Mi, 11:18 Uhr
05.08.2009
Besetzungssorgen
Diese Sorgen kennen viele Trainer im Sport. Für Unternehmen sind diese Art von Problemen relativ neu, denn der Ausbildungsmarkt in Thüringen hat sich gedreht...
Im Juli meldeten die Arbeitsagenturen in Thüringen 13.680 Bewerber für Ausbildungsstellen, das sind knapp 4.000 Jugendliche oder 23 Prozent weniger als im Vorjahr. Besonders im Gastgewerbe haben die Unternehmen bereits Probleme, die noch freien Plätze bis zum Ausbildungsstart am 1. September zu besetzen.
Die Wirtschaft wird jedem, der kann und will, ein Angebot auf Ausbildung unterbreiten, verspricht Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Erfurter Industrie- und Handelskammer (IHK), den bisher Unversorgten und macht auf die hohe Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen aufmerksam. Mit 2.650 registrierten Verträgen liege die Kammer trotz sinkender Schulabgängerzahlen nur 6,2 Prozent (Durchschnitt Thüringer IHKs: -10,4 Prozent) unter dem Vorjahresniveau. Die Betriebe der Stadt Erfurt befänden sich aktuell sogar über dem Eintragungsstand von 2008.
Fast zwei Drittel der Bewerber in Nord- und Mittelthüringen nehmen in kaufmännischen Berufen und der Gastronomie eine Ausbildung auf, berichtet der IHK-Chef. Darunter wären 129 Kaufleute im Einzelhandel, 122 Bankkaufleute und 113 Verkäufer.
Doch der Bewerberrückgang hinterlasse immer deutlicher seine Spuren. Zahlreiche Betriebe hätten mehr Qual als Wahl bei der Rekrutierung des Nachwuchses. Besonders im Gastgewerbe würde dringender denn je nach qualifiziertem Personal gesucht. Gerade hier seien viele Ausbildungsplätze noch unbesetzt. Die Hoteliers und Gastronomen stoßen in Bewerbergesprächen jedoch zunehmend auf Defizite im persönlichen Bereich der jungen Leute, wie Disziplin, Belastbarkeit und Umgangsformen, gibt Grusserzu bedenken. Nicht nur die Schulen müssten hier ansetzen, auch die Eltern dürften diese traditionellen Werte bei der Erziehung nicht vernachlässigen.
Selbst für leistungsschwache Schüler gäbe es derzeit noch genügend Angebote. Die Unternehmen stellen auch in diesem Jahr wieder Betriebspraktika oder so genannte Einstiegsqualifizierungen zur Verfügung, macht Grusser auf Alternativen aufmerksam, falls es mit der Lehrstelle nicht sofort klappen sollte. Für einen Zeitraum von bis zu 12 Monaten könnten sich die Jugendlichen dann ein Bild von den Anforderungen im Betrieb machen und hätten bei guten Leistungen berechtigte Chancen auf eine weiterführende Ausbildung mit Anerkennung des Praktikums. Die Vermittlungsquote liegt bei immerhin 72 Prozent, verweist der IHK-Hauptgeschäftsführer auf den Erfolg der Bildungsmaßnahme und spricht den bisher unversorgten Bewerbern Mut zu, sich auf einen der 537 momentan zur Verfügung stehenden Praktikumsplätze zu bewerben.
Die Zeit für eine sorgfältige Bewerberauswahl werde jedoch knapp. Für einen Großteil der Jugendlichen habe das Ausbildungsjahr am 1. August bereits begonnen. Grusser ruft noch einmal zum Endspurt auf: In unserer Online-Lehrstellenbörse sind derzeit noch 430 freie Ausbildungsplätze enthalten, ermutigt er die bisher Erfolglosen. Die IHK-Experten wären zu Beratungsgesprächen gern bereit.
Autor: nnz/knIm Juli meldeten die Arbeitsagenturen in Thüringen 13.680 Bewerber für Ausbildungsstellen, das sind knapp 4.000 Jugendliche oder 23 Prozent weniger als im Vorjahr. Besonders im Gastgewerbe haben die Unternehmen bereits Probleme, die noch freien Plätze bis zum Ausbildungsstart am 1. September zu besetzen.
Die Wirtschaft wird jedem, der kann und will, ein Angebot auf Ausbildung unterbreiten, verspricht Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Erfurter Industrie- und Handelskammer (IHK), den bisher Unversorgten und macht auf die hohe Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen aufmerksam. Mit 2.650 registrierten Verträgen liege die Kammer trotz sinkender Schulabgängerzahlen nur 6,2 Prozent (Durchschnitt Thüringer IHKs: -10,4 Prozent) unter dem Vorjahresniveau. Die Betriebe der Stadt Erfurt befänden sich aktuell sogar über dem Eintragungsstand von 2008.
Fast zwei Drittel der Bewerber in Nord- und Mittelthüringen nehmen in kaufmännischen Berufen und der Gastronomie eine Ausbildung auf, berichtet der IHK-Chef. Darunter wären 129 Kaufleute im Einzelhandel, 122 Bankkaufleute und 113 Verkäufer.
Doch der Bewerberrückgang hinterlasse immer deutlicher seine Spuren. Zahlreiche Betriebe hätten mehr Qual als Wahl bei der Rekrutierung des Nachwuchses. Besonders im Gastgewerbe würde dringender denn je nach qualifiziertem Personal gesucht. Gerade hier seien viele Ausbildungsplätze noch unbesetzt. Die Hoteliers und Gastronomen stoßen in Bewerbergesprächen jedoch zunehmend auf Defizite im persönlichen Bereich der jungen Leute, wie Disziplin, Belastbarkeit und Umgangsformen, gibt Grusserzu bedenken. Nicht nur die Schulen müssten hier ansetzen, auch die Eltern dürften diese traditionellen Werte bei der Erziehung nicht vernachlässigen.
Selbst für leistungsschwache Schüler gäbe es derzeit noch genügend Angebote. Die Unternehmen stellen auch in diesem Jahr wieder Betriebspraktika oder so genannte Einstiegsqualifizierungen zur Verfügung, macht Grusser auf Alternativen aufmerksam, falls es mit der Lehrstelle nicht sofort klappen sollte. Für einen Zeitraum von bis zu 12 Monaten könnten sich die Jugendlichen dann ein Bild von den Anforderungen im Betrieb machen und hätten bei guten Leistungen berechtigte Chancen auf eine weiterführende Ausbildung mit Anerkennung des Praktikums. Die Vermittlungsquote liegt bei immerhin 72 Prozent, verweist der IHK-Hauptgeschäftsführer auf den Erfolg der Bildungsmaßnahme und spricht den bisher unversorgten Bewerbern Mut zu, sich auf einen der 537 momentan zur Verfügung stehenden Praktikumsplätze zu bewerben.
Die Zeit für eine sorgfältige Bewerberauswahl werde jedoch knapp. Für einen Großteil der Jugendlichen habe das Ausbildungsjahr am 1. August bereits begonnen. Grusser ruft noch einmal zum Endspurt auf: In unserer Online-Lehrstellenbörse sind derzeit noch 430 freie Ausbildungsplätze enthalten, ermutigt er die bisher Erfolglosen. Die IHK-Experten wären zu Beratungsgesprächen gern bereit.

