eic kyf msh nnz uhz tv nt
Mi, 19:47 Uhr
04.11.2009

nnz-Wetterrückblick: Grau, grauer und feucht

Nun liegt er hinter uns, der goldene Oktober des Jahres 2009. Hart und erbarmungslos hat er uns vor Augen geführt, dass die Sonne der Nordhalbkugel den Rücken gekehrt hat. Sie ist auf dem Weg in den Süden. Von Gold bei uns kaum eine Spur – abgesehen von der schönen Herbstfärbung der Bäume in diesem Jahr. Der Rückblick in der nnz von Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp.


Parnieske-Pasterkamp (Foto: privat) Parnieske-Pasterkamp (Foto: privat) Es war ausnahmsweise mal zu kühl in Nordhausen, selbst an der Wetterstation auf dem Campus. Ca. 1,5°C zu wenig wurden gemessen, im Vergleich zum langjährigen Mittel von 9°C. Obwohl am 7. Oktober die 20°C-Marke noch einmal geknackt wurde. Ein Sommertag war es zwar nicht mehr ganz, aber immerhin zeigte unser Thermometer einen Maximalwert von 23,8°C an. Und die Nacht hatte es in sich: Die minimale Temperatur betrug 16,7°C! Was ging dem 7. Oktober voraus? Der 6. Oktober war grau, die Sonne gerade 8,6 Minuten (!) zu sehen.

Die Taupunkttemperatur betrug 13,1°C, die Lufttemperatur 13,8°C. Mindestens 10 Liter Niederschlag fielen auf einen Quadratmeter Boden. In der Folge bildete sich düsteres Nebelwetter. Die noch im Boden gespeicherte Wärme konnte nicht in höhere Schichten der Atmosphäre entweichen, sondern gelangte als sogenannte Gegenstrahlung wieder zu uns zurück.

Im Gegenzug gab es dann in der Monatsmitte einen Kaltlufteinbruch. Um den 20. Oktober wurden bereits drei Frosttage mit leichten Minustemperaturen (Minimum von -1,2°C) registriert. Es waren die ersten Frosttage nach dem Sommer 2009. Die Taupunkttemperatur sank übrigens bereits an sechs Tagen unter den Gefrierpunkt, so dass an einigen Tagen bereits mit Reifglätte auf den Straßen zu rechnen war. Die Tagesmittelwerte bewegten sich immerhin noch um die 10°C-Marke, was jedoch ein sicheres Zeichen dafür ist, dass sich die Vegetationsperiode langsam dem Ende zuneigt.

Die Sonnenscheindauer betrug 62 Stunden, an 18 Tagen im Monat Oktober schien die Sonne weniger als eine Stunde. 40 Stunden mehr – das wäre der 25-jährige Summenwert gewesen und hätte uns sicher gut getan.

Nachdem nun die vergangenen Monate nicht gerade durch Niederschlag verwöhnt wurden, hat der Oktober wieder für mehr Wasser im Boden gesorgt. Betrachtet man die klimatische Wasserbilanz, so ist diese erstmals wieder positiv, d.h. es fiel mehr Wasser vom Himmel als theoretisch verdunsten konnte. Die Campus-Station hat aufgrund ihrer geschützten Lage und neuer Versuchseinrichtungen zur Photovoltaik wieder einmal deutlich zu wenig Niederschlag registriert. Eine Vergleichsstation im Bereich Nordhausen-Nord liefert die doppelte Menge an Niederschlag (57,4 mm zu 23,7 mm). Vielen Dank an Lukas für die Niederschlagsdaten! Das Niederschlagssoll im Oktober wurde in Nordhausen mit 140% übererfüllt, das Jahresdefizit jedoch noch nicht ausgeglichen.

Zum Abschluss erlaube ich mir einen kleinen Ausblick in den Winter: Laut Jahreszeitenprognose des Deutschen Wetterdienstes wird es keinen sehr kalten Winter geben, ein normaler bis zu warmer Winter ist eher wahrscheinlich. Und der beginnt meteorologisch bereits am 1. Dezember.
Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare
dago
04.11.2009, 23:50 Uhr
Von wegen Klime Erwärmung!
Im Oktober hat uns die Klimaerwärmung wohl mächtig im Stich gelassen. Vielleicht sind das auch die ersten positiven Erscheinungen der Wirtschaftskrise.

Weniger Wirtschaft= weniger Abgase!? Vielleicht war der Wettergott auch nur sauer über den Ausgang der Bundestagswahlen.

Ich hab da schon so ´n gelb eingefärbtes, fremdsprachenscheues Wesen im Hinterkopf, das an dem Frust und somit auch an dem scheiß Wetter schuld sein könnte.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)