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Do, 16:39 Uhr
07.01.2010

Wie das so ist mit der Wahrheit...

In Forum der nnz fordert der Chef der Nordhäuser LINKE, Rainer Bachmann, Aufklärung vom Landrat in einem Fall, der sich Mitte vergangenen Jahres zugetragen hatte. Die nnz hat mal bei der "beschuldigten" Polizei nachgefragt und folgenden Sachverhalt zutage gefördert...


Es begann alles mit einer Schlägerei am 16. Mai 2009 auf dem Frühlingsjahrmarkt in Nordhausen. Da hat es eine körperliche Auseinandersetzung gegeben, an der - glaubt man Herrn Bachmann - rechte Schlägertruppen beteiligt gewesen sein sollen. Die Polizei schildert das jedoch alles anders und so steht es auch in den Protokollen:

In der Tat gab es ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung, das mittlerweile abgeschlossen ist. Die Täter wurden von der Kriminalpolizei ermittelt und das Verfahren an die zuständige Staatsanwaltschaft abgegeben.

"Zu erwähnen ist, dass der Indonesier selbst kein Geschädigter in diesem Strafverfahren ist. Die Ermittlungen waren mit einem hohen Personaleinsatz und akribisch geführt worden. Erschwert wurden sie dadurch, dass Geschädigte und Zeugen aus ihrem unmittelbaren Umfeld nicht aussagebereit waren. Dazu zählt auch der benannte Indonesier", berichtet Pressesprecher Thomas Soszynski der nnz.

Die Nordhäuser Polizei teilte weiterhin mit, dass es nie Probleme mit der angeblichen Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung gegeben habe. Richtig sei, dass der Mann eine Aufenthaltserlaubnis ohne Auflagen beantragt hatte, um sich unbegrenzt in der Bundesrepublik bewegen zu können. Diese wurde ihm verwehrt. Die Fortsetzung seines Studiums habe allerdings dadurch nie in Frage gestanden.

"An diesem 16. Mai 2009 waren mehrere Notrufe vom Handy des Indonesiers bei der Polizeiinspektion Nordhausen eingegangen. Als die Funkstreifenwagen auf dem Rummel eintrafen und die Beamten die betroffenen Personen ansprachen, wurde ihnen mitgeteilt, dass nichts passiert sei und man keine Polizei wolle. Daraufhin wurde von Amtswegen eine Anzeige wegen des Verdachts des Notrufmissbrauchs aufgenommen.

Erst Tage später erschien der Indonesier auf der Polizeidienststelle und erstattete Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung, ohne selbst davon betroffen zu sein und ohne Wissen der eigentlich Geschädigten. Als ermittelt wurde, dass es tatsächlich eine Auseinandersetzung gegeben hatte, wurde das Verfahren wegen Notrufmissbrauchs sofort eingestellt. An diesem Ablauf ist rechtlich betrachtet nichts auszusetzen", läßt die Polizeidirektion auf Anfrage der nnz mitteilen.

Erst vor wenigen Wochen wurde der Sachverhalt nochmals aufgenommen und geprüft. Grund dafür war eine Beschwerde im Thüringer Innenministerium. Das Ergebnis der erneuten Prüfung verlief mit dem gleichen Ergebnis wie zuvor. Soszynski stellt abschließend klar, dass es für die ermittelten Körperverletzungen keinerlei politische oder fremdenfeindliche Motive gebe.

All das hätte auch der Kreisvorsitzende einer demokratischen Partei erfahren können, wenn er denn bei der Polizei nachgefragt hätte. Statt dessen soll das der Landrat tun, der nach Bachmanns Auffassung wohl auch der Vorgesetzte der Nordhäuser Polizisten ist.
Autor: nnz

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Kommentare
Bürgerin
07.01.2010, 18:47 Uhr
mal wieder
viel Lärm um nichts, aber man konnte zumindest mal kurz ein wenig Aufmerksamkeit erhaschen.
Ostdeutscher
07.01.2010, 21:49 Uhr
Ja ja
Die Politiker sollen sich um wichtigere Dinge kümmern und nicht um so alte Lapalien.
doromarx
08.01.2010, 00:15 Uhr
...sie ist nicht gepachtet
ersteinmal DANKE das mensch überhaupt was über den fall erfährt. tja, und da sind wir auch schon bei dem problem. die polizei hat eine deutungshoheit und ihr wird eher vertraut und geglaubt, als anderen die sich zu wort melden. ich will nicht sagen, dass ihre wiedergabe falsch ist....aber die wahrheit ist auch nicht gepachtet.

der fall ist exemplarisch für viele, das ist das erschrekende daran.

stellen sie sich mal vor, sie seien fremd in einem lannd und werden körperlich auf einem fest angegangen ...haben angst, rufen die polizei. doch die kommt nicht gleich und sie probieren es erneut. und irgendwann taucht die staatsmacht auf, doch die täter sind weg. sie sind verängstigt und auch sonst wissen sie nicht so recht wie der weitere ablauf ist .

...und die polizei macht es betroffenen auch nicht wirklich leicht, sich ihnen in dem moment anzuvertrauen.

lesen sie mal die berichte der opferberatungsstellen! da gibt es genug aussagen und wiedergaben wie die praxis aussieht.

...und sicher. eine polizei wird auch nicht zugeben, dass sie falsch, unangemessen oder dergleichen handelt. auch dafür gibt es unzählige beispiele. was diese beispiele dann alle eint, sie kommen wenig bis gar nicht ans tageslicht. das macht es den betroffenen sehr schwer überhaupt eine anzeige zu tätigen.

interessant ist hierbei auch die frage: wie sah es mit zivilcourage aus?...es war ein stadtfest, da kann mensch doch davon ausgehen, dass auch andere menschen in der nähe waren?! haben sie nichts gesehen?!...täter erkannt?! ...warum haben sie den bedrängten und betroffenen nicht geholfen?

wären sie an deren stelle, sie wollten bestimmt hilfe von ihrer unmittelnbaren umgebung erfahren wollen...

und das hier natürlich keine rechte politisch motivierte schlägerei vorlag ist auch klar. sowas gibt es in nordhausen und anderen städten sowiso nicht. wenn mensch der polizei glaubt. welcher neue nazi(schläger) ist auch so blöd und hebt den arm oder gröhlt h*** h**** dabei. denn erst dann wird es für die polizei klar, das es politisch rechts motiviert ist. nur dann. aber meist sind die täter bekannt und in der rechten szene nicht unbekannt...aber eigentlich tun sie sich auch nur im suff schlagen...so unter streitenden jugendliche - so liest es sich auch besser für eine statistik...aber ich schweife ab

die wahrheit hier, liegt wie bei sie vielen dingen wohl in der mitte und subjektiv geprägt ist sie allemal. ...rekonstruieren lassen wird sich das nach gut einem jahr auch nicht mehr lassen. was mensch besser machen könnte...auf seine nächsten bei festen oder anderen veranstaltungen achten und ihm zur seite stehen ...und wenn das einfach nur heißt, für den nachbarn die polizei zu rufen.
T.H.
08.01.2010, 09:53 Uhr
Der eigentliche Skandal ...
... ist doch das Verhalten der Nordhäuser Polizei, die offenbar immer noch keine Einsicht in eigenes Fehlverhalten zeigt und auch jetzt die Angelegenheit mit Halbwahrheiten zu vertuschen versucht.

Es ist schon erschreckend, dass ein von Gewalttätern bedrohter ausländischer Mitbürger, der den Notruf benutzt, anschließend mit einer Anzeige der Nordhäuser Polizei zu rechnen hat, die die Verlängerung seiner Aufenthaltserlaubnis gefährdet und damit letztendlich zur Ausweisung führen kann.

Selbst als Tourist würde ich mich in einem solchen Land nicht sicher fühlen und es künftig meiden. Für die Attraktivität des Studienstandortes Nordhausen bedeutet dieser Vorfall einen herben Rückschlag.

Nun ist der Landrat der falsche Ansprechpartner - Landesregierung und vor allem das Innenministerium sollten ein äußerst wachsames Auge auf die Nordhäuser Polizei werfen, denn
ein Einzelfall war das sicher nicht. Es ist meines Erachtens der Ausdruck rechtsextremer Tendenzen innerhalb der Polizei, denen mit disziplinarischen Maßnahmen begegnet werden muss.
98maschr
08.01.2010, 10:48 Uhr
Wem schenkt man wohl mehr Vertrauen?
Einem Politiker einer in meinen Augen fragwürdigen Partei, der zudem schon allzu oft hier auf der NNZ-Seite seine Profilneurose an den Tag gelegt hat und selbst mit Halbwahrheiten um sich wirft und hier eine abstruse, an den Haaren herbeigezogene Verschwörungstheorie verfasst hat, oder der Polizei?

Selbstverständlich hat da die Polizei von vornherein verloren, warum sollte ein Freund und Helfer auch die Wahrheit sagen, geschweige denn seinen Pflichten nachgehen...

Diese Diskussion ist lächerlich, aber nach dem Wahlkampf ist eben vor dem Wahlkampf, warum auch sonst hat Herr Bachmann den Landrat in seinem obskuren Pamphlet erwähnt.

Mir tun alle leid, die auf dieses Trauerspiel hereinfallen...das dem so ist sieht man ja an meinen Vorpostern. Sie tun mir leid.
Nordhäuserin
08.01.2010, 11:04 Uhr
Mal angenommen -
ich gehe mit meiner Freundin spazieren. Die wird von zwei alkoholisierten Männern "angemacht" und ich will sie verteidigen. Dabei kommt es zum Gerangel, einer der Männer verletzt sich. Kann vorkommen. Nun ist der Verletzte ein Deutscher, dann wird es ein klassischer Fall von Körperverletzung, vielleicht auch Notwehr.

Sei es jedoch, dass der Verletzte ein ausländischer Mitbürger ist, dann wird das Geschehen für einige Gruppierungen und Parteien in diesem Lande sofort ein Angriff rechter Schlägertruppen. Da muss dann auch nicht mehr nachgefragt werden, da muss kein Untersuchungsergebnis abgewartet werden. Die Fronten sind sofort klar und eindeutig aufgemacht.

Und mittendrin in diesem schwachmatischen Gemenge ist die Polizei. Wir wissen, nicht jeder Beamte hat einen IQ nahe Einstein (wie übrigens Millionen andere auch nicht), doch die Frauen und Männer müssen einen Dienst verrichten, um den sie nicht zu beneiden sind. Sie müssen das Gesetz achten und durchsetzen, vor dem nun mal (so sollte es sein) alle gleich sind - egal ob Indonesier, Syrer, Albaner, Türke oder eben auch Deutscher.

Um das noch mal klarzustellen: Wenn mich oder meine Freundin jemand angreift und es gibt keinen Ausweg mehr, dann kriegt der eine reingehauen. Dessen Herkunft interessiert mich überhaupt nicht.
Ostdeutscher
09.01.2010, 12:49 Uhr
Polizei hat alles richtig gemacht
Ich bin der Meinung, dass die Polizei alles richtig gemacht hat.
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