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Mi, 19:07 Uhr
04.11.2009

Buch soll doppelt geführt werden

Politische Beobachter hatten im Vorfeld der heutigen Stadtratssitzung schon von einem Aufstand gesprochen. Erst einmal ging es um fremde Begriffe, die aus einer anderen Welt zu stammen schienen. Die nnz hörte trotzem aufmerksam zu...


Es ist mitunter sehr verwunderlich, dass den Stadträten immer wieder etwas vorgetragen wird, was bereits seit Tagen durch die verschiedenen Medien schwirrt. Heute war es der Stand der mitteldeutschen Städteverbindung, einer lockeren Verbindung von Kommunen in Mitteldeutschland (siehe nnz-Archiv).

Zu Gehör bekamen die Mitglieder des Stadtrates auch den Stand der Einführung des ultramodernen Finanzwesens, der Doppik, nach deren Etablierung jeder Pflasterstein und jeder Baum einen entsprechenden Wert hat. Vielleicht bewahrheitet sich dann der Spruch von Bürgermeister Matthias Jendricke (SPD) mit der reichsten Kommune in Nordthüringen.

Berichterstatter sollten ein Mitarbeiter der Mitttelrheinischen Treuhand, einem Unternehmen, das Schiffsreisen auf der Donau genauso lieb haben soll wie den Freistaat Thüringen. Es ist vermutlich auch die Liebe zu diesem Bundesland, denn vielen anderen Kommunen wird das gleiche Wunder erklärt wie unserem Nordhausen.

Zuvor teilte Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) mit, dass die angekündigte Klage gegen den Kreisumlagebescheid aus dem Jahr 2007 zurückgezogen werde, weil man sich mit der Kreisverwaltung und dem Landesverwaltungsamt auf den einst beschlossenen Vergleich geeinigt habe und einen Zusatzvergleich schließen wolle.

Dann aber zur doppischen Haushaltsführung ab dem kommenden Jahr. Zwei Fachleute sollten das Landesrechenzentrum und die Einführung der Doppik vorstellen. Das jedoch wollen wir Ihnen, liebe nnz-Leser, eher doch ersparen, weil es selbst die vermutlich sach- und fachkundigen Stadträte mit zunehmender Redezeit denn auch ermüdete. Einzig in Erinnerung blieben dem Berichterstatter die „Big Points“ und die zahlreichen „Schnittstellen“, die „implementiert“ werden müssen sowie eine alles umfassende „Transformationsmatrix“.

Zu zwei Fachvorträge kam es nicht, die Frauen und Männer im Auditorium waren schon von der Präsentation des Mannes aus dem Rechenzentrum derart geschafft, dass man den zweiten Redner in eine der kommenden Sitzungen des Finanzausschusses einladen will.
Autor: nnz

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