Mo, 09:55 Uhr
21.10.2002
Auf der Suche nach Dienstleistern
Nordhausen (nnz). Immer wieder klagen Händler und Gewerbetreibende über das schlechte Umfeld in Nordhausen oder über die Enthaltsamkeit beim Kauf. Über den Service im Handwerk hört man kaum Klagen. Dazu eine nnz-Betrachtung...
Vielleicht kennen Sie das auch?: Frau Constanze B. (*) wollte am Mittwoch voriger Woche eigentlich Brot kaufen. Nach Dienstschluß (16.30 Uhr) betrat sie frohgelaunt ein Bäckergeschäft am Grimmel. Die Verkäuferin stand gelangweilt im Laden. Was sollte sie auch machen, die Regale waren leer. Also muß sie sich die Zeit bis 18.00 Uhr vertreiben und die Kunden darauf hinweisen, dass sie doch etwas eher einkaufen sollten. Sie dürfe nicht zu viel Brot oder Brötchen bestellen, sonst gibt es bei Rückläufern Ärger mit dem Chef.
Zwei Tage später wollte sich Frau B. ihre Haare in Form bringen lassen. Die Barfüßerstraße in Nordhausen ist nicht nur für ihre zahlreichen gastronomischen Einrichtungen bekannt, sondern mutiert seit einigen Monaten auch zur Friseurmeile. Gut für Frau B. Sie steuerte das erste Geschäft an, es war 12.30 Uhr und dazu noch Freitag. Auf ihre Frage Waschen, schneiden fönen? gab es eine klare Antwort: Jetzt nicht! Ein Geschäft weiter stylten die Kolleginnen zwar je eine Kundin, doch an einem Nachfolgegeschäft bestand auch hier kein Interesse, denn in einer Stunde habe man schon den nächsten Termin.
Frustriert hakte Constanze B. diese Woche ab. Ihre Laune war auf einem Tiefpunkt angelangt. Sind diese Geschäfte denn überhaupt schon in der Marktwirtschaft angekommen oder haben sie diese schon wieder verlassen, meinte sie gegenüber der nnz-Redaktion. Nun können die versammelten Bäcker- oder Friseurgilden zwar betonen, dass es sich hier um Einzelfälle handele, das aber ist der Kundin schlicht und ergreifend pille-palle. Zu diesem Bäcker wird sie nicht mehr gehen, sie hat - Gott sei dank - einen Job mit festen Arbeitszeiten, der ein Ausschwärmen zwischen 8 Uhr und 16 Uhr nicht zulässt. Einen neuen Friseur wird sie sich auch suchen. Doch ein mulmiges Gefühl beschleicht sie da. Auf Spontanität einer Kopfwäsche wird Frau B. verzichten müssen. Planung und langfristige Anmeldung sind angesagt - und die Hoffung auf gute Laune seitens des Personals.
Wie geschildert - sicher ein Einzelfall, aber er wird weitergetragen, auch Frau B. könnte ja ein sogenannter Multiplikator sein. Auf jeden Fall war sie Kundin, für einige Geschäfte wohl aber nicht die Königin.
P.S. Wenn Sie, liebe nnz-Leser, ähnliche Begebenheiten erlebten, dann lassen Sie uns das einfach wissen. Wir erzählen es gern weiter.
(*) Der Name wurde von der Redaktion geändert.
Autor: nnzVielleicht kennen Sie das auch?: Frau Constanze B. (*) wollte am Mittwoch voriger Woche eigentlich Brot kaufen. Nach Dienstschluß (16.30 Uhr) betrat sie frohgelaunt ein Bäckergeschäft am Grimmel. Die Verkäuferin stand gelangweilt im Laden. Was sollte sie auch machen, die Regale waren leer. Also muß sie sich die Zeit bis 18.00 Uhr vertreiben und die Kunden darauf hinweisen, dass sie doch etwas eher einkaufen sollten. Sie dürfe nicht zu viel Brot oder Brötchen bestellen, sonst gibt es bei Rückläufern Ärger mit dem Chef.
Zwei Tage später wollte sich Frau B. ihre Haare in Form bringen lassen. Die Barfüßerstraße in Nordhausen ist nicht nur für ihre zahlreichen gastronomischen Einrichtungen bekannt, sondern mutiert seit einigen Monaten auch zur Friseurmeile. Gut für Frau B. Sie steuerte das erste Geschäft an, es war 12.30 Uhr und dazu noch Freitag. Auf ihre Frage Waschen, schneiden fönen? gab es eine klare Antwort: Jetzt nicht! Ein Geschäft weiter stylten die Kolleginnen zwar je eine Kundin, doch an einem Nachfolgegeschäft bestand auch hier kein Interesse, denn in einer Stunde habe man schon den nächsten Termin.
Frustriert hakte Constanze B. diese Woche ab. Ihre Laune war auf einem Tiefpunkt angelangt. Sind diese Geschäfte denn überhaupt schon in der Marktwirtschaft angekommen oder haben sie diese schon wieder verlassen, meinte sie gegenüber der nnz-Redaktion. Nun können die versammelten Bäcker- oder Friseurgilden zwar betonen, dass es sich hier um Einzelfälle handele, das aber ist der Kundin schlicht und ergreifend pille-palle. Zu diesem Bäcker wird sie nicht mehr gehen, sie hat - Gott sei dank - einen Job mit festen Arbeitszeiten, der ein Ausschwärmen zwischen 8 Uhr und 16 Uhr nicht zulässt. Einen neuen Friseur wird sie sich auch suchen. Doch ein mulmiges Gefühl beschleicht sie da. Auf Spontanität einer Kopfwäsche wird Frau B. verzichten müssen. Planung und langfristige Anmeldung sind angesagt - und die Hoffung auf gute Laune seitens des Personals.
Wie geschildert - sicher ein Einzelfall, aber er wird weitergetragen, auch Frau B. könnte ja ein sogenannter Multiplikator sein. Auf jeden Fall war sie Kundin, für einige Geschäfte wohl aber nicht die Königin.
P.S. Wenn Sie, liebe nnz-Leser, ähnliche Begebenheiten erlebten, dann lassen Sie uns das einfach wissen. Wir erzählen es gern weiter.
(*) Der Name wurde von der Redaktion geändert.

