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Do, 13:10 Uhr
27.08.2009

nnz-Forum: Start verpasst

Es hat lange gedauert, ehe sich die Bündnisgrünen im Wahlkampf dem geplanten Industriegebiet in der Goldenen Aue zuwenden. Jetzt ist es passiert...


Ein Industriegebiet im Südharz wäre für Bündnis 90/Die Grünen unter Ausnutzung aller regionalen Potentiale ohne Verschwendung wertvoller landwirtschaftlich genutzter Böden bei Verfolgung einer nachhaltigen Politik im Südharz längst Realität. Die Fixierung auf die Goldene Aue war eine kontraproduktive regionale Planungsentscheidung.

Den Bündnisgrünen geht es aktuell um die erfolgreichsten Strategien und praktischen Antworten zur Bewältigung der Krisen in Wirtschaft, Finanzsystem und ökologischem Verhalten der Menschen. Die Erwartung der Bürger als Wähler zielt auf eine offene und kritische Analyse erreichter Veränderungen, auf ausgereifte Konzepte für die Wirksamkeit des Schuldenabbaus. Wir brauchen ein Maß zur Bewertung der staatlichen Ausgaben, das weit über Mehrheitsvoten in Parlamenten hinausgeht.

Allein solche Beispiele wie die Gestaltung der Autobahnzufahrt B 80 - A 38 mit hohem zusätzlichen Treibstoffeinsatz verbunden, die Umgehungsstraße für Worbis und letztlich die Umwandlung einer 100ha Ackerfläche in ein annähernd chancenloses Industriegebiet ohne Bahnanschluss in der Goldenen Aue belegen, dass die Nachbarschaft von Fehlentscheidungen zum Vergehen immer enger wird. Deutlich zeigt sich die Entscheidungsschwäche der Planer, weil nur die Alternative bleibt: Entweder Erhöhung der finanziellen Fonds für Bildung und Wissenschaft oder Entwicklung eines Industriegebietes. Von Göttingen bis Sangerhausen und Halle hat sich inzwischen an Verkehrsknoten und nahe platzierter Hochschulforschung eine Kette neuer Industriegebiete entlang des Südharzes entwickelt.

Die Nordhäuser verpassten den Start. Ihr Signal, gerade noch hörbar bei den Fördermittelnomaden, hat selbst bei diesen keinen Widerhall gefunden wie auch die Anbiederung beim Niedriglohnsektor. Welches Angebot mit günstiger Förderung gab es eigentlich für den einheimischen Mittelstand? Nordhausen besitzt noch freie Flächen für Industrie und Gewerbe einschließlich der vernachlässigten Areale (Bahngelände, ehemalige Kaffeerösterei u.a.).

Die Reduzierung des Flächenverbrauchs als Ziel hat aber zu keiner Zeit im Schwerpunktkatalog der Industriegebietsplaner gestanden. Die neuen Klimadaten deuten auf eine weitere Zunahme von Erwärmung und damit auf verstärkte Starkregenwahrscheinlichkeit, mit ansteigenden Überschwemmungsgefahren für die Gemeinde Windehausen. Schutzmaßnahmen mit Ereignissen in Katastrophennähe scheitern, so der Planungsverband Goldenen Aue in einer seiner letzten öffentlichen Informationsveranstaltungen, an knappen Finanzen. Die Allianz von Landesentwicklungsgesellschaft (LEG), Planungsgemeinschaft und städtischer Wirtschaftsförderung hat sich nun auf die Strategie der Gesichtswahrung zurückgezogen.

Bündnis 90/ Die Grünen fordern dagegen einen STOP aller Vorbereitungsarbeiten zum Industriegebiet Goldene Aue, eine umfassende Wähleraufklärung und die Erarbeitung einer Prioritätenliste aller finanziellen Mittel zu Gunsten von Bildung und Forschung. Die Realisierung eines Nordhäuser Industriegebietes kann nur zügig im Einvernehmen aller Parteien erfolgen. Dies muss auch unter Berücksichtigung eines deutlich erkennbaren regionalen Beitrags zur Minderung des CO2 -Ausstoßes gegen den drohenden Klimawandel erfolgen.
Dr. Horst Kox, Sollstedt
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
H.Buntfuß
28.08.2009, 01:31 Uhr
Es wird Zeit
Ich bin schon lange gegen die Verunglimpfung der „GOLDENEN AUE „ und habe mich auch des öfteren dagegen ausgesprochen. Aber die regierenden haben für den Bürger kein Ohr. Man zieht gefasste Beschlüsse durch, ob sie Sinn machen oder nicht.

Von daher finde ich es gut, dass jetzt zumindest eine Partei die Sinnlosigkeit des Unternehmens erkennt und dagegen vorgeht. Es darf nicht sein, dass man Mutter Natur zerstört, nur um eine Betonwüste daraus zu machen.

Es ist nicht im Traum daran zu denken, dass sich irgendwelche Industrie nach Nordhausen ziehen lässt, da waren andere viel schneller wie Herr Dr. Kox richtig feststellt.
98maschr
28.08.2009, 07:50 Uhr
Wer braucht schon Arbeitsplätze
Industrie brauchen wir nicht, den jungen Leuten wird doch hier genügend Perspektive geboten. Das sich Firmen dort hätten ansiedeln wollen verschweigen wir auch mal lieber, die sind nun woanders wo sie eher gebraucht werden weil es dort Arbeitslose gibt - sowas haben wir hier ja nicht.

Ich kann nur mit dem Kopf schütteln wenn ich sowas hier lese und dann wundert man sich wenn junge Leute reihenweise abwandern weil sie hier keine Zukunft haben weil irgendwelche verbohrten Fanatiker es ihnen schlichtweg unmöglich machen hier etwas aufzubauen.

In 19 Jahren hat man es nicht geschafft hier ein Industriegebiet zu erschaffen was für mich ein Armutszeugnis ist. Aber es zeigt auch, daß es manchmal reicht wenn 2 oder 3 Leute laut schreien um Hunderten eine mögliche positive Zukunft zu verbauern hier in unserer Region. Ich hoffe diejenigen Klopfen sich jeden Tag fein auf die Schulter.

Ich für meinen Teil ziehe nach meinem Studium hier weg, gibt ja nix hier wo ich arbeiten könnte dank einiger Schreihälse :)
Gonzales
28.08.2009, 09:20 Uhr
Mal nicht ganz unrecht
hat mein Vorredner. Ja Ihr lieben Bauern ihr schafft es noch, das Industriegebiet sterben zu lassen. Aber Ihr könnt sicher sein, das ich und viele meiner Bekannten bei euch nicht nen halben Liter Milch mehr kaufen werden. Dann wird das Zeug halt von Produzenten aus dem Westen gekauft. Mir ist es dann auch egal, ob Ihr noch Arbeit habt.
Willi
28.08.2009, 10:08 Uhr
@Gonzales
Da muß ich Ihnen doch tatsächlich mal Recht geben! Wir brauchen dringend das Industrigebiet!
Steuerzahler
28.08.2009, 19:32 Uhr
Betonköpfe für Betonlandschaften
Ja gibt es denn Interessenten für das Industriegebiet. Wirkliche mit langfristigen Absichen im normalen Lohnbereich?? Das ständige Zubetonieren von Landschaften, hier sogar sehr fruchtbaren, muß doch endlich mal vorbei sein. Sollte sich eine Industrie hier ansiedeln wollen, wird man doch wohl ein Gebiet finden. Es sollte endlich mal umgedacht werden!!! Es gibt genügend leestehende Gewerbe- wie auch Industriegebiete die auf Vorrat gebaut worden.

Aber NDH benötigt nun auch unbedingt eins. Diesen Unsinn zu stoppen, kann ich nur begrüßen und jeden Bauern der Widerstand leistet meine Hochachtung aussprechen. Sie als "Schreihälse" usw. zu diffamieren spricht für die Befürworter. Aber nachhaltiges Denken und Handeln sieht anders aus und ist auch mit Einschränkungen verbunden. Ich untesrstelle den Befürworten kurzsichtiges, egoistisches Handeln nach dem Motto weiterso auf das wir hier und heute leben.....

Auf das ein Umdenken stattfindet damit Betonköpfe nicht weiter Landschaften zu betonieren. Sonntag wäre ein Tag an dem man den ersten Schritt dazu tun könnte......
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