und die Mitglieder des Fördervereins Dichterstätte Sarah Kirsch und das Buchhaus Rose möchten einem Dichter ihre Reverenz erweisen, der in diesem Jahr eine variantenreiche Ehrerbietung erfuhr, Hermann Hesse. Mehr zum „Vater“ des „Steppenwolfs“ in einem Beitrag von Heidelore Kneffel.


Vor 125 Jahren wurde er geboren, und deshalb begaben sich viele unterschiedliche Menschen noch intensiver auf seine Spuren als es sowieso schon der Fall ist. Die Ausstellungen und Veranstaltungen waren Legion. Trotzdem gibt es immer wieder etwas zu entdecken, und das wird in der Lagen Reihen 11 in Limlingerode am 22.12.02 um 14.30 Uhr fortgesetzt.

In der Galerie der Dichterstätte gibt es z. Z. die Kunstausstellung "Zeitenlauf Tausendsprung in lyrischer Landeschaft". Karin Kisker zeigt ihre künstlerischen Ein- und Ansichten von Landschaftlichem. Es wird interessant sein, die Sicht Hesses mit der ihren zu vergleichen. Das soll in Wort und Bild geschehen. Hermann Hesse hat zu seinem schriftstellerischen Wirken in zunehmendem Maße das Bildkünstlerische gesetzt. Seine Aquarelle sind Ausstellungsmagneten. In der Dichterstätte Sarah Kirch wird es auch dazu Entdeckungen geben.

Adolf Scheer, ein Bürger Nordhausens, der 1984 verstarb und seinen Nachlass dem Meyenburgmuseum vermachte, stand seit 1947 mit Hermann Hesse in brieflicher Verbindung. Sie endete mit Hesses Tod im August 1962. Die Briefe Scheers gingen in die Schweiz nach Montagnola, einem kleinen Bergdörfchen oberhalb des Luganer Sees. Im 1. Brief vom 26. Januar 1947 gratuliert er dem Dichter zur Auszeichnung mit dem Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main und zum Literatur-Nobelpreis.

Scheer schreibt, dass er Hesses Gedichte besonders schätzte und dass er den seit 1934 im Insel-Verlag erschienenen Gedichtband "vom Baum des Lebens" besitze, der die ihm besonders liebgewordenen Verse "Im Nebel", "Allein", "Der Künstler", "Schmetterling" u. a. enthalte. Scheer fragt dann:; "Könnte ich eines von ihnen in Ihrer Handschrift haben? Aus Ihren Gedichten tritt uns ein mit der Natur verbundener Mensch entgegen, und dieser Bund, aus dem das Du-Gefühl zu allem Lebendigen erwächst, ist es auch, das alle Großen miteinander verbindet ..."

Die Nordhäuser Mitglieder des Fördervereins besitzen zahlreiche Werkausgaben Hermann Hesses, die in der Dichterstätte ausgestellt werden. Das Buchhaus Rose bietet eine Auswahl neuer Erscheinungen zum Kauf an, die zum Weihnachtsfest durchaus willkommen sein könnten. Gelesen wird aus den Inselbüchern "Wanderung", "Gedichte des Malers", "Klingsors letzter Sommer", "Schmetterlinge", "Bäume", "Magie der Farbe" und aus dem Band "Tessin", bei Suhrkampp erschienen.
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)