Mo, 10:48 Uhr
14.10.2002
Deutsche Kaiser und Könige
Nordhausen (nnz). Über Generationen ist der Harz mit seinen reizvollen Wäldern ein beliebtes Wandergebiet, historisch gesehen jedoch eher auf die unübersehbaren Relikte neuzeitlichen Bergbaues begrenzt. Es gibt aber auch mehr zu berichten.
Im Gegensatz hierzu stehen die seit jeher vielbeachteten zumeist noch romanischen Monumentalbauten der bekannten Städte seiner Randbereiche im Norden und Süden. Auch wenn hier vieles durch spätere Generationen überprägt wurde, so verbindet sich mit diesen ehemaligen Pfalzen mittelalterlicher Herrscher doch am ehesten der Begriff einer Königslandschaft. Veranlassung für die Entstehung so zahlreicher Königspfalzen an den Harzrändern waren seit der Entstehung des ersten deutschen Staates unter dem Ludolfinger Heinrich I. die wirtschaftlichen Möglichkeiten, die gerade dieses Mittelgebirge aufbieten konnte.
Neben dem Metallreichtum von Silber, Blei, Kupfer und vor allem Eisen war es natürlich der einzig verwendbare Energieträger Holz, der es gestattete, Erze in industriehaften Größenordnungen zu schmelzen. Bis weit in die Zeit der Ottonen hinein erreichte der Harz alleroberste, nicht zuletzt auch militärstrategische, existentielle Bedeutung. Er wurde demzufolge besitzrechtlich Königsgebiet oder von vornehmen Reichsstiftungen der Ottonen wie Gandersheim oder Quedlinburg verwaltet. Zahlreiche Werksiedlungen entstanden, die eine der wirtschaftlichen Basen des frühen deutschen Königtums bildeten. In ihnen wurden dann beispielsweise auch die dringend benötigten Mengen Eisen und Stahl produziert, um gegen die verheerenden, den jungen deutschen Staat bedrohenden Ungarneinfälle eine wirkungsvolle Waffe, die Panzerreiterei, aufbauen zu können. Allein für einen Reiter wurden bis etwa 50 Kilogramm Eisen benötigt, wobei zur Schmelze von einem Karren Erz ca. 63 Festmeter Holz erforderlich waren.
In Anlehnung an die historischen Wegeabschnitte, die die Trosse der mittelalterlichen Kaiser und Könige im Harz genommen haben könnte, wurde durch die regionale Arbeitsguppe Wege deutscher Kaiser und Könige des Mittelalters im Harz in Zusammenarbeit mit den Harzklubzweigvereinen, ortsansässigen Heimatvereinen und den Tourismusvereinen sowie den Landratsämtern ein ca. 550 km langer thematischer Wanderweg Wege deutscher Kaiser und Könige des Mittelalters im Harz trassiert. Er verbindet dabei Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt sowie acht Landkreise miteinander. Der Weg der zum größten Teil auf schon existierenden Wanderwegen verläuft, wurde durch eine Krone markiert.
Etwa 70 Tafeln entlang des Weges erläutern die große Zeit vom 9. bis 13. Jahrhundert, als das Heilige Römische Reich Deutscher Nation die Mitte Europas beherrschte und weltpolitisch mitzureden hatte. Entlang des Weges wird an vielen Stationen das Kaisertum erlebbar.
Der Oberharz mit der vermutlich ältesten Harzer Pfalz Bodfeld liegt im Zentrum all dieser Wege. Hier starb 1056 Heinrich III in den Armen von Papst Viktor II. Erst nach der Totenfeier in Bodfeld wurde der tote Kaiser nach Speyer gebracht. Sein Herz liegt aber heute noch in einer Goldkapsel in Goslar am Kaiserweg. Der Weg deutscher Kaiser und Könige des Mittelalters im Harz verbindet eine wunderbare Landschaft mit einer interessanten Geschichte über Landesgrenzen hinweg.
Um diesen thematischen Wanderweg vielen Touristen, Besuchern und historisch Interessierten zugänglich zu machen, haben die Regionale Arbeitsgruppe und die Kartographische Kommunale Verlagsgesellschaft mbH in Nordhausen einen Wander- und Geschichtsführers (ISBN: 3-933494-57-5) veröffentlicht, der den Weg deutscher Kaiser und Könige in 18 Etappen beschreibt. Ziel ist es dabei dem Wanderer neben einer Streckenbeschreibung den historischen Hintergrund zu vermitteln. Alle Etappen sind einzeln erwanderbar. Die historischen Stationen werden dabei besonders hervor gehoben. Ergänzend zum Wanderführer ist eine Wanderkarte des Harzes (ISBN: 3-933494-59-1) erschienen die neben dem Wander- und Radwegenetz insbesondere diesen historischen Lehrpfad mit seinen Stationen hervorhebt. In beide Publikationen ist eine Übersicht der Tourismusvereine und Sehenswürdigkeiten integriert. Beide Veröffentlichungen sind ab sofort über die Tourismusinformationen der Region sowie über den Buch- und Zeitschriftenhandel erhältlich.
Autor: nnzIm Gegensatz hierzu stehen die seit jeher vielbeachteten zumeist noch romanischen Monumentalbauten der bekannten Städte seiner Randbereiche im Norden und Süden. Auch wenn hier vieles durch spätere Generationen überprägt wurde, so verbindet sich mit diesen ehemaligen Pfalzen mittelalterlicher Herrscher doch am ehesten der Begriff einer Königslandschaft. Veranlassung für die Entstehung so zahlreicher Königspfalzen an den Harzrändern waren seit der Entstehung des ersten deutschen Staates unter dem Ludolfinger Heinrich I. die wirtschaftlichen Möglichkeiten, die gerade dieses Mittelgebirge aufbieten konnte.
Neben dem Metallreichtum von Silber, Blei, Kupfer und vor allem Eisen war es natürlich der einzig verwendbare Energieträger Holz, der es gestattete, Erze in industriehaften Größenordnungen zu schmelzen. Bis weit in die Zeit der Ottonen hinein erreichte der Harz alleroberste, nicht zuletzt auch militärstrategische, existentielle Bedeutung. Er wurde demzufolge besitzrechtlich Königsgebiet oder von vornehmen Reichsstiftungen der Ottonen wie Gandersheim oder Quedlinburg verwaltet. Zahlreiche Werksiedlungen entstanden, die eine der wirtschaftlichen Basen des frühen deutschen Königtums bildeten. In ihnen wurden dann beispielsweise auch die dringend benötigten Mengen Eisen und Stahl produziert, um gegen die verheerenden, den jungen deutschen Staat bedrohenden Ungarneinfälle eine wirkungsvolle Waffe, die Panzerreiterei, aufbauen zu können. Allein für einen Reiter wurden bis etwa 50 Kilogramm Eisen benötigt, wobei zur Schmelze von einem Karren Erz ca. 63 Festmeter Holz erforderlich waren.
In Anlehnung an die historischen Wegeabschnitte, die die Trosse der mittelalterlichen Kaiser und Könige im Harz genommen haben könnte, wurde durch die regionale Arbeitsguppe Wege deutscher Kaiser und Könige des Mittelalters im Harz in Zusammenarbeit mit den Harzklubzweigvereinen, ortsansässigen Heimatvereinen und den Tourismusvereinen sowie den Landratsämtern ein ca. 550 km langer thematischer Wanderweg Wege deutscher Kaiser und Könige des Mittelalters im Harz trassiert. Er verbindet dabei Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt sowie acht Landkreise miteinander. Der Weg der zum größten Teil auf schon existierenden Wanderwegen verläuft, wurde durch eine Krone markiert.
Etwa 70 Tafeln entlang des Weges erläutern die große Zeit vom 9. bis 13. Jahrhundert, als das Heilige Römische Reich Deutscher Nation die Mitte Europas beherrschte und weltpolitisch mitzureden hatte. Entlang des Weges wird an vielen Stationen das Kaisertum erlebbar.
Der Oberharz mit der vermutlich ältesten Harzer Pfalz Bodfeld liegt im Zentrum all dieser Wege. Hier starb 1056 Heinrich III in den Armen von Papst Viktor II. Erst nach der Totenfeier in Bodfeld wurde der tote Kaiser nach Speyer gebracht. Sein Herz liegt aber heute noch in einer Goldkapsel in Goslar am Kaiserweg. Der Weg deutscher Kaiser und Könige des Mittelalters im Harz verbindet eine wunderbare Landschaft mit einer interessanten Geschichte über Landesgrenzen hinweg.
Um diesen thematischen Wanderweg vielen Touristen, Besuchern und historisch Interessierten zugänglich zu machen, haben die Regionale Arbeitsgruppe und die Kartographische Kommunale Verlagsgesellschaft mbH in Nordhausen einen Wander- und Geschichtsführers (ISBN: 3-933494-57-5) veröffentlicht, der den Weg deutscher Kaiser und Könige in 18 Etappen beschreibt. Ziel ist es dabei dem Wanderer neben einer Streckenbeschreibung den historischen Hintergrund zu vermitteln. Alle Etappen sind einzeln erwanderbar. Die historischen Stationen werden dabei besonders hervor gehoben. Ergänzend zum Wanderführer ist eine Wanderkarte des Harzes (ISBN: 3-933494-59-1) erschienen die neben dem Wander- und Radwegenetz insbesondere diesen historischen Lehrpfad mit seinen Stationen hervorhebt. In beide Publikationen ist eine Übersicht der Tourismusvereine und Sehenswürdigkeiten integriert. Beide Veröffentlichungen sind ab sofort über die Tourismusinformationen der Region sowie über den Buch- und Zeitschriftenhandel erhältlich.


