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Do, 09:33 Uhr
20.08.2009

DSL? Ohne uns!

Viele ländliche Regionen im Landkreis Nordhausen sind in punkto DSL-Technik nicht nur unterversorgt, sondern einfach ausgeschlossen. Nun könnte man denken, dass ist von den Einwohnern nicht so gewollt. Doch dieser Eindruck täuscht. Sie wollen nicht...


In vielen Kommunen des Landkreises Nordhausen könnte es möglich sein, allen, die es wollen, einen schnellen Internetzugang zu ermöglichen. Es gibt dafür sogar Fördermittel. Um die jedoch „anzulegen“, sollen die Menschen auf dem Lande befragt werden, ob sie denn überhaupt ein Interesse an schnellen Informationswegen haben?

Sie haben es nicht, konstatiert das Landratsamt, startet aber noch einmal eine Befragung. Die ist in Sollstedt schon gelaufen. Ergebnis: Der DSL-Ausbau in Sollstedt droht zu scheitern. Und dabei wurde die Gemeinde in das Pilotprojekt eines großen Energieanbieters aufgenommen: DSL 6.000, 16.000 oder gar 25.000 in einem privaten Haushalt zu moderaten Kosten.

Ein Tochterunternehmen würde sofort mit dem Ausbau in Sollstedt beginnen, wenn bis Ende August 330 Aufträge beim DSL-Anbieter aus Gera eingegangen sind. Leider zeigten bisher alle Bemühungen (zuletzt Infoveranstaltung und Schreiben an alle Haushalte am) keinen durchgreifenden Erfolg. Der aktuelle Stand ist deprimierend: 68 Aufträge aus Sollstedt und 11 aus Wülfingerode (79 von 330)

Auch in der Einheitsgemeinde Werther wollte man den DSL-Bedarf ermitteln. Hier gibt es 1.545 Haushalte, deren Internet-Bedarf abgefragt wurde. Das Resultat ähnelt dem in Sollstedt: Nur 121 hatten einen Bedarf angemeldet, davon lediglich 24 aus dem gewerblichen Bereich. In Werther soll jetzt ebenfalls mit anderen Anbietern verhandelt werden. Ausgang offen.
Autor: nnz

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Kommentare
Albert
20.08.2009, 10:57 Uhr
DSL für ALLE!
Hat man jemals die Einwohner befragt, ob sie einen Anschluss an das Telefonnetz wünschen? - Es wurde gebaut und die Leute ließen sich nach und nach anschließen.

Gab es jemals Befragungen, ob die Bürger an das Strom-, Wasser-, Abwassernetz u. s. w. angeschlossen werden wollen?

Hat jemals ein Bäcker vor Eröffnung seiner Bäckerei eine definitive Brotbestellung von den Einwohnern verlangt?

Leider sind viele von uns sehr träge und nach schlechten Erfahrungen auch vorsichtig beim Unterschreiben einer Bestellung für ein Produkt, dessen Lieferung der Anbieter von einer Mindestbestellmenge abhängig macht.
Okieh
20.08.2009, 14:14 Uhr
Kosten - Nutzenrechnung
Eine Investition für den Ausbau eines DSL Netzwerkes in einer kleinen Gemeinde kann nicht mit einer Bäckerei oder der Gleichen verglichen werden.
Oder warum meinen Sie baut unsere liebe Telekom die Netze in den Gemeinden nicht selbst aus!?

Entweder man bummelt mit dem Modem weiterhin durch´s Netz oder man nutzt einen der vielen UMTS Partner zum Surfen. (sofern das UMTS Netz in der Gemeinde ausgebaut ist)
Windhauch
20.08.2009, 16:13 Uhr
Wer, wenn nicht wir?
Jedes! Unternehmen, auch die Bäckerei auf dem Land, stellt sich einer Kosten-Nutzenrechnung. Töricht wäre der Geschäftsmann, der die Wirtschaftlichkeitsfrage für sich nicht beantwortet.

Je mehr Telekommunikationsanbieter auf den Markt drängen, desto intensiver und feinfühliger wird die firmeninterne Abwägung für eine sich lohnende Investition ausfallen, die Kostenfrage drängt in den Vordergrund!

Und wenn wir als Endverbraucher meinen, wir müssten alles zum "Nulltarif" bekommen (oder wenigstens die "Geiz-ist-geil-Mentalität verinnerlichen), dürfen wir uns auch nicht wundern, wenn dann der Unternehmer sagt: Mit mir nicht, seid ihr mal weiterhin schön geizig, ich bin es auch!

Findet sich dann doch mal einer aus der großen Schar der vielversprechenden Anbieter und fragt die potentielle Kundschaft, um wenigstens eine gewisse Planungssicherheit für seine aufwändigen Unternehmungen zu erhalten, meinen auch wir wieder, dass es vielleicht zu teuer, zu unsicher, zu fragwürdig oder eventuell auch gar nicht nötig sei.

Die Zeiten als die Telekom noch Deutsche Bundespost (oder Deutsche Post) hieß und entsprechend des staatlichen Versorgungsauftrages ihre Telefon-Leitungen "mit der Schaufel" austeilte, die sind wohl vorbei. Auch das haben wir als Endverbraucher (Kunden) letztlich begrüßt, treu nach der Devise: Konkurrenz belebt ja das Geschäft!
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