eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Do, 16:32 Uhr
10.09.2009

nnz-Forum: Keine Spielchen

Die nnz hatte sich ausführlich dem Beigeordneten-Wahlakt im Nordhäuser Kreistag berichtet. Dazu die Meinung einer „Betroffenen“ im Forum der nnz...


Der Presse nach zu urteilen sind wir Linken mit einer Niederlage gestartet und defacto ist das auch so, wir haben den ehrenamtlichen Beigeordneten und die Sitzungsleitung verloren.

Aber wir haben uns besonnen, warum wir in den Kreistag gewählt wurden, weil der Wähler will, dass endlich in der Sache entschieden wird und zwar zugunsten der Bürger dieses Landkreises. Mir als politischen Neuling ist es besonders wichtig mit Anstand Politik zu machen und das Richtige für die Bürger zu tun. Tatsächlich waren die Signale aus anderen Fraktionen uns gegenüber so, dass sie Klaus Hummitzsch aufgrund seiner loyalen überparteilichen Arbeit als ehemaliger ehrenamtlicher Beigeordneter für den besten Kandidaten für den Job des ehrenamtlichen Beigeordneten hielten.

Die Betonung liegt auf hielten, denn kurz vor der Kreistagssitzung müssen sich massenhaft die Meinungen grundlegend geändert haben. Ich bin wohl noch zu neu, um zu verstehen, warum plötzlich nach Parteibuch entschieden wurde, und jahrelange gute Arbeit nicht mehr zählt. Aber schließlich bin ich angetreten, um genau dies nicht mitzumachen.

Wir waren zehn Linke Kreistagsmitglieder zur Kreistagssitzung. Klaus Hummitzsch erhielt 12 Stimmen. Ich ziehe den Hut vor den beiden Kreistagsmitgliedern aus anderen Fraktionen, die die Zivilcourage hatten, so zu entscheiden, wie Klaus Hummitzsch all die Jahre gearbeitet hat, nämlich parteiübergreifend. Und deshalb besteht wohl noch Hoffnung für die Zukunft.

Wer genau mitgezählt hat, wird festgestellt haben, dass wir Linke in vielen Fällen auch für Kreistagsmitglieder der anderen Fraktionen gestimmt haben und dies aus gutem Grund. Wir wollen, dass die Positionen immer mit den kompetentesten Personen besetzt werden, egal welcher Fraktion sie angehören.

Mit dem Rückzug der Kandidatur von Hannelore Haase haben wir den anderen Fraktionen sehr deutlich signalisiert – für Spielchen egal welcher Art- stehen wir Linke nicht zur Verfügung. So wichtig kann Macht gar nicht sein. Insofern haben wir im Kreistag vielleicht nicht unbedingt dazugewonnen, aber dafür wird endlich wieder der Sieger, der es immer sein sollte, der Bürger dieses Landkreises.
Heike Umbach, Fraktion die Linke im Kreistag
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Anzeige symplr (6)
Kommentare
brazil
10.09.2009, 17:07 Uhr
Ich bin also der Sieger . . .
. . . und für diese Auskunft bin ich mehr als dankbar, denn das tatsächlich wäre mir nie in den Sinn gekommen.

Auf der Straße habe ich aufgeschnappt, dass es wohl wenigstens einen Bürger geben muss, der sich nicht total als Sieger fühlt. Er meinte, weil die "Linken" (sprich SPD und Linke) sich wieder mal nicht einig sind, ist gerade nicht das Beste für den Bürger eingetreten.

Aber der hat sicher einfach keinen PLAN.

Mich indess interessiert viel mehr, was ist mit Benny und Kjeld? So ganz im übertragenen Sinne? Auch Sieger?

Oder bin ich gerade im falschen Film?

:-)
Wolfgang Reinhardt
11.09.2009, 10:15 Uhr
Fairness
Ich finde die Aufklärung über den Umgang der Fraktionen des Kreistages miteinander durch die „Neue“ sehr aufschlussreich. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass bei der Verabschiedung des Bürgermeisters Hummitsch in den beruflichen Ruhestand parteiübergreifend nur Lobesworte über ihn gesprochen wurden.

Daher ist es mir völlig unverständlich, dass man das a) jetzt scheinbar anders sieht und b) die Linken bis kurz vor der Entscheidung im Glauben ließ, dass man für Herrn Hummitsch als Beigeordneten stimmen würde, es dann aber nicht tat. Was für ein Gefühl muss das wohl für Herrn H. und die Linksfraktion gewesen sein so vorgeführt zu werden?

Ob sich Fraktionen vor anstehenden Besetzungen von Posten abstimmen sollten oder nicht ist eine andere Frage, aber wenn man signalisiert sich aus guten Gründen für den Kandidaten einer anderen Partei zu entscheiden, dann finde ich es zumindest unanständig, dann anders zu votieren. Das hat, wie die Schwaben sagen ein „Geschmäckle“.

Es ist auch gut zu wissen, dass die Linken nicht geschmollt haben und trotzdem bei anderen Positionen für den jeweils fachlich Geeignetsten stimmten. Ich hoffe, dass die offene, ehrliche unverkrampfte Art der Frau Umbach Schule macht und wir noch des Öfteren von ihr hören. Vielleicht finden die Fraktionen im Interesse der Bürger doch noch zu sachorientierter politischer Zusammenarbeit und lassen die Machtspielchen der Vergangenheit angehören.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)