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Mo, 13:54 Uhr
04.01.2010

Das Campus-Wetter 2009

Das Jahr 2009 war aus Sicht der Meteorologen ein eher durchschnittliches Jahr und um nur ein Grad zu warm. Kein Spitzenreiter, kein Platz unter den Top ten. Das gilt auch für Nordhausen...


Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp (Foto: privat) Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp (Foto: privat) Im Mittel war es 0,4 Grad zu warm und etwas zu trocken. Das erste durch Wetterextrema gekennzeichnete Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts geht mit eher durchschnittlichem Wetter zu Ende. Wobei einige Monate in 2009 dann ja doch rekordverdächtig waren.

Ein jahreszeitlicher Rückblick: Das Jahr 2009 startete in Nordhausen mit einem sehr strengen Winter im Januar, das Thermometer sank bis auf -21,1 °C. Dann folgte noch etwas Schnee im Februar. Das Frühjahr bescherte uns einen sehr warmen April mit dem ersten Sommertag für 2009 und einer maximalen Temperatur von 26,8°C. Die Sonne schien 215 Stunden. Der April war damit der sonnenscheinreichste Monat im Jahr 2009!

Der Sommer verlief dann zwar recht wechselhaft, wurde jedoch im August trocken und angenehm warm. Überhaupt gab es in 2009 sechs Monate mit Sommertagen und Temperaturen über 25°C auf dem Campus der Fachhochschule Nordhausen. Der Herbst begann dann mit einem herrlichen Altweibersommerwetter, das Thermometer kletterte im September nochmals über 30°C (34,8°C). Im Oktober wurde es dann etwas zu kalt und die seit Anfang April andauernde Gartensaison wurde vorzeitig beendet.

Im November war es jedoch wieder zu mild (6,9°C zu 3,9°C im Mittel). Der Dezember als erster Wintermonat bescherte uns anfangs noch milde und nasse Witterung mit Temperaturen von über 10 °C. Mitte des Monats, kurz vor Weihnachten sanken die Temperaturen dann aber doch noch bis auf -10,1°C und der Glühwein schmeckte endlich.

Das Jahr 2009 in Zahlen

Vier Monate in 2009 waren im Vergleich zum langjährigen Mittelwert zu kalt: Januar, Juni, Oktober und Dezember. Acht Monate dahingegen waren zu warm. Spitzenreiter in diesem Jahr war der April mit einer positiven Abweichung von +4,6°C, gefolgt von November und August. In den vergangenen vier Jahren Campus-Wetter-Aufzeichnung zeigt sich übrigens, dass vor allem die Herbstmonate eher zu kalt waren. Spitzenreiter ist der Oktober 2009 mit einer Abweichung von -1,4°C, gefolgt vom Oktober 2007 (-1,0°C) und September 2008 (-0,9°C). Die Temperaturdifferenz zwischen dem kältesten und wärmsten Tag betrug in 2009 exakt 50°C.

Um übrigens den Grad der Kontinentalität eines Klimas zu bestimmen, vergleicht man die Mitteltemperatur des kältesten mit der des wärmsten Monats. Zur Bewertung kann man die Differenz betrachten. Beträgt diese über 20°C, so kann man von einem kontinental geprägten Klima sprechen, liegt sie darunter, ist das Klima eher ozeanisch geprägt, mit milden Wintern und eher kühlen Sommern.

Der Grund für die Kontinentalität ist die Wärmespeicherfähigkeit der Ozeane und damit die Lage einer Station zum Meer. Das Meer speichert im Sommer Wärme und gibt diese im Winter wieder ab. Die Temperaturen an Orten, die nahe am Meer liegen, sind daher eher ausgeglichen. Im Binnenland nimmt der Einfluss der Ozeane ab. Die Temperaturgegensätze werden größer. Ähnliches gilt auch übrigens auch für Niederschläge: Sie nehmen mit zunehmender Entfernung von den Ozeanen ab. Zudem fallen im ozeanisch geprägten Klima die Niederschläge eher im Winter (als Regen), im kontinentalen Klima spricht man dahingegen eher von einem Sommerregengebiet.

Ist das Klima in Nordhausen eher ozeanisch oder kontinental geprägt? Der Vergleich der Lufttemperaturen zeigt für Nordhausen im Mittel der vergangenen 53 Jahre eine Differenz von durchschnittlich 20,5 °C. Tendenziell befinden wir uns in Nordhausen somit im Übergangsbereich zwischen ozeanisch geprägtem und kontinentalem Klima. London zeigt z.B. mit einer 12°C-Temperatur-Differenz ozeanische, Moskau mit einer 27°C-Temperatur-Differenz deutlich kontinental geprägte Klimaverhältnisse.

Das Niederschlagsverhalten in Nordhausen entspricht auch eher kontinentalen Verhältnissen. Das Jahr 2009 war wieder ein Sommerregenjahr. Der Niederschlag fiel überwiegend im späten Frühjahr bis in den Sommer hinein. Dies ist für kontinentale Verhältnisse wie oben ausgeführt typisch. Klimaforscher prognostizieren im Zusammenhang mit den Klimaveränderungen im Übrigen eine Verschiebung des Sommerregens in Richtung Osten.

In Mitteldeutschland könnte daher mit einer Zunahme der Niederschläge im Winterhalbjahr gerechnet werden. Dies erlaubt einen Ausblick in das Jahr 2010: Das Jahr begann mit herrlichem Winterwetter, soviel Niederschlag wie schon lange nicht mehr – aber zum Glück als Schnee bei Minusgraden auch am Tage. Daher rauf auf die Rodel und – Bahn frei!
Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp
Autor: nnz

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