Di, 07:15 Uhr
19.11.2002
nnz-Rückspiegel: 19. November 2001
Nordhausen (nnz). Wenn Sie wissen wollen was vor einem Jahr im Landkreis Nordhausen los war, dann ist das kein Problem. Die nnz hat für Sie in ihrem Archiv gestöbert. Heute:
Eröffnung, Entlassungen und Schwimmhalle
Eröffnung im kommenden Jahr
Das Geburtshaus von Sarah Kirsch, erbaut um 1850, wird zur Zeit in eine Dichterstätte umgewandelt. Das unter Denkmalschutz stehende Haus besitzt im Dorfbild von Limlingerode eine herausragende Stellung. Oberhalb der barocken Kirche und des aus Eichen erbauten Glockenstuhles gelegen, leuchtet das im vergangenen Jahr neu eingedeckte Dach mit hellem Rot in die hügelige Vorharzlandschaft. In diesem Jahr begann die Einheitsgemeinde Hohenstein mit der Außensanierung, zum Beispiel mit der Fachwerkausfachung. n diesem Monat erfolgte die Öffentliche Ausschreibung der Gemeinde für den Innenausbau. Ab Januar 2002 werden Elektroarbeiten, Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärarbeiten, der Innenputz und Fliesenarbeiten ausgeführt. Zu den fünften Limlingeröder Diskursen im Juni 2002 wird das Haus noch nicht fertig sein. Die Diskurse finden wieder im Dorfgemeinschaftshaus statt. Aber im Dezember 2002 soll die Dichterstätte Sarah Kirsch ihr Domizil im Geburtshaus der Dichterin eröffnen können. Eine Bibliothek mit Schwerpunkt Lyrik, ein Veranstaltungsraum und eine Kunstgalerie werden im unteren Stockwerk der Öffentlichkeit vorgestellt. An drei Tagen findet die Premiere statt, davon wird einer ein Tag der offenen Tür sein, so dass die Neugier befriedigt werden kann...ausführlich im nnz-Archiv
Bislang noch kein Preisträger
Morgen soll der Kurt-Bangemann-Preis vergeben werden. Bislang wurde eine Schulklasse aus Bayern nominiert. Erhalten wird sie den Preis trotzdem nicht.
Nach dem Willen der Stifter, der in den USA lebenden Familie Schafft, soll der Preis an Menschen, Vereine oder Institutionen aus der Nordhäuser Region gehen. Damit soll ihr Engagement für Toleranz zu verschiedenen Meinungen gewürdigt werden. Preisträger des seit 1996 vergebenen Bangemann-Preises waren unter anderem Pfarrer Peter Kube oder der Verein Jugend für Dora. Nominiert wurden in diesem Jahr Schüler des Paul-Klee-Gymnasiums in Gersthofen im tiefsten Bayern. Die Schüler der elften Klasse hatten sich mit dem Thema Zwangsarbeit auseinandergesetzt. Sie wandten sich unter anderem an die Gedenkstätte Mittelbau-Dora mit der Bitte um Zusendung von Exponaten für eine geplante Ausstellung über das Schicksal von Zwangsarbeitern in ihrer Stadt. Die Leitung der Gedenkstätte sagte unbürokratisch Hilfe zu. Das wiederum erfreute die Gersthofer Gymnasiasten, die mit ihrem Vorhaben auch auf Hürden stießen. Diese wurden ihnen in unmittelbarer Nähe aufgebaut, konkret durch den CSU-Bürgermeister der bayrischen Stadt. Der verweigerte den Schülern glatt mal den Zugang zum städtischen Archiv. Erst durch ein Gerichtsurteil konnten sie schließlich in den Akten aus vergangener Zeit stöbern. Der Vorgang hatte deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt, unter anderem nahm sich der Stern dieses Themas an. Mehr Informationen zum gesamten Projekt gibt es natürlich im Internet.
Dauerthema: Schwimmhalle
Die Zukunft der Schwimmhalle Sollstedt steht auf dem Spiel. Jahrelang war sie Thema im Kreistag und im Kreishaushalt. Jetzt wird es ernst. Die CDU-Fraktion wird sich Anfang Dezember noch einmal mit der Schwimmhalle in Sollstedt beschäftigen, kündigte Fraktionsvorsitzender Egon Primas an. Einem Votum der Fraktion wolle er nicht vorgreifen, doch er persönlich votiere für den Erhalt der Einrichtung. Die Sollstedter Schwimmhalle ist für den Restkreis ein Stück Lebensqualität. Es sei weder einem Rentner noch einem Kind zuzumuten, nach Nordhausen oder nach Bad Sachsa zu fahren, um dort ein paar Runden zu schwimmen, so Primas zur nnz. Auch in punkto Schulschwimmen müsse nachgedacht werden. Seiner Ansicht nach könne das Nordhäuser Badehaus nicht alle Schüler des Landkreises unterbringen. Der Vorsitzende der zahlenmäßig stärksten Fraktion plädiert für einen vernünftigen Vertrag mit der Gemeinde Sollstedt, der einen wesentlich geringeren Aufwand für den Kreis zu Ziel haben würde, als dies bislang gerechnet wird. Die Bereitschaft der Gemeinde, ihre Eigenanteile aufzustocken (siehe nnz-Archiv), bewertete Primas als einen ersten Schritt...ausführlich im nnz-Archiv
Entlassungen werden befürchtet
Die Rückgabe von Aufgaben des städtischen Sozialamtes an den Landkreis sorgt auch weiterhin für Diskussionen. Der Gemeinde- und Städtebund befürchtet schwerwiegende Folgen für die Kommunen des Landkreises. Als Konsequenz der Übertragung von Aufgaben auf das Sozialamt der Kreisverwaltung hat der Landkreis angekündigt, auch die Aufgaben der anderen Sozialämter in den Verwaltungsgemeinschaften und Einheitsgemeinden aufzukündigen. Das geht aus einer Mitteilung des kommunalen Verbandes hervor. Die Kündigung werde zwar erst im Jahr 2003 wirksam, dennoch machen die Bürgermeister des Landkreises jetzt bereits Front. Durch diesen beabsichtigten Schritt seitens der Kreisverwaltung könne das mühsam aufgebaute soziale Netz zerstört werden. Die Sozialhilfempfänger in den Gemeinden und Städten verlieren die persönliche Bindung zum Bearbeiter und sind dann nur noch ein Name auf dem Papier, heißt es in der Mitteilung. Bisher hätte auf Grund der persönlichen Bindung die Zahl der Empfänger von Sozialhilfe auf einem niedrigen Niveau gehalten werden können. Daraus resultieren auch niedrige finanzielle Aufwendungen, da direkt durch tägliche oder wöchentliche Auszahlung oder Einbindungen in Projekte eingegriffen werden konnte...ausführlich im nnz-Archiv
Autor: nnzEröffnung, Entlassungen und Schwimmhalle
Eröffnung im kommenden Jahr
Das Geburtshaus von Sarah Kirsch, erbaut um 1850, wird zur Zeit in eine Dichterstätte umgewandelt. Das unter Denkmalschutz stehende Haus besitzt im Dorfbild von Limlingerode eine herausragende Stellung. Oberhalb der barocken Kirche und des aus Eichen erbauten Glockenstuhles gelegen, leuchtet das im vergangenen Jahr neu eingedeckte Dach mit hellem Rot in die hügelige Vorharzlandschaft. In diesem Jahr begann die Einheitsgemeinde Hohenstein mit der Außensanierung, zum Beispiel mit der Fachwerkausfachung. n diesem Monat erfolgte die Öffentliche Ausschreibung der Gemeinde für den Innenausbau. Ab Januar 2002 werden Elektroarbeiten, Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärarbeiten, der Innenputz und Fliesenarbeiten ausgeführt. Zu den fünften Limlingeröder Diskursen im Juni 2002 wird das Haus noch nicht fertig sein. Die Diskurse finden wieder im Dorfgemeinschaftshaus statt. Aber im Dezember 2002 soll die Dichterstätte Sarah Kirsch ihr Domizil im Geburtshaus der Dichterin eröffnen können. Eine Bibliothek mit Schwerpunkt Lyrik, ein Veranstaltungsraum und eine Kunstgalerie werden im unteren Stockwerk der Öffentlichkeit vorgestellt. An drei Tagen findet die Premiere statt, davon wird einer ein Tag der offenen Tür sein, so dass die Neugier befriedigt werden kann...ausführlich im nnz-Archiv
Bislang noch kein Preisträger
Morgen soll der Kurt-Bangemann-Preis vergeben werden. Bislang wurde eine Schulklasse aus Bayern nominiert. Erhalten wird sie den Preis trotzdem nicht.
Nach dem Willen der Stifter, der in den USA lebenden Familie Schafft, soll der Preis an Menschen, Vereine oder Institutionen aus der Nordhäuser Region gehen. Damit soll ihr Engagement für Toleranz zu verschiedenen Meinungen gewürdigt werden. Preisträger des seit 1996 vergebenen Bangemann-Preises waren unter anderem Pfarrer Peter Kube oder der Verein Jugend für Dora. Nominiert wurden in diesem Jahr Schüler des Paul-Klee-Gymnasiums in Gersthofen im tiefsten Bayern. Die Schüler der elften Klasse hatten sich mit dem Thema Zwangsarbeit auseinandergesetzt. Sie wandten sich unter anderem an die Gedenkstätte Mittelbau-Dora mit der Bitte um Zusendung von Exponaten für eine geplante Ausstellung über das Schicksal von Zwangsarbeitern in ihrer Stadt. Die Leitung der Gedenkstätte sagte unbürokratisch Hilfe zu. Das wiederum erfreute die Gersthofer Gymnasiasten, die mit ihrem Vorhaben auch auf Hürden stießen. Diese wurden ihnen in unmittelbarer Nähe aufgebaut, konkret durch den CSU-Bürgermeister der bayrischen Stadt. Der verweigerte den Schülern glatt mal den Zugang zum städtischen Archiv. Erst durch ein Gerichtsurteil konnten sie schließlich in den Akten aus vergangener Zeit stöbern. Der Vorgang hatte deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt, unter anderem nahm sich der Stern dieses Themas an. Mehr Informationen zum gesamten Projekt gibt es natürlich im Internet.Dauerthema: Schwimmhalle
Die Zukunft der Schwimmhalle Sollstedt steht auf dem Spiel. Jahrelang war sie Thema im Kreistag und im Kreishaushalt. Jetzt wird es ernst. Die CDU-Fraktion wird sich Anfang Dezember noch einmal mit der Schwimmhalle in Sollstedt beschäftigen, kündigte Fraktionsvorsitzender Egon Primas an. Einem Votum der Fraktion wolle er nicht vorgreifen, doch er persönlich votiere für den Erhalt der Einrichtung. Die Sollstedter Schwimmhalle ist für den Restkreis ein Stück Lebensqualität. Es sei weder einem Rentner noch einem Kind zuzumuten, nach Nordhausen oder nach Bad Sachsa zu fahren, um dort ein paar Runden zu schwimmen, so Primas zur nnz. Auch in punkto Schulschwimmen müsse nachgedacht werden. Seiner Ansicht nach könne das Nordhäuser Badehaus nicht alle Schüler des Landkreises unterbringen. Der Vorsitzende der zahlenmäßig stärksten Fraktion plädiert für einen vernünftigen Vertrag mit der Gemeinde Sollstedt, der einen wesentlich geringeren Aufwand für den Kreis zu Ziel haben würde, als dies bislang gerechnet wird. Die Bereitschaft der Gemeinde, ihre Eigenanteile aufzustocken (siehe nnz-Archiv), bewertete Primas als einen ersten Schritt...ausführlich im nnz-Archiv
Entlassungen werden befürchtet
Die Rückgabe von Aufgaben des städtischen Sozialamtes an den Landkreis sorgt auch weiterhin für Diskussionen. Der Gemeinde- und Städtebund befürchtet schwerwiegende Folgen für die Kommunen des Landkreises. Als Konsequenz der Übertragung von Aufgaben auf das Sozialamt der Kreisverwaltung hat der Landkreis angekündigt, auch die Aufgaben der anderen Sozialämter in den Verwaltungsgemeinschaften und Einheitsgemeinden aufzukündigen. Das geht aus einer Mitteilung des kommunalen Verbandes hervor. Die Kündigung werde zwar erst im Jahr 2003 wirksam, dennoch machen die Bürgermeister des Landkreises jetzt bereits Front. Durch diesen beabsichtigten Schritt seitens der Kreisverwaltung könne das mühsam aufgebaute soziale Netz zerstört werden. Die Sozialhilfempfänger in den Gemeinden und Städten verlieren die persönliche Bindung zum Bearbeiter und sind dann nur noch ein Name auf dem Papier, heißt es in der Mitteilung. Bisher hätte auf Grund der persönlichen Bindung die Zahl der Empfänger von Sozialhilfe auf einem niedrigen Niveau gehalten werden können. Daraus resultieren auch niedrige finanzielle Aufwendungen, da direkt durch tägliche oder wöchentliche Auszahlung oder Einbindungen in Projekte eingegriffen werden konnte...ausführlich im nnz-Archiv

