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So, 17:47 Uhr
25.10.2009

350: Grenze soll endlich her

Um eine dreistellige Zahl rankten sich gestern weltweit Aktionen für den Klimaschutz. Auch in Nordhausen sollte auf dem Petersberg „Druck“ gemacht werden. Hier der Bericht in der nnz von Peter Kube...

350 (Foto: Benni Graber) 350 (Foto: Benni Graber)

„Vielleicht kommt meine Enkelin, ich muss um die Zeit arbeiten“, sagte mir eine freundliche Verkäuferin in einem Großmarkt am Freitag. „Sie weiß ganz genau, dass wir nicht zu viel Kohlendioxid in der Luft haben dürfen – das sagt sie mir immer mal wieder ganz deutlich!“. Dass auch die Kinder es schon wissen und den Ernst der Entwicklung auf ihre Weise erfasst haben, das brachte das Lächeln der Oma zum Ausdruck. Vielleicht auch der Stolz – für die Kinder lohnt sich ein wenig Engagement. Denn es war nicht so viel, was am Sonnabend gebraucht wurde.

350 (Foto: Benni Graber) 350 (Foto: Benni Graber) Rote und weiße Tücher, Filzstifte, Pinsel und dann die 350 aufschreiben. Mehrfach und sichtbar. Wo? Auf dem Petersberg geschah es am Samstag zwischen 11 und 12 Uhr. Etwas mehr als 35 spontan „infizierte“ oder lange schon damit Beschäftigte kamen. Kurzfristig, ja, das war es – aber warum nicht diese 3500 Sekunden an einem trüben Tag „opfern“? Ohne großen Energieaufwand stellten wir ein Bild: Symbolisch ein Absperrband aus roten und weißen Stoffen… das Foto zeigt es.

Über 350 Partikel pro einer Million darf nach heutigem Erkenntnisstand der CO 2 – Gehalt in der Atmosphäre nicht steigen. Und schon gar nicht in der Geschwindigkeit. Klimawandel gab es immer – aber so rasant und beschleunigt durch menschliches Mit-Tun wie heute wird es mehr als gefährlich. Wir haben schon die 387 erreicht - das ist eine gefährdende Grenzüberschreitung.

Wir kennen die Warnungen und auch jenen Egoismus, der diese weltweit in den Wind schreibt. Und wir kennen mutiges Eintreten für eine Änderung des Verhaltens und kreatives, fantasievolles und fröhliches Auftreten auf den Plattformen der medialen Welt.

Nun also auch ein Bild aus Nordhausen. Etwa 0,035 % der Bevölkerung unserer Region waren dabei. Sie sind längst nicht alle, denen diese Obergrenze genau so wichtig ist. Aber stellvertretend für alle und aus allen Generationen waren wir dort und zeigten mit den Armen auf diese Grenze, auf die sich alle Regierungen und Industrie- und Landwirtschaftsvertreter und sonstige Verantwortliche im Dezember hoffentlich mit mehr als wohlmeinenden Worten festlegen werden.

Und bitte – machen sie in ihrer Schule, auf ihrer Arbeit oder in allem, was sie tun eine kleine Schaltpause für die Gedanken, dass und wie auch der kleinste Beitrag aussehen könnte. Vielleicht stehen ja in der kommenden Schulwoche noch einmal und viel mehr Menschen dort – wie wäre es, wenn die Hofpause für ein großes Menschenbild genutzt würde… Doch sollten alle vorher wissen, warum sie so etwas tun. Dann macht es Sinn.
Peter Kube
Autor: nnz

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