Mi, 19:51 Uhr
04.12.2002
Gebt dem Restmüll eine Chance!
Nordhausen (nnz). Im Nordhäuser Stadtrat wurde heute über die Zukunft des Nordthüringer Restmülls diskutiert. Und das, obwohl die Entsorgung in der Hoheit des Landkreises zu finden ist. Doch es ging dabei um mehr als um Hoheiten...
Im Fall der Restmüllbehandlung ab dem Jahr 2005 stehen die Stadträte geschlossen hinter dem Landkreis. Eine Willensbekundung ist einstimmig verabschiedet worden, in der der Zweckverband Abfallwirtschaft Nordthüringen (ZAN) aufgefordert wird, sich mit seiner Entscheidung am kommenden Dienstag für den Standort Nordthüringen zu positionieren. Im Klartext: Kein Müllexport, sondern Ausbau des innovativen Standortes Nentzelsrode. Das Problem an diese Bekundung ist folgendes. Der Nordhäuser Stadtrat hat weder einen mittel- noch einen unmittelbaren Einfluß auf diese Entscheidung.
Hier ist der Landkreis immer noch auf der Suche nach Partnern unter den drei restlichen Nordthüringer Landkreisen. Auf einen Partner kann er sich gewiß nicht verlassen: Den Kyffhäuserkreis. Dessen Verbandsräte waren am 18. November übrigens die einzigen, die dem Vergabevorschlag (Müllexport) zustimmten. Kommunale Größen hatten sich in einem Interview etwas abfällig über die Nordhäuser Haltung im ZAN geäußert. Da war gar von Nordhäuser Egoismus die Rede. Und so platzte einigen Stadträten heute der politische Kragen.
Stefan Nüßle (CDU) erinnerte vehement an das Verhalten der Sondershäuser in punkto Theaterzukunft. Schmerzliche Kompromisse hätten die Nordhäuser da eingehen müssen, nur damit die Zukunft des Loh-Orchesters nicht angetastet werde. Und mit solch einem Partner will man in Zukunft über eine Städtekooperation reden? Gemeinsam zum Oberzentrum, wo der Kyffhäuserkreis scheinbar unentwegt selbst die Bestrebungen für ein Industriegebiet in der Goldenen Aue torpedieren würde? Die Zusammenarbeit stehe lediglich auf dem Papier, mehr nicht, rief Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) erregt in die Runde. Erinnert sei auch an die Intentionen über die Zukunft des Kreiskrankenhauses in Sondershausen. Jede andere Variante wird da scheinbar favorisiert als eine Fusion mit dem Südharz-Krankenhaus.
Letztlich wird doch in der politischen Szenerie immer wieder deutlich: Wahre Kooperationen gibt es nicht. Zeigt sich der eine Partner entgegenkommend, dann wird dies als Schwäche gedeutet und brutalst möglich ausgenutzt (siehe sämtliche Vorgänge in der Theater GmbH, auch personelle Angelegenheiten). Und wenn da auch in offiziellen Pressemitteilungen von offener, herzlicher oder vielleicht konstruktiver Atmosphäre geschrieben wird, so ist dies nicht der Fall. Viele Stadträte hatten in der Phase der Theaterdiskussion ihren Frust gegenüber den Sonderhäusern aus parteipolitischer Räson heraus unterdrückt. Heute brach er mit Gewalt heraus. Eine CDU-Stadträtin meinte in der Pause: Wenn das Loh-Orchester wieder mal im Theater probt oder spielt, dann schalten wir einfach ein paar Stunden vorher die Heizung ab, basta!
Autor: nnzIm Fall der Restmüllbehandlung ab dem Jahr 2005 stehen die Stadträte geschlossen hinter dem Landkreis. Eine Willensbekundung ist einstimmig verabschiedet worden, in der der Zweckverband Abfallwirtschaft Nordthüringen (ZAN) aufgefordert wird, sich mit seiner Entscheidung am kommenden Dienstag für den Standort Nordthüringen zu positionieren. Im Klartext: Kein Müllexport, sondern Ausbau des innovativen Standortes Nentzelsrode. Das Problem an diese Bekundung ist folgendes. Der Nordhäuser Stadtrat hat weder einen mittel- noch einen unmittelbaren Einfluß auf diese Entscheidung.
Hier ist der Landkreis immer noch auf der Suche nach Partnern unter den drei restlichen Nordthüringer Landkreisen. Auf einen Partner kann er sich gewiß nicht verlassen: Den Kyffhäuserkreis. Dessen Verbandsräte waren am 18. November übrigens die einzigen, die dem Vergabevorschlag (Müllexport) zustimmten. Kommunale Größen hatten sich in einem Interview etwas abfällig über die Nordhäuser Haltung im ZAN geäußert. Da war gar von Nordhäuser Egoismus die Rede. Und so platzte einigen Stadträten heute der politische Kragen.
Stefan Nüßle (CDU) erinnerte vehement an das Verhalten der Sondershäuser in punkto Theaterzukunft. Schmerzliche Kompromisse hätten die Nordhäuser da eingehen müssen, nur damit die Zukunft des Loh-Orchesters nicht angetastet werde. Und mit solch einem Partner will man in Zukunft über eine Städtekooperation reden? Gemeinsam zum Oberzentrum, wo der Kyffhäuserkreis scheinbar unentwegt selbst die Bestrebungen für ein Industriegebiet in der Goldenen Aue torpedieren würde? Die Zusammenarbeit stehe lediglich auf dem Papier, mehr nicht, rief Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) erregt in die Runde. Erinnert sei auch an die Intentionen über die Zukunft des Kreiskrankenhauses in Sondershausen. Jede andere Variante wird da scheinbar favorisiert als eine Fusion mit dem Südharz-Krankenhaus.
Letztlich wird doch in der politischen Szenerie immer wieder deutlich: Wahre Kooperationen gibt es nicht. Zeigt sich der eine Partner entgegenkommend, dann wird dies als Schwäche gedeutet und brutalst möglich ausgenutzt (siehe sämtliche Vorgänge in der Theater GmbH, auch personelle Angelegenheiten). Und wenn da auch in offiziellen Pressemitteilungen von offener, herzlicher oder vielleicht konstruktiver Atmosphäre geschrieben wird, so ist dies nicht der Fall. Viele Stadträte hatten in der Phase der Theaterdiskussion ihren Frust gegenüber den Sonderhäusern aus parteipolitischer Räson heraus unterdrückt. Heute brach er mit Gewalt heraus. Eine CDU-Stadträtin meinte in der Pause: Wenn das Loh-Orchester wieder mal im Theater probt oder spielt, dann schalten wir einfach ein paar Stunden vorher die Heizung ab, basta!

