Mo, 10:50 Uhr
21.10.2002
Erneute Pleite in Nordhausen
Nordhausen (nnz). Wieder ist - fast unbemerkt - in Nordhausen eine Firma den Bach runtergegangen. Nach 12 Jahren. Hintergründe dazu in Ihrer nnz.
Fast jede Woche erwischt es ein Unternehmen in und um Nordhausen. Oftmals unbemerkt. Insolvenz. Die meldete Jürgen Friedling Anfang September für die HLS GmbH an.
Die Zeiten sind schlecht für Heizungs- und Lüftungsbauer, vor allem in den neuen Bundesländern. Also ging Friedling auf Suche nach Aufträgen in den alten Ländern. Als Subunternehmer war die HLS an einem Großauftrag in Bayern beteiligt. Es ging um eine sechsstellige Euro-Summe, die nach Nordhausen fließen sollte. Sollte. Das Geld kam nicht an, statt dessen wurde ein Streit vor Gericht angeboten. Das Angebot kam von einem Großen der Branche mit dem langen Atem.
Für den Kleinen - für die HLS - bedeutete das fehlende Geld das Aus. Noch im Juli feierte Friedling mit seinen Leuten den 12. Geburtstag der GmbH. Sie war eine der ersten neuen Firmen, die nach der Wende das Licht der neuen Welt in Nordhausen erblickte. Zwölf Jahre haben die Leute in Sundhausen allen Widerständen des Marktes getrotzt. Jetzt ging ihnen die Puste aus. Es gibt kaum noch Aufträge in der Region, die meisten Firmen beschäftigen sich mit Wartungsarbeiten, resigniert der Geschäftsführer, der die Kündigungen für 20 Mitarbeiter ausfertigen musste. Die Großen im Westen machen die Kleinen im Ost einfach platt. So wird der Markt bereinigt. Geld wird nicht bezahlt, dafür der Gang vors Gericht angeboten, ein Vergleich mit Verlierer und Gewinner. Dazu haben wir nicht die Puste, an Eigenkapital war im Osten nicht zu denken, meint Friedling gegenüber nnz.
Wie viele seiner Kollegen fordert Friedling hier die Politik zum Handeln auf. Die Auftraggeber müssten Bürgschaften vorweisen, auch die Vorlage eines Finanzierungsnachweises sei unabdinglich. Diese Regelungen - sollten sie einst greifen - kommen für die HLS zu spät. Friedling will allerdings nicht aufgeben. Er betreibt seine zweite Firma mit vier Mitarbeitern weiter. Die macht in Kundendienst.
Autor: nnzFast jede Woche erwischt es ein Unternehmen in und um Nordhausen. Oftmals unbemerkt. Insolvenz. Die meldete Jürgen Friedling Anfang September für die HLS GmbH an.
Die Zeiten sind schlecht für Heizungs- und Lüftungsbauer, vor allem in den neuen Bundesländern. Also ging Friedling auf Suche nach Aufträgen in den alten Ländern. Als Subunternehmer war die HLS an einem Großauftrag in Bayern beteiligt. Es ging um eine sechsstellige Euro-Summe, die nach Nordhausen fließen sollte. Sollte. Das Geld kam nicht an, statt dessen wurde ein Streit vor Gericht angeboten. Das Angebot kam von einem Großen der Branche mit dem langen Atem.
Für den Kleinen - für die HLS - bedeutete das fehlende Geld das Aus. Noch im Juli feierte Friedling mit seinen Leuten den 12. Geburtstag der GmbH. Sie war eine der ersten neuen Firmen, die nach der Wende das Licht der neuen Welt in Nordhausen erblickte. Zwölf Jahre haben die Leute in Sundhausen allen Widerständen des Marktes getrotzt. Jetzt ging ihnen die Puste aus. Es gibt kaum noch Aufträge in der Region, die meisten Firmen beschäftigen sich mit Wartungsarbeiten, resigniert der Geschäftsführer, der die Kündigungen für 20 Mitarbeiter ausfertigen musste. Die Großen im Westen machen die Kleinen im Ost einfach platt. So wird der Markt bereinigt. Geld wird nicht bezahlt, dafür der Gang vors Gericht angeboten, ein Vergleich mit Verlierer und Gewinner. Dazu haben wir nicht die Puste, an Eigenkapital war im Osten nicht zu denken, meint Friedling gegenüber nnz.
Wie viele seiner Kollegen fordert Friedling hier die Politik zum Handeln auf. Die Auftraggeber müssten Bürgschaften vorweisen, auch die Vorlage eines Finanzierungsnachweises sei unabdinglich. Diese Regelungen - sollten sie einst greifen - kommen für die HLS zu spät. Friedling will allerdings nicht aufgeben. Er betreibt seine zweite Firma mit vier Mitarbeitern weiter. Die macht in Kundendienst.


