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Di, 12:50 Uhr
11.08.2009

nnz-Wahlkampfecker: Nichts Neues

„Die Probleme an den Schulen in Thüringen und damit auch im Landkreis Nordhausen sind die gleichen, wie zum Ende des vergangenen Schuljahres, auf fehlende junge Lehrer, teilweise zu volle Klassen oder mangelhafte Organisation“, fasst die SPD-Landtagsabgeordnete Dagmar Becker die Probleme aus ihrer Sicht zusammen...


Damit will sie in keiner Weise die engagierte Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer sowie der Erzieherinnen in den Horten diskreditieren, sondern versucht, die Problemlage auf den Punkt zu bringen. „Denn nach wie vor gibt es im Kultusministerium keine Einsicht zu den bestehenden und sich weiter verschärfenden Personalproblemen an den Schulen sowie keine Bereitschaft über die Ausgestaltung von Ganztagsschulen nachzudenken und die Forderung nach längerem gemeinsamen Lernen wird weiterhin beharrlich ignoriert. Mit solchen Denkverboten wird man sich nicht auf die heutigen und künftigen Anforderungen einstellen können“, stellt die Abgeordnete fest.

Allein im Schuljahr 2007/2008 hätten etwa 1600 Lehrer aus Altersgründen den Schuldienst in Thüringen beendet - Tendenz in den kommenden Schuljahren steigend. Die Alterspyramide des Lehrpersonals an den Schulen sei nicht gleichmäßig. Der Altersdurchschnitt der Pädagogen betrage über 50 Jahre und ist zu hoch. Es drohe in den kommenden Jahren ein Lehrermangel.

Betrachte man die aktuellen Veranlassungen des Schulamtes Worbis, so muss man feststellen, dass der Kultusbereich des Landes nicht auf diese außergewöhnlichen Probleme eingestellt ist. „So war z.B. dem Schulamt Worbis die Verabschiedung in den Ruhestand der ehemaligen Schulleiterin der Regelschule Ellrich, Frau Kern schon lange bekannt. Bis zur Findung eines/einer neuen Schulleiters/Schulleiterin wurde eine Kollegin mit der Leitung der Schule beauftragt. Dies hatte Umstrukturierungen zur Folge, so dass der Physikunterricht allein in der Klasse 8 b für nahezu ein Schulhalbjahr nicht erteilt werden kann. Ähnliche Probleme scheint es auch in anderen Schulen des Landkreises zu geben“, klagt Becker.

Weiterhin bleibe zum Schulanfang festzustellen, dass trotz eines enormen Bedarfs 52 Prozent der Regelschulen und 76 Prozent der Gymnasien in Thüringen keinerlei außerunterrichtliche Angebote haben. Das treffe auch auf die Schulen im Landkreis Nordhausen zu. Fehlende Schulsozialarbeiter und viel zu geringe Finanzmittel für Ganztagsangebote sind die Realität an den Schulen, so Becker weiter.

Dass sich in jüngsten Umfragen weiterhin 70 Prozent der Thüringerinnen und Thüringer dafür aussprechen würden, dass mit längerem gemeinsamen Lernen auch endlich in diesem Bundesland die viel zu frühe Trennung der Schüler nach Klasse 4 überwunden wird, ignoriert das Kultusministerium aus Beckers Sicht auch weiterhin beharrlich. Für ein modernes Schulsystem, wie z.B. auch in den skandinavischen Ländern, sei längeres gemeinsames Lernen prägend.
Autor: nnz

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Kommentare
Anna
12.08.2009, 08:59 Uhr
Anna
Schlimme Zustände. Wo sollen die Kinder und Jugendlichen lernen? In einer Schule an der immer mehr Lehrer/ innen fehlen? Gibt es keine jungen Lehrer oder Referendare? Sind wir als Eltern gezwungen, unseren Kindern das Wissen zu vermitteln?
Marie
12.08.2009, 14:18 Uhr
ja Anna, da hast du recht
unsere Kinder sollen gute Leistungen bringen, gute Zeugnisse haben, gut abschneiden in der PISA-Studie und vor allem, sie brauchen ein gutes Zeugnis um eine gute Lehrstelle zu bekommen. Aber wie soll das bei den hohen Ausfallstunden möglich sein? Im letzten Jahr hat es im Humboldt-Gymnasium in der Oberstufe (11. Klasse) enorm viel Ausfall speziell im Fach Englisch - ein Prüfungsfach - gegeben.

Obwohl sich die Schüler an die Direktion gewendet haben, um eine Lösung für das Problem zu finden, ist nicht´s passiert. Und siehe da, das neue und somit letzte Schuljahr (12. Klasse) hat begonnen und der Englischunterricht fällt schon wieder aus.

Auf dem Zeugnis sind die Fehlstunden der Schüler wohl vermerkt. Was ist mit den Ausfallstunden der Unterrichtsfächer? Und wie soll eine gute Abi-Note in Englisch erreicht werden? Ach ja, da gibt es ja noch die Nachhilfe, die die Eltern finanzieren müssen.
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