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Fr, 07:15 Uhr
13.12.2002

Rating - Herausforderung und Chance

Nordhausen (nnz). Die Kreissparkasse Nordhausen zeigte sich bei ihrer letzten öffentlichen Veranstaltung in diesem Jahr erneut als ebenso verbindlicher wie nahezu perfekter Gastgeber. Und das traf im gleichen Maße auf den Referenten des Abends, Prof. Dr. Alfons Madeja, zu. nnz berichtet.


Zuhörer Es wird ungeklärt bleiben, warum dem Unternehmensberater aus Nürnberg nach seinem ausgezeichneten Vortrag zum Thema „Rating ­ Herausforderung und Chance zugleich“ keine einzige Frage gestellt wurde. Obwohl dazu angeregt wurde und noch vor dem eigentlichen Beginn der Veranstaltung von den zahlreichen Gästen lebhafte Unterhaltungen geführt wurden. Aus denen verschiedentlich auch die Besorgnis über die Auswirkungen der Bestimmungen von „Basel II“ herauszuhören waren. Gleichzeitig aber auch die Tatsache, dass man eigentlich nur mehr oder weniger genaue Kenntnisse über den Inhalt dieses Begriffs mitgebracht hatte.

Prof. Madeja hatte sich zur Aufgabe gemacht, diese verschiedentlich unbestimmten Kenntnisse zu ersetzen durch klare Vorstellungen. Er erläuterte also den Begriff Basel II und seinen unmittelbaren Zusammenhang mit dem Erfordernis des Rating (nnz wird diesen Themenkomplex noch in einem eigenen Beitrag behandeln). Um danach den Begriff des Ratings zu definieren. In der von der Sparkasse ausgelegten Broschüren heißt es dazu u.a.: ... Hier werden die unterschiedlichsten Merkmale eines Unternehmens statistisch ausgewertet. Diese Merkmale können im finanzwirtschaftlichen Bereich des Unternehmens liegen. Es werden auch andere qualitative Bewertungen des Unternehmens, seines Produktes oder des Unternehmers selbst vorgenommen...“.

Die schließlich ein Gesamtbild des Unternehmens geben und eine Einschätzung seiner Bonität bzw. Kreditwürdigkeit. Die dann weiter eine Zuordnung in Klassen nach sich zieht. Von denen wiederum abhängig ist, ob das geratete Unternehmen einen Kredit erhalten kann bzw. wie teuer er dem Unternehmer kommt, wie hoch also seine Zinsbelastung ist: je höher die Kreditwürdigkeit, je niedriger der Zinssatz.

Pof. Madeja erläuterte schließlich auch Aufbau und Vorbereitung eines Ratingverfahrens und verdeutlichte danach, warum dieses Rating-Erfordernis nicht notwendigerweise nur als Erschwernis zur Erlangung eines Kredites verstanden werden solle, sondern gleichermaßen als Chance. Weil es nicht nur ein erhöhtes Maß an Transparenz gegenüber dem Kreditgeber schafft, sondern dem Unternehmer auch Stärken und Schwächen seines Unternehmens erkennen lässt. Und damit bei richtigem Verständnis als Steuerungs- und Managementinstrument funktioniert, mit dem sowohl kurzfristige als auch strategische Entscheidungen ermöglicht werden.

Der Referent erhielt für seinen Vortrag viel Beifall. Tatsächlich schienen seine Ausführungen überzeugend. Basel II wird mit allen seinen Konsequenzen ab 2006 wirksam Darauf muss sich letztlich jeder Unternehmer einstellen, also auch mit der Notwendigkeit des Ratings. Während sich Banken - und damit auch die Sparkassen - offenbar bereits jetzt bei ihren Kreditentscheidungen von diesen Modalitäten leiten lassen, beklagen Kredit suchende Unternehmer die zunehmende Zurückhaltung der Banken. Was kürzlich sogar Bundeskanzler Gerhard Schröder zu einem Appell an die Banken veranlasste, kleine und mittelgroße Unternehmen angesichts der Konjunkturflaute verstärkt mit Krediten zu versorgen.

Sowohl die deutschen Geschäftsbanken als auch die Sparkassen müssten ihre Geschäftspolitik wieder so ändern „dass der Mittelstand ausreichend mit Krediten versorgt werden kann“, sagte er. Damit wäre ein guter Ansatzpunkt für eine Diskussion gegeben gewesen. Ob der Umstand, dass keine einzige Frage kam, für die Überzeugungsfähigkeit des Referenten spricht oder aber für das gute Verhältnis zwischen Kreissparkasse Nordhausen und ihren Kunden, die sicher die Mehrzahl der Gäste ausmachten, bleibt also ungeklärt.
Autor: nnz

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