Do, 14:18 Uhr
25.02.2010
nnz-Doku: Konjunktur im Aufwind
So kann man die zusammengefassten Ergebnisse der jüngsten IHK-Konjunkturumfrage überschreiben. Nach den Turbulenzen zu Beginn des vergangenen Jahres hat sich die Stimmung in den befragten Unternehmen Nordthüringens das zweite Mal in Folge verbessert...
Der Konjunkturklimaindex, der sowohl die aktuelle Situation als auch die Erwartungen und Pläne für die nächsten Monate beschreibt, erreichte 99 von 200 möglichen Punkten nach 93 bzw. 71 Prozentpunkten bei den zurückliegenden Konjunkturumfragen. Auftragslage und Produktion stabilisieren sich, die Investitionsbereitschaft nimmt zu, die Skepsis nimmt mehr und mehr ab.
Branchenübergreifend bewerten 78 Prozent der befragten Firmenchefs im Kammerbezirk ihre aktuelle Situation mit gut bis befriedigend. Im Landkreis Eichsfeld sind dies 84 Prozent (im Herbst 2009 waren dies nur 75 Prozent), im Landkreis Nordhausen 90 Prozent (unverändert zum Herbst 2009) und im Kyffhäuserkreis 69 Prozent (was einer Verschlechterung zum Herbst mit 85 Prozentpunkten entspricht).
Bei den Erwartungen und Plänen hellt sich das Stimmungsbild deutlich auf. Im Kammerbezirk gehen 81 Prozent von einer günstigeren bzw. gleich bleibenden Entwicklung aus. Im Landkreis Eichsfeld trifft das für 76 Prozent (59 Prozent vorherig e Umfrage), im Landkreis Nordhausen 89 Prozent (72 vorherige Umfrage) und im Kyffhäuserkreis 86 Prozent (71 Prozent vorherige Umfrage) zu.
Den vielfach vorhergesagten und eigentlich erwarteten Einbruch auf dem Arbeitsmarkt hat es in Nordthüringen im zurückliegenden Jahr nicht gegeben. Konjunkturprogramme, Kurzarbeitergeldregelung und in den Wintermonaten Saison-Kurzarbeitergeld haben sicherlich einen nicht unerheblichen Teil dazu beigetragen.
Aber auch die kommenden Monate lassen keinen Einbruch erwarten. Die Vielzahl der Unternehmen signalisiert, ihre Beschäftigtenzahl beizubehalten: 87 Prozent im Landkreis Eichsfeld, 80 Prozent im Landkreis Nordhausen und 62 Prozent im Kyffhäuserkreis.
Die Zahl der Unternehmen, die Arbeitskräfteabbau vorsieht, hat sich gegenüber der vorangegangenen Umfrage reduziert. So im Landkreis Eichsfeld von 30 auf jetzt 13 Prozent und im Landkreis Nordhausen von 18 auf jetzt 12 Prozent. Nach schwierigen anderthalb Jahren blicken die Unternehmer etwas optimistischer auf die kommenden Monate. Die Chancen stehen gut, dass es langsam wieder aufwärts geht.
Die Branche hat von den staatlichen Konjunkturprogrammen und den damit verbundenen öffentlichen Investitionen in Schulen und Kindergärten profitiert. Bleibt zu hoffen, dass die Haushalte bald verabschiedet werden und die geplanten Ausschreibungen für dieses Jahr schnell erfolgen können. Das würde zur Planungssicherheit in vielen Unternehmen beitragen.
Das laufende Jahr wird dennoch etwas pessimistischer gesehen. Nur jeder zehnte Firmenchef erwartet eine weitere Verbesserung der Situation, ein Viertel bezweifelt jedoch, dass das Niveau des Vorjahres gehalten werden kann. Die Gedanken gehen schon bis Jahresende.
Das Auslaufen der Konjunkturprogramme, zunehmende Finanzierungsengpässe der Kommunen und nur zögerliche gewerbliche Investitionen lassen zum Jahresende eine verschlechterte Auftragslage erwarten.
Eine besonders schwierige Situation ist bei vielen kleinen Einzelhandelsunternehmen auszumachen. Saisonale Unterschiede im Jahresgeschäftsverlauf und Finanzierungsprobleme machen ihnen zu schaffen.
Der lang anhaltende Winter hat für einen guten Abverkauf der Saisonware gesorgt. Aggressive Sonderangebote und Rabattschlachten können von den kleinen inhabergeführten Geschäften nicht mitgemacht werden. Was den Kunden erfreut, treibt die kleinen Händler an den Rand des Ruins.
So beurteilen im Landkreis Eichsfeld 92 Prozent der Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe die Geschäftslage mit gut bis befriedigend und lediglich 8 Prozent als schlecht. Im Landkreis Nordhausen beurteilen 88 Prozent die gegenwärtige Lage als gut bis befriedigend, 12 Prozent schlecht. Im Kyffhäuserkreis sieht es etwas verhaltener aus. 53 Prozent bewerten die Geschäftslage als gut und 47 Prozent als schlecht.
Die Geschäftserwartungen deuten auf eine positive Entwicklung hin. 95 Prozent der Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe des Landkreises Eichsfeld gehen von günstigeren bzw. gleich bleibenden Geschäftserwartungen aus. Im Landkreis Nordhausen trifft dies für 88 Prozent zu und im Kyffhäuserkreis sind die Erwartungen wesentlich besser. 21 Prozent erwarten eine günstigere Entwicklung und 79 Prozent gehen von gleich bleibenden Geschäftserwartungen aus. An eine Verschlechterung glaubt niemand mehr.
Das Nordthüringer verarbeitende Gewerbe hat sich aufgrund der Branchenvielfalt und überwiegend mittelständischer Struktur als weniger krisenanfällig erwiesen als zunächst befürchtet. Nordthüringer Unternehmen bewähren sich in vielen Märkten und Nischen. Für einige Industrieunternehmen war 2009 das Erfolgreichste in ihrer Firmengeschichte, andere jammern auf hohen Niveau – so die Aussage eines Geschäftsführers.
Im Landkreis Nordhausen ist die Zahl der Industriebeschäftigten im Monatsdurchschnitt von 4.121 im Jahr 2008 auf 4.274 im Jahr 2009 gestiegen. Leichte Rückgänge gab es im Landkreis Eichsfeld und im Kyffhäuserkreis.
Der Industrieumsatz in 2009 sank gegenüber dem Vorjahr im Landkreis Eichsfeld um 11,1 Prozent, im Landkreis Nordhausen um 11,9 Prozent und im Kyffhäuserkreis um 19,5 Prozent. Zum Vergleich seien die stärkeren Industriekreise genannt: Gotha minus 21,7 Prozent, Sömmerda minus 48,8 Prozent, Wartburgkreis minus 30,1 Prozent.
Autor: nnz/knDer Konjunkturklimaindex, der sowohl die aktuelle Situation als auch die Erwartungen und Pläne für die nächsten Monate beschreibt, erreichte 99 von 200 möglichen Punkten nach 93 bzw. 71 Prozentpunkten bei den zurückliegenden Konjunkturumfragen. Auftragslage und Produktion stabilisieren sich, die Investitionsbereitschaft nimmt zu, die Skepsis nimmt mehr und mehr ab.
Branchenübergreifend bewerten 78 Prozent der befragten Firmenchefs im Kammerbezirk ihre aktuelle Situation mit gut bis befriedigend. Im Landkreis Eichsfeld sind dies 84 Prozent (im Herbst 2009 waren dies nur 75 Prozent), im Landkreis Nordhausen 90 Prozent (unverändert zum Herbst 2009) und im Kyffhäuserkreis 69 Prozent (was einer Verschlechterung zum Herbst mit 85 Prozentpunkten entspricht).
Bei den Erwartungen und Plänen hellt sich das Stimmungsbild deutlich auf. Im Kammerbezirk gehen 81 Prozent von einer günstigeren bzw. gleich bleibenden Entwicklung aus. Im Landkreis Eichsfeld trifft das für 76 Prozent (59 Prozent vorherig e Umfrage), im Landkreis Nordhausen 89 Prozent (72 vorherige Umfrage) und im Kyffhäuserkreis 86 Prozent (71 Prozent vorherige Umfrage) zu.
Den vielfach vorhergesagten und eigentlich erwarteten Einbruch auf dem Arbeitsmarkt hat es in Nordthüringen im zurückliegenden Jahr nicht gegeben. Konjunkturprogramme, Kurzarbeitergeldregelung und in den Wintermonaten Saison-Kurzarbeitergeld haben sicherlich einen nicht unerheblichen Teil dazu beigetragen.
Aber auch die kommenden Monate lassen keinen Einbruch erwarten. Die Vielzahl der Unternehmen signalisiert, ihre Beschäftigtenzahl beizubehalten: 87 Prozent im Landkreis Eichsfeld, 80 Prozent im Landkreis Nordhausen und 62 Prozent im Kyffhäuserkreis.
Die Zahl der Unternehmen, die Arbeitskräfteabbau vorsieht, hat sich gegenüber der vorangegangenen Umfrage reduziert. So im Landkreis Eichsfeld von 30 auf jetzt 13 Prozent und im Landkreis Nordhausen von 18 auf jetzt 12 Prozent. Nach schwierigen anderthalb Jahren blicken die Unternehmer etwas optimistischer auf die kommenden Monate. Die Chancen stehen gut, dass es langsam wieder aufwärts geht.
Bau
Witterungsbedingt ruhen alle Außenbaustellen, der Auftragsvorlauf ist gut. Es gab nur wenige Entlassungen; Firmen nutzen Möglichkeiten des Saison-Kurzarbeitergeldes, Abbau von Überstunden.Die Branche hat von den staatlichen Konjunkturprogrammen und den damit verbundenen öffentlichen Investitionen in Schulen und Kindergärten profitiert. Bleibt zu hoffen, dass die Haushalte bald verabschiedet werden und die geplanten Ausschreibungen für dieses Jahr schnell erfolgen können. Das würde zur Planungssicherheit in vielen Unternehmen beitragen.
Das laufende Jahr wird dennoch etwas pessimistischer gesehen. Nur jeder zehnte Firmenchef erwartet eine weitere Verbesserung der Situation, ein Viertel bezweifelt jedoch, dass das Niveau des Vorjahres gehalten werden kann. Die Gedanken gehen schon bis Jahresende.
Das Auslaufen der Konjunkturprogramme, zunehmende Finanzierungsengpässe der Kommunen und nur zögerliche gewerbliche Investitionen lassen zum Jahresende eine verschlechterte Auftragslage erwarten.
Handel
Der Einzelhandel tut sich seit vielen Jahren schwer; seit zehn Jahren rückläufige Umsatzentwicklung. Nur zehn Prozent der Händler erwarten eine Verbesserung der aktuellen Situation und lediglich acht Prozent rechnen mit steigenden Umsätzen. Einnahmenverluste der Verbraucher sorgen für weniger Konsum, die rückläufige Bevölkerungszahl tut ihr übriges.Eine besonders schwierige Situation ist bei vielen kleinen Einzelhandelsunternehmen auszumachen. Saisonale Unterschiede im Jahresgeschäftsverlauf und Finanzierungsprobleme machen ihnen zu schaffen.
Der lang anhaltende Winter hat für einen guten Abverkauf der Saisonware gesorgt. Aggressive Sonderangebote und Rabattschlachten können von den kleinen inhabergeführten Geschäften nicht mitgemacht werden. Was den Kunden erfreut, treibt die kleinen Händler an den Rand des Ruins.
Industrie
Positive Signale kommen aus den Industrieunternehmen. Die Stimmung hat sich deutlich aufgehellt. Sowohl die derzeitige Lage als auch die Aussichten für die nächsten Monate werden von den Unternehmen besser als noch im Herbst beurteilt.So beurteilen im Landkreis Eichsfeld 92 Prozent der Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe die Geschäftslage mit gut bis befriedigend und lediglich 8 Prozent als schlecht. Im Landkreis Nordhausen beurteilen 88 Prozent die gegenwärtige Lage als gut bis befriedigend, 12 Prozent schlecht. Im Kyffhäuserkreis sieht es etwas verhaltener aus. 53 Prozent bewerten die Geschäftslage als gut und 47 Prozent als schlecht.
Die Geschäftserwartungen deuten auf eine positive Entwicklung hin. 95 Prozent der Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe des Landkreises Eichsfeld gehen von günstigeren bzw. gleich bleibenden Geschäftserwartungen aus. Im Landkreis Nordhausen trifft dies für 88 Prozent zu und im Kyffhäuserkreis sind die Erwartungen wesentlich besser. 21 Prozent erwarten eine günstigere Entwicklung und 79 Prozent gehen von gleich bleibenden Geschäftserwartungen aus. An eine Verschlechterung glaubt niemand mehr.
Das Nordthüringer verarbeitende Gewerbe hat sich aufgrund der Branchenvielfalt und überwiegend mittelständischer Struktur als weniger krisenanfällig erwiesen als zunächst befürchtet. Nordthüringer Unternehmen bewähren sich in vielen Märkten und Nischen. Für einige Industrieunternehmen war 2009 das Erfolgreichste in ihrer Firmengeschichte, andere jammern auf hohen Niveau – so die Aussage eines Geschäftsführers.
Im Landkreis Nordhausen ist die Zahl der Industriebeschäftigten im Monatsdurchschnitt von 4.121 im Jahr 2008 auf 4.274 im Jahr 2009 gestiegen. Leichte Rückgänge gab es im Landkreis Eichsfeld und im Kyffhäuserkreis.
Der Industrieumsatz in 2009 sank gegenüber dem Vorjahr im Landkreis Eichsfeld um 11,1 Prozent, im Landkreis Nordhausen um 11,9 Prozent und im Kyffhäuserkreis um 19,5 Prozent. Zum Vergleich seien die stärkeren Industriekreise genannt: Gotha minus 21,7 Prozent, Sömmerda minus 48,8 Prozent, Wartburgkreis minus 30,1 Prozent.

