Mi, 19:49 Uhr
04.11.2009
nnz-Forum: Immer langsamer
Im Frühsommer 2009 hatte die Initiative Höchste Eisenbahn auf die durch jahre-, wenn nicht jahrzehntelange Vernachlässigung der Gleisunterhaltung hervorgerufene Langsamfahrstelle im Bahnhof Nordhausen hingewiesen. Seinerzeit war die Initiative vom zuständigen Pressesprecher der Bahn unter Hinweis auf im Oktober anstehende Bauarbeiten abgebügelt worden...
Wir hatten aber schon damals darauf hingewiesen, dass derlei Zusagen sehr oft nicht eingehalten werden und wir vom Weiterbestehen der La über den Oktober hinaus überzeugt seien. Genau dies ist nun eingetreten. Keine wirkliche Überraschung, denn Verschieben und Vertrösten gehört, wie die Vorfälle bei der Berliner S-Bahn beweisen, ja durchaus zum Repertoire des immer noch zu 100 Prozent der Bundesrepublik Deutschland gehörenden Unternehmens.
Der Oktober ist verstrichen, und die Südharzer Züge schleichen wie eh und je mit 10 km/h an den Bahnsteig heran, auf dem selbstverständlich baulich auch nichts unternommen wurde, um wenigstens das Durchwaten großer Wasserlachen an dieser nicht überdachten Stelle zu verhindern.
Es wurde zwar etwas gebaut, aber nur an Abstellgleisen, die von den Zügen der Strecke Halle – Kassel gelegentlich genutzt werden. Die für den Abzweig nach Northeim zuständigen Weichen sind in ihrem katastrophalen Erhaltungszustand geblieben.
Anschlussverluste ab Dezember sehr wahrscheinlich
Zum kommenden Fahrplanwechsel reduzieren sich die Übergangszeiten in Nordhausen aus dem Südharz von und nach Halle beträchtlich – eigentlich eine positive Sache, aber vor dem Hintergrund nicht erledigter Bauarbeiten und der Anfälligkeit des Bahnfahrplans für an anderer Stelle auftretende Verspätungen ist eher zu befürchten, dass die fahrplantechnisch ab Dezember wieder vorhandenen schnellen Anschlüsse häufig verpasst werden, weil die Züge allein bei der Einfahrt in den Bahnhof Nordhausen eine oder zwei Minuten zusetzen.
Bald Tempo Null?
Die Verschleppung der angekündigten Bauarbeiten lässt auch Befürchtungen wieder wachsen, dass es bis Tempo Null für die Northeimer Züge nicht mehr allzu weit hin ist. Denn wer eine Weiche 20 Jahre lang nicht erneuert, der ist eines Tages zur Stilllegung des betreffenden Streckenabschnitts aus Sicherheitsgründen gezwungen (oder er wird von der zuständigen Aufsichtsbehörde dazu aufgefordert). Damit wäre der Bahnhof Nordhausen aus Richtung Northeim nicht mehr erreichbar.
Wir kennen die Arbeitsweise von DB Netz Südost nun schon rund 15 Jahre und haben mit unserer Prognose, dass mit der Ankündigung von Arbeiten zunächst einmal nur die Öffentlichkeit beruhigt werden sollte, leider wieder einmal recht behalten. Leidtragende sind wie immer die Kunden der Bahn, die nach der Schleichfahrt an den Bahnsteig anschließend die Beine in die Hand nehmen dürfen, um ihre im Bahnhof Nordhausen keinesfalls immer wartenden Anschlusszüge noch zu erreichen kommentiert man bei Höchste Eisenbahn für den Südharz die aktuelle Situation.
Michael Reinboth
Autor: nnzWir hatten aber schon damals darauf hingewiesen, dass derlei Zusagen sehr oft nicht eingehalten werden und wir vom Weiterbestehen der La über den Oktober hinaus überzeugt seien. Genau dies ist nun eingetreten. Keine wirkliche Überraschung, denn Verschieben und Vertrösten gehört, wie die Vorfälle bei der Berliner S-Bahn beweisen, ja durchaus zum Repertoire des immer noch zu 100 Prozent der Bundesrepublik Deutschland gehörenden Unternehmens.
Der Oktober ist verstrichen, und die Südharzer Züge schleichen wie eh und je mit 10 km/h an den Bahnsteig heran, auf dem selbstverständlich baulich auch nichts unternommen wurde, um wenigstens das Durchwaten großer Wasserlachen an dieser nicht überdachten Stelle zu verhindern.
Es wurde zwar etwas gebaut, aber nur an Abstellgleisen, die von den Zügen der Strecke Halle – Kassel gelegentlich genutzt werden. Die für den Abzweig nach Northeim zuständigen Weichen sind in ihrem katastrophalen Erhaltungszustand geblieben.
Anschlussverluste ab Dezember sehr wahrscheinlich
Zum kommenden Fahrplanwechsel reduzieren sich die Übergangszeiten in Nordhausen aus dem Südharz von und nach Halle beträchtlich – eigentlich eine positive Sache, aber vor dem Hintergrund nicht erledigter Bauarbeiten und der Anfälligkeit des Bahnfahrplans für an anderer Stelle auftretende Verspätungen ist eher zu befürchten, dass die fahrplantechnisch ab Dezember wieder vorhandenen schnellen Anschlüsse häufig verpasst werden, weil die Züge allein bei der Einfahrt in den Bahnhof Nordhausen eine oder zwei Minuten zusetzen.
Bald Tempo Null?
Die Verschleppung der angekündigten Bauarbeiten lässt auch Befürchtungen wieder wachsen, dass es bis Tempo Null für die Northeimer Züge nicht mehr allzu weit hin ist. Denn wer eine Weiche 20 Jahre lang nicht erneuert, der ist eines Tages zur Stilllegung des betreffenden Streckenabschnitts aus Sicherheitsgründen gezwungen (oder er wird von der zuständigen Aufsichtsbehörde dazu aufgefordert). Damit wäre der Bahnhof Nordhausen aus Richtung Northeim nicht mehr erreichbar.
Wir kennen die Arbeitsweise von DB Netz Südost nun schon rund 15 Jahre und haben mit unserer Prognose, dass mit der Ankündigung von Arbeiten zunächst einmal nur die Öffentlichkeit beruhigt werden sollte, leider wieder einmal recht behalten. Leidtragende sind wie immer die Kunden der Bahn, die nach der Schleichfahrt an den Bahnsteig anschließend die Beine in die Hand nehmen dürfen, um ihre im Bahnhof Nordhausen keinesfalls immer wartenden Anschlusszüge noch zu erreichen kommentiert man bei Höchste Eisenbahn für den Südharz die aktuelle Situation.
Michael Reinboth
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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