eic kyf msh nnz uhz tv nt
Sa, 10:18 Uhr
28.09.2002

Fledderei in Politik und Wirtschaft

Nordhausen (nnz). Der Begriff der „Fledderei“ macht die Runde, in Politik und Wirtschaft. In Thüringen zum Beispiel zeigte sich gerade Bodo Ramelow (PDS) erbost ob des Angebots von Christoph Matschie (SPD) an PDS-Mitglieder, unter bestimmten Voraussetzungen ins Lager seiner Partei zu wechseln und sprach von Fledderei. Und in der Wirtschaft? nnz recherchierte und berichtet.


Der Volkswagen-Personalchef Peter Hartz soll das Arbeitsmarkt-Konzept, das seinen Namen trägt, gegen „Zerfledderung“ schützen - der aber schweigt. Und wie nnz erfuhr, gibt es offenbar im Volkswagen-Konzern Unklarheiten um die zukünftige Rolle von Personaldirektor Peter Hartz. Er habe zwar mit seiner Kompetenz in kürzester Zeit ein fest umrissenes Konzept bewirkt, stand in dieser Zeit aber dem Unternehmen selbst zu wenig zur Verfügung. Deshalb drängen offenbar Aktionäre und scheinbar auch Managerkreise darauf, dass sich Hartz zwischen der Politik und seiner Aufgabe bei VW entscheidet. Es dürfte ihn nicht leicht fallen.

Inzwischen versucht die Lobby der verschiedenen Verbände - BDI und DGB gehören dazu - die Umsetzung dieser Hartz-Vorschläge in ihrem Sinne zu beeinflussen. Bei den Mitgliedern der Hartz-Kommission wächst demgegenüber die Sorge, dass das Konzept „zerfleddert“ wird. Von Generalsekretär des Handwerksverbandes, Hanns-Eberhard Schleyer hört man, dass er an der Formulierung eines Briefes an Peter Hartz arbeitet, in dem er ihn auffordern will, jetzt in Berlin dafür zu werben, „dass das Konzept als Ganzes umgesetzt wird. Es gehe jetzt um die Glaubwürdigkeit dieses Konzeptes und der Arbeit der Kommission.

Etwas abseits, aber doch im Zusammenhang mit diesen auseinander driftenden Bestrebungen hat sich der Vorstandsvorsitzende der Bundesanstalt für Arbeit (BA), Florian Gerster, für mehr Unabhängigkeit seiner Institution gegenüber Bundesregierung und Interessen-Verbänden ausgesprochen. „Wir müssen künftig die Möglichkeit haben, stärker als bisher das Wie zu bestimmen“, sagte Gerster der Deutschen Presse-Agentur. Er erwarte deshalb vom Gesetzgeber, dass dieser künftig in der Arbeitsmarktpolitik weniger als bisher Detailregelungen festschreibe. Zur Begründung sagte der BA-Chef, wenn der Weg haarklein vorgeschrieben werde, führe das zu dem, was er als Krise der Bundesanstalt vorgefunden habe: „Es verleitet dazu, Erfolge durch den Nachweis von Scheinaktivitäten zu ersetzen.“ Gerster sprach sich deshalb dafür aus, mit der BA Ziele zu vereinbaren. „Am Ende muss gemessen werden, ob wir das Ziel erreicht haben, und nicht, welchen Weg dahin wir eingeschlagen haben“, betonte er.
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)