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Mi, 14:27 Uhr
09.09.2009

Wunden lecken

Die LINKEN sind im Nordhäuser Kreistag mit einer Niederlage gestartet. So richtig sind die gestrigen Ergebnisse der Wahlen jedoch noch nicht einzuordnen...


Politiker sollten eigentlich wie Seismographen sein. Die kleinste Erschütterung um sie herum muss registriert werden. Wer kungelt da mit wem? Wer kann mir gefährlich werden? Schickt man einen eigenen Kandidaten ins Rennen, muss die wichtigste Frage lauten? Bekomme ich dafür Mehrheiten?

„Eigentlich wollten wir nach dem Ausgang der Kommunalwahlen keinen Kandidaten für das Amt des ehrenamtlichen Beigeordneten aufstellen“, gibt Birgit Keller, die Fraktionsvorsitzende der Linken im Kreistag, gegenüber der nnz zu Protokoll. Doch die Sozialisten hätten von vielen Seiten Signale erhalten, dass Klaus Hummitzsch fraktionsübergreifend gewählt werden könnte. Könnte, denn die Linken hatten die Rechnung ohne die neue erstarkte SPD-Fraktion gemacht. Die hatte vor allem Hummitzsch nachgetragen, dass er Deals mit Egon Primas eingefädelt hatte, die noch nicht allzu lange zurücklagen. Zum Beispiel die Geschichte mit dem Aufsichtsrat der Südharz-Werke. „Jetzt werden wir ein wenig die Wunden lecken“, gibt Keller zu.

Also wurde Dauerkandidat und Dauer-Kreistagsmitglied Winfried Theuerkauf ins Rennen geschickt, der sich wiederum der Unterstützung seitens der Bündnisgrünen sicher sein konnte. Den aber kann die CDU nicht akzeptieren und stellt schnurstracks Egon Primas auf, weil für die CDU manche Teile der LINKEN kalkulierbarer sind als die SPD-Truppe, in der Dagmar Becker zwar offiziell noch das Sagen hat, das städtische Lager jedoch an Einfluss gewonnen hat.

Der Ausgang ist bekannt. Egon Primas verhindert Winfried Theuerkauf, der wiederum Klaus Hummitzsch verhindern wollte. Der Seismograph der Linken jedoch scheint in dieser Zeit eher in Richtung Erfurt ausgerichtet zu sein. In Richtung Nordhausen ausgerichtet, hätte man spüren müssen, dass die Bündnisgrünen durchsickern ließen, einen Klaus Hummitzsch im Jahr 20 nach der Wende nicht zum ehrenamtlichen Beigeordneten zu wählen. Wie Gisela Hartmann der nnz im Vorfeld der Kreistagssitzung mitteilte, sei man sich dieser Strategie fraktionsübergreifend einig.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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Kommentare
denk-mal
09.09.2009, 23:57 Uhr
eitelkeiten
als alter nordhäuser konnte man kurzsichtige eitelkeiten beobachten. da, so kann man das hier lesen versucht einer den anderen zu verhindern.
alle haben in dieser stadt und in diesem landkreis ihre geschichte. der eine war eine blockflöte, der andere hat nach der wende mit der nogefas (sie erinnern sich) eine landkreisfirma in die pleite befördert und der dritte im bund war der alte "landrat" aus ddr zeiten, der sich immer jeden dienstag auf dem Hänger hat auspfeifen lassen müssen (hätten wahrscheinlich wessipolitiker nie mit sich machen lassen).

eine von den grünen wirft die altlasten vor (ich weiss nicht ob das noch so aktuell ist nach zwanzig jahren, und wenn man vorteile im altlastigen system hatte, sollte man sich vorwürfe vielleicht doch verkneifen) der andere genießt den vorteil und lässt sich wählen und freut sich über demokratische regularien ohne dabei zu bemerken, dass man nach der wahl ohne eigene mehrheit um die mehrheiten buhlen muss, diese mehrheiten stammen aber nicht aus seinem politischem lager, wenn er sie dann braucht.

wenn man was vor den baum fahren konnte dann war es diese kreitagssitzung. leider werden nur politische insider diesen kommentar zu verstehen wissen, aber für genau diese habe ich mir erlaubt ihn zu schreiben.

vielleicht kommen sie zu der einsicht das bundes- oder landespolitik nicht identisch ist, mit der gestaltung des zusammenlebens hier vor der gemeinsamen tür ist - und das meine ich absolut über parteigrenzen hinaus !!!!
sie werden mir gestatten ein mal mehr zum "denk mal" auffordern zu dürfen
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