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Sa, 07:19 Uhr
24.10.2009

w(iethoffs)w(ilde)w(oche)@nnz

Die Zeitungsnachshow beschäftigt sich heute mit der neuen deutschen (Kündigungs-)Welle, dem Streitthema Gebietsreform, Linie 2, dem Pferdemarkt, Wackers Trainer und einer tollen Idee aus Gotha.


Montag bis Freitag

brauchte der deutsche Blätterwald nun schon zum 2. Mal, um genüsslich das Thema „Auf Arbeit geklaut, nun gefeuert“ mit allen Facetten zu beleuchten. Die Gewerkschaft Ver.di meint: „Die Justiz hat den Bezug zur Lebenswirklichkeit in den Betrieben verloren.“ Hä? Ich verstehe nur Bahnhof. Diebstahl ist ein Kündigungsgrund. Das sollte eigentlich jeder wissen. Bei den Gewerkschaften sowieso. Fraglos ist es für manchen Chef ein gar willkommener Kündigungsgrund, um die in die Jahre gekommene Sekretärin, Altenpflegerin, den schon mal angeeckten Mitarbeiter usw. zu feuern. Aber überraschend oder gar ungesetzlich ist das nicht. Vor allem für die Gewerkschaften sollte es nicht überraschend sein, denn wie wollen sie ihre Mitglieder auf der Basis der oben zitierten Meinung überhaupt beraten?

Es hat mich jedoch zum Nachdenken gebracht, ob der gegenseitige Vertrauensverlust nicht viel früher anfängt, ob wir nicht ALLE von Zeit zu Zeit einfach und ehrlich miteinander schneller weiter kommen würden.

Warum geht die Sekretärin, die Hunger hat, nicht zu ihrem Chef und fragt ihn, ob sie eine Bulette essen darf? Selbstverständlich gegen Bezahlung. Und der Chef, der die 34-jährigen Dienste dieser Frau schätzt, müsste doch von allen guten Geistern verlassen sein, wenn er nicht einfach "Guten Appetit" wünscht. Warum sagt der Chef, der seine Mitarbeiterin sozusagen beim Mundraub erwischt, ihr nicht kurz und prägnant seine Meinung und damit ist es, solange es keinen Wiederholungsfall gibt, gut?
Warum sagt der Kollege, der bemerkt, wie ein Anderer einen dienstlichen Kugelschreiber einsteckt, ihm nicht, dass er das besser nicht tut? Niemand "klaut" doch heute einen Kugelschreiber, um Diebstahl zu begehen, es sei denn, er hat im 2. Job einen Schreibwarenladen.

Warum geht der Mitarbeiter einer Sperrmüllentsorgung nicht zu seinem Chef und verhandelt mit ihm über die Übernahme eines intakten Kinderbettes, welches er für sein eigenes Kind gebrauchen könnte?

Selbstverständlich sind Zutaten und Fertigprodukte einer Gemeinschaftsküche für die dort Essenden bestimmt. Noch viel selbstverständlicher sollte sein, dass kein Bissen Essen weggeworfen wird oder vergammeln muss. Es kann doch nicht schwer sein, dafür sinnvolle Regeln aufzustellen und jedem Mitarbeiter bekannt zu machen. Den Mitarbeiter, der gegen diese Regeln verstößt, kann man dann ohne viel Aufregung feuern.

Brauchen wir heute wirklich für allen Sch.... einen Richter? Liegt der gesunde Menschenverstand schon komplett in der Mülltonne? Und - viel schlimmer - haben wir verlernt, über banale Dinge vernünftig zu kommunizieren?

Montag

„Die Koalitionsverhandlungen in Thüringen sind beendet. CDU und SPD haben sich auf einen Vertrag für die nächsten fünf Jahre geeinigt, sagten die beiden Verhandlungsführer Christine Lieberknecht und Christoph Matschie. Strittig war zuletzt unter anderem die Frage einer Gebietsreform.“ Gebietsreform? Zurück zu den Bezirken Erfurt, Gera, Suhl? Oder nennt man die dann Großkreise? Und, weil Erfurt Regierungssitz ist, dann den Bezirk Weimar erfinden? Die Bürger üben schon die Danksagungen. Ein neues Auto zulassen = 1 Tag Urlaub. Ehe der Fang eines Jägers beim zuständigen Veterinäramt angekommen ist, ist er nur noch Gammelfleisch. Oder plant man, nur die Landratsstellen und deren Sekretariate zu streichen, die Verwaltungen hingegen zu belassen? Wenn darüber nicht noch mal von Fachleuten richtig nachgedacht wird, wird man noch manche Kolumne schreiben können. Hei, wird das lustig.

Dienstag

In einigen Wochen wird die Straßenbahn in Nordhausen auf der gesamten Linie 2 wieder bis zur Parkallee fahren. Heute erfuhr davon die nnz. Am Grimmel sind die modernen Kartenautomaten installiert. Na, das ist doch was. Fahren könn´se noch nicht, aber immerhin schon mal bezahlen.

Mittwoch

Pferdemarkt? Bebaut mit einem Einkaufszentrum? Baubeginn noch dieses Jahr. Halte ich für ein Gerücht und eine Fehlplanung. „In Petersburg ist Pferdemarkt“ wusste Katja Ebstein schon vor etlichen Jahren. Und „da muss ein Mann doch hin.“ Ein Mann! Keine Frau. Pferdemarkt und Frau, das ist nichts. Die Frauen werden da vera.....lbert. Und zum Schluss – das wissen die Textsicheren dieses Liedes – reicht diese Kombination nur, einem treuen Gemahl Hörner aufzusetzen und sich dabei erwischen zu lassen. Das Nordhäuser Beispiel zeigt: Katja hat Recht.

Donnerstag

Wacker hat einen Präsidenten, der wusste was, sagte es aber noch nicht. Das ist natürlich in Ordnung. Dann hatte er aber noch eine Idee, nämlich der Presse zu sagen, dass er was weiß, aber es ihr noch nicht sagt. So macht doch Pressearbeit richtig Spaß. Die nnz brauchte sich nur noch erfolgreich umzuhören und schon wusste sie vor allen anderen: Wacker hat einen neuen Trainer. Diesmal einen ohne Trainerschein. Den kann man sicher leichter feuern als einen mit Schein. Armer Jens Ludwig. Aber es ist selbst gewähltes Leid. Allerdings haben so auch schon große Teamchefs begonnen: Pssst, nicht weitersagen, sogar der einzig wahre deutsche „Kaiser“ Franz. Irgendwann muss er natürlich abdanken. Beginnt dann die Regentschaft von „Kaiser“ Jens? Ich wünsche jedenfalls viel Glück und viele Wacker-Fans tun das auch.

Freitag

„Die Stadtverwaltung in Gotha lädt übermorgen zu einem Besuch der Amtsstuben ein.“ Dieses sollte als Anregung für Nordhausen verstanden werden. Die Bürger könnten mal frischen Wind rein lassen und vom nahe gelegenen Pferdemarkt frisches Gras für den Amtsschimmel mitbringen.
Jürgen Wiethoff
Autor: nnz

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